Intralogistik: Amazon erzeugt Wasserstoff im Fulfillment-Zentrum

Vor Ort in Colorado erzeugter Wasserstoff soll Energie für 225 Gabelstapler liefern und zur Senkung der Emissionen beitragen.

Die Nutzung von grünem Wasserstoff gilt als Schlüsselelement für die Dekarbonisierung zahlreicher Prozesse. (Symbolbild: Deemerwha / AdobeStock)
Die Nutzung von grünem Wasserstoff gilt als Schlüsselelement für die Dekarbonisierung zahlreicher Prozesse. (Symbolbild: Deemerwha / AdobeStock)
Therese Meitinger

Plug Power, US-Anbieter von Wasserstoff-Komplettlösungen, hat die Installation und Inbetriebnahme eines Elektrolyseursystems in einem Amazon Fulfillment-Zentrum in Aurora, Colorado (USA) abgeschlossen. Das gab das Unternehmen Ende Dezember bekannt. Der Protonenaustauschmembran-Elektrolyseur mit einer Leistung von einem Megawatt (MW) ist nach Unternehmensangaben der erste für Amazon und produziert kohlenstoffarmen Wasserstoff, um 225 wasserstoffbetriebene Gabelstapler am Standort DEN8 zu betreiben.

Der 1-MW-Elektrolyseur von Plug, der mithilfe von Strom und Wasser Wasserstoff erzeugt, könne theoretisch bis zu 400 Gabelstapler mit Wasserstoff-Brennstoffzellen versorgen, heißt es vonseiten des Anbieters. Der vom Elektrolyseur erzeugte Wasserstoff wird demnach vor Ort komprimiert und in einem Tank für gasförmigen Wasserstoff zur Verwendung für die Gabelstapler gespeichert.

Erstes Elektrolyseursystem an Amazon-Standort

Für dieses Projekt lieferte Plug laut der Pressemitteilung Design-, Installations-, Inbetriebnahme- und Wartungsdienstleistungen für den 1-MW-PEM-Elektrolyseur und Wasserstoffspeicher, die mit der bestehenden Betankungsinfrastruktur und den bereits am Standort verwendeten Brennstoffzellen kompatibel sind. Dies sei das erste Elektrolyseursystem, das an einem Amazon-Standort installiert und in Betrieb genommen worden sei.

Bis heute hat Plug der Pressemitteilung zufolge in Zusammenarbeit mit Amazon mehr als 17.000 Brennstoffzellen als Ersatz für die Batterien in Gabelstaplern in mehr als 80 Fulfillment-Zentren in Nordamerika eingesetzt. An den meisten dieser Standorte wird der Wasserstoff für den Antrieb der Gabelstapler an einem anderen Ort produziert, verflüssigt und per Lkw zu einem Lager- und Abgabesystem vor Ort geliefert.

Plug sah die Möglichkeit, überschüssigen Strom an Standorten, an denen mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wird als benötigt, zur Herstellung und Speicherung von Wasserstoff vor Ort zu nutzen. Dieses Modell vermeide außerdem die Emissionen, die normalerweise bei der Verflüssigung und dem Transport von Wasserstoff von einem Standort zum anderen entstehen, heißt es.

„Mit Amazon haben wir einen echten Partner gefunden, der die wichtige Rolle von Wasserstoff für unsere gemeinsame Energiezukunft erkannt hat“, sagte Andy Marsh, CEO von Plug. „Dieses Projekt demonstriert die Kompetenz von Plug, die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette abzudecken, und zeigt, wie wir End-to-End-Lösungen für unsere Kunden entwickeln und umsetzen können.“

„Wasserstoff ist ein wichtiges Instrument in unserem Bestreben, bis zum Jahr 2040 CO2-neutral zu werden, um das Klimaversprechen zu erfüllen. Wir freuen uns über die Möglichkeit, durch diese Partnerschaft mit Plug Wasserstoff an Amazon-Standorten zu produzieren“, sagte Asad Jafry, Director Global Hydrogen Economy bei Amazon. „Die Produktion vor Ort wird die Nutzung von Wasserstoff für bestimmte Standorte und Anlagentypen noch energieeffizienter machen.“