Intralogistik: Jungheinrich fährt Ergebnis um 77 Prozent auf 267 Millionen Euro hoch

Das EBIT von Jungheinrich soll 2022 wegen hoher wirtschaftlicher Unsicherheiten wieder sinken. 2021 hatte der Intralogistikanbieter trotz Coronapandemie Rekordwerte bei Gewinn, Umsatz und Auftragseingang erzielt.

Der Intralogistikanbieter Jungheinrich hat trotz Coronapandemie sein Geschäftsergebnis 2021 stark gesteigert. (Bild: Jungheinrich)
Der Intralogistikanbieter Jungheinrich hat trotz Coronapandemie sein Geschäftsergebnis 2021 stark gesteigert. (Bild: Jungheinrich)
Gunnar Knüpffer

Der Lösungsanbieter für die Intralogistik Jungheinrich hat sein Ergebnis nach Steuern 2021 um 76,8 Prozent auf 267 Millionen Euro gesteigert. Das teilte das Hamburger Unternehmen am 31. März in einer Presseaussendung mit. „Wir sind in das Geschäftsjahr 2021 mit dem Anspruch gestartet, auch in der Pandemie profitabel zu wachsen und nachhaltig Werte zu schaffen. Das ist uns gelungen“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG.

Die bereits im Jahresverlauf angehobenen Zielkorridore für Auftragseingang und Umsatz wurden angesichts einer anhaltend hohen Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen von Jungheinrich übertroffen. Der Auftragseingang stieg von 3,77 Milliarden Euro im Jahr 2020 um 28,9 Prozent auf den Rekordwert von 4,87 Milliarden Euro im Jahr 2021. Der Konzernumsatz erhöhte sich 2021 um 11,3 Prozent auf 4,24 Milliarden Euro.

Für das laufende Jahr 2022 erwartet das Unternehmen trotz zunehmender Risiken und hoher wirtschaftlicher Unsicherheiten ein sich fortsetzendes profitables Wachstum, allerdings mit einer geringeren Dynamik als ursprünglich geplant. EBIT und EBT sollen jeweils einen Wert erreichen, der deutlich unter dem Vorjahreswert angesiedelt ist. 2021 betrug das EBIT 360 Millionen Euro und das EBT 349 Millionen Euro. Die Renditen für EBIT und EBT, die 2021 bei 8,5 beziehungsweise 8,2 Prozent lagen, werden laut Jungheinrich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls deutlich niedriger ausfallen.

Umsatz von Jungheinrich soll auch 2022 steigen

Für den Konzernumsatz 2022 rechnet der Vorstand bei anhaltenden Engpässen in den Lieferketten mit einem leicht über dem Vorjahr liegenden Wert. Für den Auftragseingang wird aktuell ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Hinsichtlich der Materialkostenentwicklung geht das Unternehmen – ausgehend von einem hohen Niveau – von weiteren merklichen Steigerungen im Jahresverlauf 2022 aus. In der Prognose berücksichtigte Jungheinrich weitere negative Effekte des Krieges, die nicht abschließend abschätzbar sind, noch nicht.

Eine genaue Einschätzung, wie sich der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen gegen Russland auf unser Geschäft auswirken werden, ist aufgrund der sich schnell ändernden Umstände derzeit nicht zu treffen. Wir arbeiten intensiv daran, mögliche Auswirkungen auf aktueller Basis einzuschätzen und Pläne sowohl für die nahe als auch die mittel- bis langfristige Zukunft zu entwickeln“, sagte Dr. Brzoska.

Jungheinrich setzt weiterhin seine Unternehmensstrategie 2025+ um. Im Jahr 2022 ist dafür ein Ausbau der personellen Kapazitäten geplant, insbesondere in den Handlungsfeldern Automatisierung, Digitalisierung, Energiesysteme, Effizienz, Global Footprint und Nachhaltigkeit. 2021 hatte Jungheinrich die Zielgrößen der Strategie überprüft und angepasst. Demnach soll der Konzernumsatz bis zum Jahr 2025 organisch auf 5,5 Milliarden Euro wachsen und die Ziel-EBIT-Rendite in einem Korridor zwischen acht und zehn Prozent liegen. Außerhalb Europas strebt Jungheinrich einen Umsatzanteil von 20 Prozent an.