Interim Management: Digitalisierung, Geschäftsmodelle und Prozessoptimierung im Fokus

Laut einer Studie der Ludwig Heuse GmbH steigt der Anteil der Projekte mit den Themenschwerpunkten Einkauf und Supply Chain Management.

Das Jahr 2020 war für Interim Manager nicht besonders erfolgreich. Die Themenschwerpunkte Einkauf und Supply Chain Management werden jedoch wichtiger. (Foto: WindyNight/Adobe Stock)
Das Jahr 2020 war für Interim Manager nicht besonders erfolgreich. Die Themenschwerpunkte Einkauf und Supply Chain Management werden jedoch wichtiger. (Foto: WindyNight/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

Für das Interim Management im D-A-CH-Raum war 2020 das bislang schwächste Jahr seit 2011. Das geht aus einer Befragung der Ludwig Heuse GmbH interim-management.de, einem Provider von Interim Managern, unter 1.000 Experten hervor. Nach dem Schulnotenprinzip vergaben die Interim Manager für das vergangene Jahr die Note 2,85. Vor zehn Jahren lag diese bei 2,81. Beides noch etwas besser als während der Finanzkrise – damals vergaben die Befragten eine 3,2.

Weniger Aufträge aus dem Automotivebereich

Die Prognose für das noch recht junge Jahr 2021 sieht Ludwig Heuse zufolge mit 2,48 optimistischer aus. In den drei wichtigsten Branchen für das Interim Management, Automotive, Maschinen- und Anlagenbau sowie die Zuliefererindustrie Metall und Elektro, habe es für die Interim Manager in der D-A-CH Region 2020 weniger zu tun gegeben als sonst. Noch sind dies die größten Auftraggeber, aber die Anzahl der Interim-Projekte sei gegenüber dem Vorjahr von 46,9 Prozent aller Interim-Projekte auf 41,4 Prozent gesunken. Einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr gab es dafür in den Bereichen Healthcare, Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik: 9,8 Prozent versus 9,3 Prozent, IT & T.I.M.E.: 7,3 Prozent versus 5,2 Prozent sowie Bau/Bauzulieferer: 5,1 Prozent versus 3,8 Prozent. Dienstleistung und Handel gewinnen laut der Befragung ebenfalls an Bedeutung.

Interim Manager mit den Know-how-Schwerpunkten Einkauf, Materialwirtschaft, Supply Chain Management, Vertrieb und Service wurden 2020 in rund ein Viertel aller Projekte eingesetzt. Starke Rückgänge gab es bei Produktion, Human Resources sowie Forschung & Entwicklung. Durch die Pandemie würden in den Unternehmen spezifische Veränderungen und Transformationen beschleunigt. Laut Aussagen der Interim Manager sollten die folgenden Top-3-Aktivitäten in den nächsten 24 Monaten unbedingt angegangen werden: Digitalisierung weiter vorantreiben, Geschäftsmodelle anpassen und Prozesse umstrukturieren.

Interim Management kann sich lohnen

Unternehmen können der Ludwig Heuse GmbH zufolge von einem Interim-Management-Einsatz profitieren. Interim Manager seien kurzfristig verfügbar und hätten eine sehr kurze Einarbeitung. Interim-Experten hätten darüber hinaus eine sehr hohe Umsetzungsorientierung mit klarem Ziel und verfügen über Führungsfähigkeiten. Zudem brächten sie unabhängige Expertisen und somit einen unverstellten Blick auf die Situation mit ein. Wie die Heuse Studie zeigt, kann auch der Return of Interim Management (RoIM) durchaus hoch sein: bei einem Fünftel der Projekte ist der RoIM das Zehnfache des Aufwands, in einem weiteren Fünftel hat sich der Einsatz verdoppelt, so die Berechnung aus knapp 470 Interim-Management-Projekten.

Die Anlagenabnahme – ein heißes Eisen

Es gibt auch Wirtschaftsbereiche in Deutschland, die von der Coronapandemie profitieren. So ist der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce 2020 auf 83,3 Milliarden Euro gestiegen.