Interview: „Autonome Transporte bieten ungeahntes Potenzial für die Logistik“

Marco Prüglmeier von BMW erklärt im Gespräch mit LOGISTIK HEUTE, wie man Automatisierung und Digitalisierung in die Tat umsetzt.

Marco Prüglmeier sprach in einem Interview mit LOGISTIK HEUTE kürzlich über Innovationen für die Produktionslogistik. (Foto: BMW)
Marco Prüglmeier sprach in einem Interview mit LOGISTIK HEUTE kürzlich über Innovationen für die Produktionslogistik. (Foto: BMW)
Sandra Lehmann

Digital getragenen Technologien im Warehouse-Bereich gehört die Zukunft – vor allem Lösungen für autonome Transporte. Dessen ist sich Marco Prüglmeier, Projektleiter Innovationen und Industrie 4.0 in der Logistik beim Automobilehersteller BMW, sicher.

„Ich bin davon überzeugt, dass uns neue Technologien in der Logistik insbesondere autonome Transporte in den Hallen und zukünftig auch auf den Straßen – ungeahnte Potenziale für den Wirtschaftszweig bieten. Das wiederum wird Einfluss darauf haben, was wir künftig in Deutschland produzieren und was wir outsourcen werden“, so Prüglmeier in einem exklusiven Interview mit LOGISTIK HEUTE.

Um sich diesem Ziel zu nähern, entwickelt BMW die notwendigen autonomen Fahrzeuge sowie Roboter für den Logistikbetrieb in Eigenregie. Aus gutem Grund, wie Prüglmeier erklärt:

„Zum einen gab es 2016, als wir uns das erste Mal nach innovativen Lösungen umgesehen haben, nicht das, was unseren Bedürfnissen in der Logistik entsprach. Das hat uns den Ansporn gegeben, selbst etwas auszuprobieren. Zudem wollten wir gern unsere eigenen Technologien für Innovationen nutzen.“

Ein Plan, der aufgegangen ist. So wird dem Unternehmen zufolge die Lithium-Ionen-Technologie, die im BMW-Modell „i3“ verbaut ist, auch für den „Smart Transport Robot“ (STR) genutzt, ein fahrerloses autonomes Transportsystem, das von dem Autobauer für den Logistikbereich entwickelt wurde.

Neue Geschäftsmodelle möglich

Dieses Vorgehen, so Prüglmeier, biete nicht nur die Möglichkeit, ein Produkt von Beginn an nach eigenen Vorstellungen zu konzipieren und Kompetenzen im Unternehmen aufzubauen, sondern auch neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So denkt der Autobauer aktuell darüber nach, seine hauseigenen FTS und Roboter am freien Markt anzubieten:

„Wir überlegen derzeit, ob wir etwa den STR zu einem frei verkäuflichen Produkt machen sollen. Diese Idee kam uns, als wir vergangenes Jahr den Deutschen Logistik-Preis für unser Projekt ‚Logistics Next‘ gewonnen haben. Im Nachgang haben wir viele Anfragen erhalten, ob man den STR, der Teil dieses Konzepts ist, erwerben könnte“, so Marco Prüglmeier gegenüber LOGISTIK HEUTE.

Wie man Innovationen selbst entwickelt und welche Rolle Teamwork dabei spielt, lesen sie im kompletten Interview in Ausgabe 10/2020, die am 9. Oktober erschienen ist.

Begeistert für die Zukunft

Als ich neulich mit Professor Michael ten Hompel über die neue „LoadRunner“-Technologie sprach, war dem Logistikforscher sein Enthusiasmus deutlich anzumerken. Diese Begeisterung für das neue KI-gestützte Fahrerlose Transportsystem, das künftig den Markt der Sortiertechnik bereichern soll, war für mich sehr nachvollziehbar.

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