Intralogistik: Jungheinrich behauptet sich im Corona-Jahr 2020

Hamburger Unternehmen blickt zuversichtlich auf das Geschäftsjahr 2021.

Jungheinrich, Lösungsanbieter für die Intralogistik, erzielte 2020 einen Konzernumsatz von 3,81 Milliarden Euro. (Foto: Jungheinrich)
Jungheinrich, Lösungsanbieter für die Intralogistik, erzielte 2020 einen Konzernumsatz von 3,81 Milliarden Euro. (Foto: Jungheinrich)
Matthias Pieringer

Jungheinrich hat trotz des coronabedingten Konjunktureinbruchs sein Geschäftsjahr 2020 besser abschließen können als zu Beginn der COVID-19-Pandemie zunächst erwartet. Alle Kennzahlen lägen in der oberen Hälfte der im Oktober 2020 angehobenen Prognose, zum Teil seien die Ziele übertroffen worden, teilte das Hamburger Intralogistikunternehmen kürzlich mit.

„Vor dem Hintergrund der durch die COVID-19-Pandemie erschwerten Rahmen- und Marktbedingungen sind wir mit dem Geschäftsverlauf des Jahres zufrieden“, sagte Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG. „Dank frühzeitig eingeleiteter Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung sowie unserer entschlossenen Liquiditätssicherung konnten wir die negativen Auswirkungen der Pandemie auf unser Geschäft erfolgreich begrenzen. Es ist dem herausragenden Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken, dass wir im Jahr der größten medizinischen und wirtschaftlichen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam ein solches Resultat erreichen konnten.“

Jungheinrich erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 3,81 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,07 Milliarden Euro). Der Auftragseingangswert, der die Geschäftsfelder Neugeschäft, Miete und Gebrauchtgeräte sowie Kundendienst umfasst, erreichte 2020 aufgrund eines starken Schlussquartals 3,78 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,92 Milliarden Euro). Beide Werte lagen laut Jungheinrich damit leicht oberhalb des Prognosekorridors, der im Oktober 2020 angehoben worden war. Das EBIT erreichte mit 218 Millionen Euro (Vorjahr: 263 Millionen Euro) die obere Hälfte des avisierten Korridors, damit ergab sich eine EBIT-Rendite von 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,4 Prozent). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 151 Millionen Euro (Vorjahr: 177 Millionen Euro).

Prognose und Ausblick 2021

In Anbetracht der positiven Marktentwicklung in den zurückliegenden Monaten und angesichts der Wachstumserwartungen des IWF für die Weltkonjunktur im laufenden Jahr von 5,5 Prozent erwartet Jungheinrich eigenen Angaben zufolge, dass der weltweite Markt für Flurförderzeuge im Jahr 2021 im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen wird, für den Kernmarkt Europa wird von einem Anstieg des Marktvolumens im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen.

Unter Berücksichtigung dieses Konjunktur- und Branchenausblickes erwartet Jungheinrich für den Konzernumsatz 2021 eine Zielbandbreite von 3,9 Milliarden Euro bis 4,1 Milliarden Euro. Der Auftragseingang wird ebenfalls in einem Korridor von 3,9 Milliarden Euro bis 4,1 Milliarden Euro prognostiziert. Das EBIT sollte, so Jungheinrich, im laufenden Geschäftsjahr bei einem Wert zwischen 260 Millionen Euro und 310 Millionen Euro liegen. Die EBIT-Rendite wird im Bereich von 6,7 Prozent bis 7,6 Prozent erwartet.

Alle Prognosewerte beziehen sich Jungheinrich zufolge auf organisches Wachstum. Trotz der anlaufenden Impfkampagnen bestünden nach wie vor Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Kundennachfrage sowie die Lieferketten. Die Prognose basiert laut Jungheinrich auf der Annahme, dass es aufgrund der COVID-19-Pandemie im Jahresverlauf nicht zu weitreichenderen Lockdown-Maßnahmen als im Jahr 2020 bis hin zu Werksschließungen kommt und Lieferketten intakt bleiben. Maßnahmen zur Sicherstellung der Lieferfähigkeit werden fortgesetzt, so die Jungheinrich-Mitteilung.

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