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Redaktion (allg.)

Was die Infrastruktur zur Sicherung der Rhein-Main-Region als "Logistik-Herzstück Deutschlands" und damit zum Wirtschaftswachstum in Hessen beitragen kann, diskutierten Fachleute mit Tarek Al-Wazir, stellvertretender Ministerpräsident des Landes Hessen, Mitte November in Frankfurt am Main. Die Initiative "Damit Deutschland vorne bleibt" richtete dort im Rahmen des 2. Deutschen Mobilitätskongresses (LOGISTIK HEUTE berichtete) eine Länderkonferenz Hessen zum Thema Verkehrsinfrastruktur aus.

Vertreter der Initiative betonten, dass Investitionen im Bundesland Hessen angesichts des zunehmenden Güterverkehrs dringend erforderlich seien. Über das knapp 17.000 Kilometer lange Netz an Bundesautobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen werden demnach 60 Prozent des Güterverkehrs abgewickelt. Gerade die zentralen Autobahnen im Land müssen den Interessenvertretern zufolge instand gesetzt und ausgebaut werden. Ein wichtiges Projekt sei etwa der Lückenschluss der Autobahn A 49 als Verbindung zwischen der Autobahn A 5 im Süden und Kassel im Norden. Stark sanierungsbedürftig sei auch die viel befahrene Autobahn A 45, die sogenannte „Sauerlandlinie" zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Laut der Initiative seien alle 22 großen Talbrücken auf hessischer Seite marode. Hinzu kommen viele weitere sanierungsbedürftige Straßenbrücken in Hessen.

Auch die Bahn fahre auf einigen Strecken an der Grenze ihrer technischen Leistungsfähigkeit, etwa auf der Verbindung Frankfurt - Hanau - Fulda mit dem Nadelöhr Kinzigtal. Allerdings sei bei hessenweit 84 Eisenbahnbrücken eine wirtschaftliche Instandsetzung aufgrund gravierender Schäden nicht mehr möglich. Verbesserungsbedarf gebe es zudem bei den Hinterlandanbindungen der Binnenhäfen.

Oliver Kraft, Geschäftsführer der Frankfurter House of Logistics & Mobility (HOLM) GmbH, mahnte jedoch an, dass die Infrastruktur nicht endlos ausbaubar sei. "Wir müssen mit der bestehenden Infrastruktur auskommen und den Energieverbrauch und den Kohlendioxidausstoß senken", sagte er vor Journalisten bei einer Pressekonferenz am Vorabend des Mobilitätskongresses. Um etwa Logistik-Hubs intelligent anzusteuern, seien Daten nötig. Mithilfe entsprechender Technologien seien Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich möglich, etwa beim Dieselverbrauch von Lkw. Das Thema "Virtuelle Vernetzung der Infrastruktur" war daher ein Schwerpunkt des diesjährigen Mobilitätskongresses. Laut HOLM-Chef Kraft spiele dabei jedoch auch das Thema Datensicherheit eine wesentliche Rolle, getreu dem IT-Sprichwort: "Who owns the data, owns the business".

Das bundesweite Bündnis "Damit Deutschland vorne bleibt" wurde im vergangenen Jahr vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gemeinsam mit einer Reihe von Partnern ins Leben gerufen und mahnt öffentlich die "seit Jahren unterfinanzierte Infrastruktur" hierzulande an. Ein Teilerfolg für das Bündnis ist die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, dass der Bund in den kommenden vier Jahren fünf Milliarden Euro zusätzlich für die Infrastruktur bereitstellen will.

(akw)
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