Interview: „Nachhaltiges Wirtschaften macht krisenfest“

Im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE erläutert Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin von Vaude, die Nachhaltigkeitsstrategie des Outdoor-Ausrüsters – und erklärt, warum fairer Handel für sie auch in Krisenzeiten ein Erfolgsmodell ist.

Dr. Antje von Dewitz ist Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters Vaude mit Hauptsitz in Tettnang (Allgäu). (Foto: Vaude)
Dr. Antje von Dewitz ist Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters Vaude mit Hauptsitz in Tettnang (Allgäu). (Foto: Vaude)
Therese Meitinger

Die Coronakrise hat viele Unternehmen dazu veranlasst, ihre Lieferketten auf den Prüfstand zu stellen. Oft steht dabei die Resilienz, also die Widerstandsfähigkeit, der Supply Chains im Vordergrund, während die Nachhaltigkeit auf der Prioritätenliste vorübergehend etwas nach hinten gerutscht ist. Doch diese nur als weiteren Belastungsposten für das unternehmerische Handeln zu begreifen ist falsch, argumentiert Dr. Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Outdoor-Ausrüsters Vaude im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE. Die beiden Aspekte zahlen für die Unternehmenschefin vielmehr aufeinander ein – nachhaltiges Wirtschaften macht aus verschiedenen Gründen krisenfest.

„Zum einen basiert Nachhaltigkeit auf einer starken Vertrauenskultur“, erläutert von Dewitz. „Den gemeinsamen Transformationsprozess zur Nachhaltigkeit schafft man nur in starken vertrauensvollen Partnerschaften – sowohl mit den Mitarbeitern als auch mit den Lieferanten, Händlern und Banken. Das ist ein gutes Fundament, um die Missstände zu vermeiden, die wir in der Krise gesehen haben.“

Das Unternehmen als Teil des Problems

Hinzukommt laut Antje von Dewitz, dass der Aufbau von Nachhaltigkeit erfordert, unternehmerische Verantwortung ganzheitlich zu sehen – und dabei auch das Problempotenzial nicht auszuschließen:

„Eine wichtige Voraussetzung dabei ist, dass ich anerkenne, dass ich als Unternehmen Teil eines Problems bin – etwa von Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung. Daraus ergibt sich die logische Konsequenz, dass ich lösungsorientiert agiere und an Verbesserungen arbeite, die wiederum dem Gemeinwohl nützen“, so die Vaude-Chefin.

Die Lösungsorientiertheit spiegele sich letztlich in einer agilen Unternehmenskultur wieder, die helfe, Krisen flexibel zu bewältigen. Als in der Coronakrise 200 Vaude-Mitarbeiter über Nacht vom Home-Office aus arbeiten mussten, hat das Antje von Dewitz zufolge von Tag null an gut funktioniert.

Warum Vaude auch künftig seinen Produktions-Schwerpunkt in Asien sieht und das Unternehmen sich für ein Lieferkettengesetz stark macht, lesen Sie im vollständigen Interview mit Antje von Dewitz, das in Ausgabe 9/2020 von LOGISTIK HEUTE am 18. September erschienen ist.  

Wenn Träume Wirklichkeit werden

Auch mit geringen Mitteln viel erreichen. Wer wünscht sich das nicht? Wie so ein Traum für Logistikverantwortliche in Industrie, Handel und Dienstleistung wahr werden kann, beschreibt meine Kollegin Sandra Lehmann in der Titelgeschichte. Welche Möglichkeiten Unternehmen haben, um in puncto Digitalisierung trotz knapper Budgets voranzukommen und wie sich die Vorteile aus der digitalen Transformation nutzen lassen, lesen Sie ab Seite 28.

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