Interview: „Wir wollten unseren CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren“

Bastian Diegel von Barilla spricht im Interview mit LOGISTIK HEUTE über nachhaltige Transportwege und die Bedeutung von Produktionsorten.

Bastian Diegel von Barilla erklärt im Interview mit LOGISTIK HEUTE, warum das Unternehmen beim Transport auf die Schiene setzt. (Foto: Barilla)
Bastian Diegel von Barilla erklärt im Interview mit LOGISTIK HEUTE, warum das Unternehmen beim Transport auf die Schiene setzt. (Foto: Barilla)
Sandra Lehmann

Der familiengeführte italienische Lebensmittelhersteller Barilla transportiert seine Nudeln, Pesti und Saucen seit dem Frühjahr 2020 vom Produktionsort Italien in einem eigens für das Unternehmen geschaffenen Zug nach Deutschland. Das Projekt, mit dem pro Tour 600 Tonnen Nahrungsmittel ihren Weg über die Alpen finden, hat für den Nudelhersteller vor allem Nachhaltigkeitsbezug, wie Bastian Diegel, Customer Service & Demand Planning Senior Manager Central Europe bei Barilla, im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE, betont.

„Für uns steht seit vielen Jahren im Fokus, unseren CO2-Fußabdruck deutlich zu reduzieren. Insbesondere auf der Strecke Parma-Ulm – der größten Punkt-zu-Punkt-Verbindung im Barilla-Universum – ist uns das sehr wichtig. Dazu wollten wir von Anfang an über die Schiene gehen. Allerdings gab und gibt es kein bestehendes Angebot im Intermodalverkehr, das diesen Streckenverlauf komplett abbildet. Deshalb sind wir einen Schritt weitergegangen und haben den kompletten Prozess neu definiert. Am Ende dieser Entwicklung haben wir einen eigenen Zug aufs Gleis gebracht.“

Damit spart das Unternehmen eigenen Angaben zufolge jährlich rund 5.000 Lkw-Fahrten oder 6.000 Tonnen Kohlendioxid ein. Eine Reduktion, die laut Diegel auch durch die Mithilfe von Partnern und Dienstleistern zustande kommt.

„Der Effekt vergrößert sich, weil unsere Dienstleister – etwa die Schweizerischen Bundesbahnen – fast ausschließlich grünen Strom für diese Fahrten einsetzen“, so Diegel gegenüber LOGISTIK HEUTE.

Konsequent nachhaltig möchte sich der Hersteller mit Sitz im italienischen Parma, aber nicht nur in Sachen Transport zeigen, sondern auch, wenn um die Beschaffung von Rohstoffen, die Produktion und die Qualität der hauseigenen Nahrungsmittel geht.

„Etwa 90 Prozent des Hartweizens für unsere Nudeln kommt beispielsweise von regionalen Landwirten aus Italien. Die Sorten, die dort angebaut werden, haben einen höheren Proteingehalt, was wir aus ernährungsphysiologischen Gründen bevorzugen. Manche Zutaten könnten wir auch nicht aus jeder beliebigen geografischen Lage beziehen oder länger transportieren. So wird unser Basilikum etwa ausschließlich in den frühen Morgenstunden geerntet und sofort in die Produktion weitergereicht, weil es sonst sein Aroma verliert. Außerdem haben wir eine Nachhaltigkeitsinitiative in Italien gegründet, der sich inzwischen 9.000 unserer Lieferanten angeschlossen haben. So möchten wir nicht nur sicherstellen, dass unsere Rohstoffe unter ressourcenschonenden Bedingungen angebaut werden, sondern wollen auch langfristige und vertrauensvolle Beziehungen zu unseren Landwirten etablieren.“

Wie Barilla die Herausforderungen im Schienengüterverkehr meistert und wie die Zukunft des Pastazuges aussieht, lesen Sie im vollständigen Interview, das am 11. Dezember 2020 in der LOGISTIK HEUTE-Ausgabe 12/2020 erschienen ist.

Mit Optimismus geht es leichter

Welche Wege Unternehmen für den Erfolg einschlagen sollten – damit setzen sich die Supply Chain Awards auseinander. Der Supply Chain Management Award, der 2020 zum 15. Mal von LOGISTIK HEUTE und Strategy&, der Strategieberatung von PwC, vergeben wurde, würdigt herausragende SCM-Konzepte, die entwickelt, umgesetzt und für andere Unternehmen wegweisend sind.

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