Industrie 4.0: Siemens und Merck kooperieren zu M2M-Kommunikation

Beide Unternehmen wollen die Verankerung physischer Produkte in digitaler Welt mittels Smart Contracts, Blockchain und industriellem Edge-Computing vorantreiben.

Merck und Siemens streben eine Komplettlösung an, bei der sich Kunden von der Produktion bis hin zur Qualitätskontrolle im Labor auf eine zentrale, nicht manipulierbare Datenquelle verlassen können. (Grafik: Siemens)
Merck und Siemens streben eine Komplettlösung an, bei der sich Kunden von der Produktion bis hin zur Qualitätskontrolle im Labor auf eine zentrale, nicht manipulierbare Datenquelle verlassen können. (Grafik: Siemens)
Therese Meitinger

Das Pharmaunternehmen Merck und der Technologiekonzern Siemens planen auf dem Gebiet der Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) zusammenzuarbeiten. Gemeinsam wollen sie einer Pressemitteilung vom 28. Oktober zufolge Lösungen entwickeln, um in industriellen Wertschöpfungsketten das Vertrauen in den digitalen Datenfluss zwischen Maschinen stärken. Industriekunden könnten so strengere Vorschriften in der Wertschöpfungskette in verschiedenen Ländern einhalten und disruptive Geschäftsmodelle in verschiedenen Branchen anbieten – von der Lebensmittel- über die Pharma- und Elektro- bis hin zur Automobilindustrie, heißt es.

„Merck ist seit Jahrhunderten ein Garant für Qualität. Nun wollen wir dieses Wertversprechen auf die vernetzte Welt der digitalen M2M-Kommunikation übertragen“, sagte Laura Matz, Chief Science and Technology Officer von Merck.

In der Kooperation mit Siemens sehe man ein klares Potenzial, die Qualitätskontrolle und -sicherung in den unterschiedlichsten Branchen von Grund auf zu verändern, so Matz weiter.

„Wertschöpfungsketten und Produktlebenszyklen müssen transparenter und nachhaltiger werden. Dafür werden wir gemeinsam mit Merck eine völlig neue digitale Lösung entwickeln, mit der Maschinen vertrauenswürdig miteinander kommunizieren und beispielsweise Produktions- und Labordaten austauschen können“, sagte Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO von Digital Industries.

Framework für effizientere M2M-Kommunikation

Im aktuellen IIoT-Kontext tauschten Maschinen noch zu wenig Daten über die Qualität von Produkten aus, argumentieren die beiden Unternehmen. Die angestrebte Lösung solle daher ein Framework für eine effizientere M2M-Kommunikation bereitstellen. Hierzu soll die Lösung allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Parteien über eine zentrale Datenquelle (Single Source of Truth) den unmittelbaren Zugriff auf vertrauenswürdige Daten bieten. Kunden wären so in der Lage, Geschäftsmodelle wie Pay-per-Part oder Pay-per-Performance zu entwickeln, die auf Maschinen in einer IIoT-Infrastruktur basieren, heißt es.

Moderne Technologien wie Smart Contracts, Tokens, Blockchain und industrielles Edge-Computing machen es möglich, physische Objekte fest mit einer digitalen Identität zu verknüpfen und so die Transparenz und Authentizität von Informationen und physischen Objekten sicherzustellen. Dies erleichtere den Originalitätsnachweis und trägt zum Schutz vor Produktfälschungen bei, so die Kooperationspartner.

Merck und Siemens streben eine Komplettlösung an, bei der sich Kunden von der Produktion bis hin zur Qualitätskontrolle im Labor auf eine zentrale, nicht manipulierbare Datenquelle verlassen können. Siemens plant hierfür den Aufbau eines objektzentrierten IIoT-Datenökosystems, in dem Objekte in einer vertrauenswürdigen und gesicherten Umgebung Daten austauschen können. Außerdem wollen die Partner das Crypto-Anchor-Technologieportfolio von Merck mit dem bewährten Rückverfolgungssystem (Trusted Tracebility) von Siemens (ein End-to-End-System, mit dem sich der Produktstammbaum verfolgen lässt) kombinieren und deren nahtloses Zusammenspiel mittels Blockchain-Technologie ermöglichen.

Die Lösung soll skalierbar sein und entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt werden können. Stakeholder sollen zudem Zugriff auf sämtliche Daten aus allen Phasen des Produktlebenszyklus erhalten – vom Produktdesign bis hin zur Nutzung durch den Endverbraucher.

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