Interview: Ein Optimum für alle Audi-Werke finden

Björn Beckmann, Leiter der Supply-Chain-Planung von Audi, erläutert im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE, wie der Premiumhersteller Produktion und Logistik enger verzahnen will.

Björn Beckmann ist Leiter der Supply-Chain-Planung der Audi AG. (Foto: Audi)
Björn Beckmann ist Leiter der Supply-Chain-Planung der Audi AG. (Foto: Audi)
Therese Meitinger

Björn Beckmann ist auf der Suche, und er sucht nicht weniger als ein weltweites Optimum: Beim Automobilhersteller Audi ist Beckmann Leiter der Supply-Chain-Planung und damit verantwortlich für die weltweite logistische Planung von Fahrzeugprojekten und Werksstrukturen des Ingolstädter Konzerns. In dieser Funktion gilt es, nicht nur Produktion und Logistik zusammenzudenken, wie Beckmann im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE erklärt. Wird ein neuer Prozess aufgesetzt, müssen auch immer alle Fertigungsstandorte von Audi einberechnet werden – ob sie nun in Ingolstadt, Györ, Foshan oder Brüssel liegen.

Spannend ist nicht das Element, sondern die Vernetzung   

Das betrifft etwa die Automatisierungsstrategie von Audi, die der Autohersteller im Rahmen der von „360factory“ in Produktion wie Logistik standortübergreifend vorantreiben will.

„Wir wollen voll vernetzt sein, hocheffizient und nachhaltig, um auch in Zukunft den Anforderungen des Markts gewachsen zu sein“, beschreibt Björn Beckmann den Anspruch. „Automatisieren und Digitalisieren gehören zusammen.“

Der Schwerpunkt der Automatisierung liegt dabei „überall, sowohl in der Inhouselogistik als auch Inbound und Outbound“, wie der Leiter Supply-Chain-Planung sagt. Er meint damit Planungstools, Automatische Klein- und Großteilelager, aber auch Fahrerlose Transportsystemen.

„Das Spannende ist dabei weniger das einzelne Element, sondern die intelligente Vernetzung aller Systeme“, betont Beckmann. „Welche Prozesse eignen sich, um all das intelligent zu optimieren? Zudem gilt es, die einzelnen automatischen Schritte mit einer Software zu vernetzen, die dann das Gesamtoptimum gestaltet.“

Bis Mitte der 30er-Jahre soll der Prozess für alle Audi-Werke gestaltet sein. Pilotprojekte wie die „Modulare Montage“ und der „Supermarkt 2.0“, die das Ware-zur-Person-Prinzip oder den Verzicht auf Fließbänder erproben, werden zwar in einzelnen Fertigungsstätten ausgerollt, sollen aber die Übertragbarkeit auf andere Standorte stets im Blick behalten.    

Mehr über die Projekte, aber auch die Beschaffungsstrategie von Audi in angespannten Zeiten finden Sie im ausführlichen Interview mit Björn Beckmann in LOGISTIK HEUTE 11/22. Die Ausgabe ist am 11. November erschienen.

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