Industriehafen Osnabrück: Vier Millionen Euro fließen in die Vertiefung des Hafenbeckens

Eine neuerliche Ausbaggerung des Industriehafens von Osnabrück soll wieder eine durchgängige Verladetiefe von 2,50 Metern garantieren. Diese größere Abladetiefe ermöglicht eine höhere Ladekapazität auf den Binnenschiffen.

Vertreter der Stadtwerke Osnabrück und der Hafenanrainer GMH Recycling, Kämmerer, Q1 und Bergschneider geben den Startschuss zur Vertiefung des Hafenbeckens in Osnabrück. (Bild: Stadtwerke Osnabrück)
Vertreter der Stadtwerke Osnabrück und der Hafenanrainer GMH Recycling, Kämmerer, Q1 und Bergschneider geben den Startschuss zur Vertiefung des Hafenbeckens in Osnabrück. (Bild: Stadtwerke Osnabrück)
Gunnar Knüpffer

Die Stadtwerke Osnabrück und vier große Hafenanrainer starten eine lang geplante Vertiefung des Hafenbeckens. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Ladekapazität der ein- und ausfahrenden Binnenschiffe besser auszulasten, und den Industriestandort Hafen stärken, kommunizierten die Stadtwerke Osnabrück am 22. Mai gegenüber der Öffentlichkeit. Bis in den Herbst hinein befreit ein spezieller Schwimmbagger den im Stadtwerke-Zuständigkeitsbereich liegenden Kanalabschnitt von der Haster Schleuse bis zum Hafenkopf von geschätzt rund 35.000 Tonnen Sedimente und Schlamm.

„Wir machen eine der Lebensadern unserer Stadt zukunftsfest“, sagte Stadtwerke-Finanzvorstand Dirk Eichholz beim offiziellen Startschuss der Baggerarbeiten.

Die ursprünglichen Planungen hatten einen Baustart bereits Ende 2021 vorgesehen. Doch teils Corona-bedingte Planänderungen sorgten für Verzögerungen bei dem Vorhaben, das nun jedoch beginnen kann.

Die Stadtwerke hatten das Hafenbecken zuletzt im Jahr 1998 ausbaggern lassen.

„Mit der neuerlichen Ausbaggerung garantieren wir wieder eine durchgängige Verladetiefe von 2,50 Metern“, erläutert Guido Giesen, Geschäftsführer der Stadtwerke-Hafenbetriebstochter EHB.

Mehr Abladetiefe schaffe eine vergrößerte Ladekapazität auf den Binnenschiffen, was den am Hafen ansässigen Unternehmen wiederum wirtschaftliche Vorteile bringe. Die vier Anrainer GMH Recycling, Kämmerer, Q1 und Bergschneider beteiligen sich daher an den Kosten der Hafenbeckenvertiefung.

Knapp vier Millionen Euro nehmen die fünf Partner für die Maßnahme in die Hand. Ein Großteil der Investitionssumme – fast 70 Prozent – kommt dabei aus Fördertöpfen des Landes Niedersachsen. „Unser gemeinschaftliches Engagement ist ein klares Bekenntnis zum nachhaltigen Güterverkehr über die Wasserstraße“, betont Stadtwerke-Vorstand Dirk Eichholz. Eine Schiffsladung entspreche gut 50 Lkw-Ladungen für die Rohstoffanlieferung. Durch den jährlichen Schiffsverkehr im Hafen werden somit knapp 45.000 Lkw-Bewegungen von der Straße geholt.

Vor der jetzt startenden Vertiefung hatten die Stadtwerke eine umfangreiche Kampfmittelsondierung durchführen lassen. Mehr als 160 identifizierte Verdachtspunkte wurden in den vergangenen Wochen von einer Spezialfirma angetaucht. „Bekanntermaßen war darunter ein Blindgänger – was zeigt, wie wichtig die Sondierung war“, betont EHB-Chef Giesen. Bei der jetzigen Ausbaggerung wird der anfallende Schlamm zunächst durchgesiebt, anschließend abtransportiert und fachgerecht entsorgt. „Hier haben wir mit der Firma Hülskens Wasserbau einen kompetenten Partner an der Seite.“

Neben der Hafenbeckenvertiefung setzen die Hafenanrainer auf eine weitere Maßnahme zur Standortsicherung: „Wenn die Schleusen durch eine andere Bauart der Tore um lediglich drei Meter auf 85 Meter verlängert würden, könnten auch die sogenannten Europaschiffe regulär in den Hafen einlaufen“, erläutert Giesen. Dies würde die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Hafen weiter stärken. Schließlich seien rund 2.500 Arbeitsplätze mit dem Hafen verknüpft. „Wir werden daher nicht müde, bei Bund und Land für den Schleusenumbau zu werben – insbesondere mit Blick auf die noch in diesem Jahr anstehende Revision der beiden Schleusen in Haste und in Hollage“.