Interview: „Wir stellen unsere Mitarbeiter in den Mittelpunkt“

Dr. Harald Kolbe von Lufthansa Technik Logistik Services erklärt im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE, wie man Innovationen implementiert und dabei die Mitarbeiter einbezieht.

Dr. Harald Kolbe sprach mit LOGISTIK HEUTE über Innovationen, die Zusammenarbeit mit Start-ups und die richtige Motivation für Mitarbeiter. (Foto: LTLS)
Dr. Harald Kolbe sprach mit LOGISTIK HEUTE über Innovationen, die Zusammenarbeit mit Start-ups und die richtige Motivation für Mitarbeiter. (Foto: LTLS)
Sandra Lehmann

Mit der Digitalisierungsstrategie „Digital Warehouse“ hat der Flugzeugteilelogistiker Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS) einen Changeprozess im eigenen Unternehmen angestoßen. Dabei war es Dr. Harald Kolbe, Head of Digital Innovation bei LTLS, besonders wichtig, rechtzeitig Management und Belegschaft einzubeziehen, wie er im Interview mit LOGISTIK HEUTE betont:

„Wenn die Führungsebene hinter einem solchen Projekt steht, gelingt es an der einen oder anderen Stelle leichter, Widerstände aufzubrechen und auch eine Kultur im Unternehmen zu etablieren, die für die Durchsetzung des Programms von Vorteil ist. Allerdings muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass das Einverständnis für einen Veränderungsprozess von jedem Einzelnen kommen muss. Auf Dauer ist man nicht erfolgreich, wenn zwar das Führungsteam die Innovation toll findet, eine andere Gruppe sich dem aber verweigert.“

Deshalb haben Kolbe und sein Team, die es mit Digital Warehouse bis in die Finalrunde des Supply Chain Management Awards 2019 geschafft haben, auch von Beginn an Wert daraufgelegt, alle Stakeholder abzuholen:

„Wir haben uns sehr intensiv mit den Bedürfnissen und möglichen Ausschlusskriterien der einzelnen Gruppen beschäftigt und genau erklärt, warum wir uns für ein bestimmtes Vorgehen entschieden haben. Dazu ist wichtig, von Anfang an alle Ebenen und Abteilungen – von der IT über den Betriebsrat bis zum Einkauf – miteinzubeziehen und regelmäßig mit Informationen zu versorgen. Zusätzlich muss man gut erklären können, worin die genauen Vorteile liegen. Beispielsweise musste die Einkaufsabteilung davon überzeugt werden, warum es Sinn machen kann, auch mal Lösungen von Start-ups in Betracht zu ziehen als nur Produkte von etablierten Händlern. Dem Betriebsrat wiederum war es wichtig, dass die Mitarbeiter auch im Zeitalter der Digitalisierung weiter im Vordergrund stehen“, so Kolbe weiter.

Um diese Ziele zu erreichen, sind aus Sicht des Innovationsexperten vor allem Zeit und gute Argumente notwendig:

Automatisierung und Digitalisierung sind für viele Arbeitnehmer nach wie vor sehr heikle Themen, mit denen sie sich in Ruhe auseinandersetzen müssen. Und wenn es Skepsis gibt, muss man ähnlich wie beim mittleren und höheren Management die Vorteile aufzeigen können.“

Wie es LTLS gelungen ist, ihre Mitarbeiter etwa in Sachen Fahrerlose Transport Systeme mit ins Boot zu holen und welche technischen Innovationen hinter der Digital Warehouse-Strategie stecken, lesen Sie im vollständigen Interview, das in Ausgabe 1-2/2020 von LOGISTIK HEUTE am 19. Februar erschienen ist.

Erfolgreiche Visionäre

Mit Feuerschutzkleidung und Helm bestritt Jan Axt 2015 seinen ersten Auftritt im Finale um den „Supply Chain Management Award“. Damals betrat er die Bühne als Logistikleiter des Continental Automotive Werks in Karben. „Vom Hauptbrandmeister zum Mitarbeitercoach“ umschrieb LOGISTIK HEUTE die Rolle, die er bei der Komplett-Transformation der Werkslogistik einnahm.

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