Intralogistik: Jungheinrich verlagert Produktion von Schubmaststaplern nach Chomutov

Das Intralogistikunternehmen Jungheinrich will seine Schubmaststapler künftig im tschechischen Werk in Chomutov fertigen. In Norderstedt soll die Produktion im Bereich Kommissionierstapler ausgebaut werden.

Jungheinrich hat mit der Schubmaststaplerproduktion in seinem neuen Werk im Panattoni Park Chomutov in Tschechien begonnen. (Bild: Jungheinrich)
Jungheinrich hat mit der Schubmaststaplerproduktion in seinem neuen Werk im Panattoni Park Chomutov in Tschechien begonnen. (Bild: Jungheinrich)
Gunnar Knüpffer
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Beim Flurförderzeug- und Intralogistik-Spezialisten Jungheinrich lief am 6. Juni 2023 im neuen Werk im tschechischen Chomutov als erstes Fahrzeug ein Schubmaststapler des Typs „ETV 216i POWERLiNE“ mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie vom Band. An dem rund 37.000 Quadratmeter großen neuen Fertigungsstandort wurde damit nach rund zehn Monaten Bauzeit die Produktion aufgenommen, ist einer Pressemitteilung von Jungheinrich vom 16. Juni zu entnehmen. Dieses erste Fahrzeug geht nach Frankreich zu „MARIE“, einem Akteur auf dem französischen Markt für Fertiggerichte und Teigwaren.

Das neue Werk ist für Jungheinrich ein zentraler Baustein der Strategie 2025+. Es soll zur Steigerung von Effizienz und Profitabilität beitragen. Das Unternehmen will nach eigener Aussage die gesamte Schubmaststaplerproduktion sukzessive nach Chomutov verlagern. Die frei werdenden Kapazitäten im Werk Norderstedt sollen genutzt werden, um das Produktionsportfolio dort um Teile weiterer Kommissionierstapler zu ergänzen.

„Mit dem neuen Werk erweitern wir die Kapazität innerhalb unseres Produktionsnetzwerkes in Europa und stellen sicher, der anhaltend stark wachsenden Nachfrage nach unseren Flurförderzeugen auch in Zukunft gerecht zu werden“, sagte Sabine Neuß, Technikvorständin der Jungheinrich AG.

Jungheinrich legte bei der Konzeption des Werkes in Chomutov Wert auf Effizienz und Nachhaltigkeit. Neben einem neuen Produktionsleitsystem, dem Bezug von Ökostrom und der Installation einer Wärmepumpe soll eine spezielle Wärmedämmung im Bürotrakt Energie sparen. Eine Regenwassernutzungsanlage soll den Wasserverbrauch im Werk reduzieren. Eingebettet ist die Anlage in eine 1,5 Hektar große Grünfläche mit einheimischen Sträuchern und Bäumen.

Das Intralogistikunternehmen hatte das Produktionsgebäude zusammen mit Panattoni und der Investment Group RSJ entwickelt. Diese Immobilie ist Teil der Panattoni Park Chomutov North Industrial Zone.

In dem neuen Werk in Tschechien wurden mehr als 350 Arbeitsplätze geschaffen, das Projektbudget lag laut Jungheinrich bei rund 60 Millionen Euro. Derzeit wird dort noch im Einschichtbetrieb gearbeitet, mittelfristig will das Unternehmen auf einen Dreischichtbetrieb umstellen.