Infektionsschutz: Corona Tracer soll Mindestabstände gewährleisten

Streichholzschachtelgroße Geräte sollen anonym aufzeichnen, wenn sich Mitarbeiter auf weniger als zwei Meter annähern.

Nähern sich zwei Mitarbeiter auf unter zwei Meter, erfasst das der CoronaTracer anonym. (Foto: Inform)
Nähern sich zwei Mitarbeiter auf unter zwei Meter, erfasst das der CoronaTracer anonym. (Foto: Inform)
Therese Meitinger

Der Aachener IT-Anbieter Inform bringt in Kooperation mit dem niederländischen Unternehmen SafeDrivePod einen „CoronaTracer“ auf den deutschen Markt – so eine Mitteilung vom 12. Mai. Die kleinen Geräte sollen eine in Sachen Infektionsschutz praxistaugliche Alternative zu Tracking-Apps auf Smartphones darstellen. Indem sie Kontakte zwischen Mitarbeitern erfassen, könnten Unternehmen gezielt dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard nachkommen und Infektionsschutz gewährleisten, ohne pauschale Beschäftigungsverbote und Betriebsschließungen zu riskieren, argumentiert Inform.

CoronaTracer sind nach Anbieterangaben kleine, wartungsfreie Geräte etwa in der Größe einer Streichholzschachtel, die Mitarbeiter wie ihren Mitarbeiterausweis am Körper tragen. Sie zeichnen Inform zufolge Annäherungen auf weniger als zwei Meter zwischen Mitarbeitern anonym und ohne GPS auf. Dabei wird die Zuordnung jedes Geräts zu dem jeweiligen Mitarbeiter nach Anbieterangaben nur an einer vertrauenswürdigen Stelle im Unternehmen hinterlegt. Mithilfe der Geräte ließe sich bei Infektionsfällen die Kontaktpersonen der letzten zwei Wochen nachvollziehen und somit Gefährdungslagen beurteilen, so Inform.

„Covid-19 kam überraschend, doch Unternehmen sind dem Virus nicht hilflos ausgesetzt,“ sagt Dr. Jörg Herbers, Mitglied der Geschäftsleitung beim Softwarehersteller Inform. „Wir wollen Organisationen helfen, die aktuelle Krise zu meistern. Darum haben wir Lösungen entwickelt, die wir in diesen besonderen Zeiten schnell und unbürokratisch zur Verfügung stellen können.“

Die aufgezeichneten Daten werden laut Herstellerangaben nach Gerätecode gespeichert und nur im Falle einer Infektion von der zuständigen Personalabteilung ausgelesen, um eine mögliche innerbetriebliche Infektionskette nachverfolgen und die Ausbreitung des Virus stoppen zu können. Auf diese Weise könnten Betriebe ihren Verpflichtungen in Bezug auf Arbeits- und Infektionsschutz nachkommen, so Inform. Dabei sei weder die Installation mobiler Applikationen auf den privaten Smartphones der Belegschaft erforderlich, noch würden Daten außerhalb der Arbeitszeit aufgezeichnet. CoronaTracer können dem Hersteller zufolge als Stand-alone oder integriert mit Inform-Systemen für Personaleinsatz- und Schichtplanung betrieben werden.

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