Intralogistik: Den Energiesparfaktor finden

Die Titelgeschichte der September-Ausgabe von LOGISTIK HEUTE sucht nach Wegen aus der Energiekostenfalle.

Viele Unternehmen vermuten in Materialfluss und Logistik Optimierungspotenzial in Sachen Energieeffizienz. (Symbolbild: Gorodenkoff/AdobeStock)
Viele Unternehmen vermuten in Materialfluss und Logistik Optimierungspotenzial in Sachen Energieeffizienz. (Symbolbild: Gorodenkoff/AdobeStock)
Therese Meitinger

Sport-BHs, Slips oder Nachthemden für rund 20.000 Kunden in 28 Ländern verteilt der Bodywear-Spezialist Triumph vom französischen Obernai aus. Im Europa-Distributionszentrum für das Komfortlabel „Sloggi“ werden auf 50.000 Quadratmetern mehr als zwölf Millionen SKUs eingelagert und täglich rund 6.000 Pakete versandfertig gemacht. Das Herzstück der Automatisierung ist eine etwa sieben Kilometer lange, ungefähr 30 Jahre alte Förderanlage. Das Problem dabei: Bisher lagen die Stromkosten für das Warehouse bei rund 230.000 Euro jährlich, der Kostenvoranschlag für das nächste Jahr übersteigt diesen Betrag um ein Vielfaches.

„Wir müssen das Warehouse konstant auf einem hohen Level fahren“, erklärt Christophe Simler, Infrastructure & Project Manager bei Triumph International in Obernai, ein zusätzliches Dilemma.

Schließlich bedeutet der Erfolg des Onlinehandels auch eine anhaltend hohe Grundlast. „Früher gab es eine Peak Season, heute geht die gefühlt vom 1. Januar bis zum 31. Dezember“, fasst Simler zusammen. Doch wie verträgt sich dies mit der Notwendigkeit, Energie zu sparen?

Gesetzgeber fordert Energieeffizienz ein

Die drohende Strom- und Gaskrise lässt auch deutsche Unternehmen ihren Energieverbrauch auf den Prüfstand stellen. Zum betriebswirtschaftlichen Druck kommen dabei konkrete Vorgaben des Gesetzgebers hinzu. So hat die Bundesregierung jüngst ein kollektives Gas-Sparziel von 20 Prozent gegenüber der Vorkrisenzeit ausgerufen; ab dem 1. Oktober greift auch eine „Verpflichtung zur Umsetzung wirtschaftlicher Effizienzmaßnahmen in Unternehmen“.

„Die Unternehmen, mit denen ich Kontakt habe, denken alle über ihren Energiehaushalt nach“, sagt auch der Berater Hanns-Peter Mösonef, der lange Zeit Managementfunktionen in Logistikzentren bekleidet hat. „Jeder sorgt sich um seine Energiesicherheit.“

Einen Schlüssel gegen explodierende Strom- und Energiekosten sehen viele in der Energieeffizienz. Doch wie lassen sich Verbräuche in der Intralogistik reduzieren und der Strombedarf von Shuttles, Regalbediengeräten oder Flurförderzeugen optimieren? Für die Titelgeschichte der September-Ausgabe hat LOGISTIK HEUTE mit Experten gesprochen, Ansätze verglichen – und sich auf die Suche nach dem Energiesparfaktor gemacht. LOGISTIK HEUTE 9/2022 ist am 16. September erschienen.  

Von Deckeln und Durchflussbegrenzern

Mit Deckeln kochen, ohne Vorheizen backen, die Helligkeit am Fernseher verringern oder Durchflussbegrenzer nutzen – Energiespartipps für den privaten Haushalt sind schnell gefunden. Schwieriger ist es für die Unternehmen in Industrie, Handel und Dienstleistung, bei denen wegen steigender Preise und einer drohenden Energiekrise ebenso der Stromverbrauch in den Fokus rückt.

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