Industrie 4.0: Praxisbeispiele zum Digital-Gipfel

Die Plattform Industrie 4.0 präsentiert zum Digital-Gipfel Praxisbeispiele und Entwicklungspfade für eine ressourceneffiziente und CO2-neutrale Industrie 4.0

Die Plattform Indusrie 4.0 arbeitet unter anderem an einer Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0, mit deren Hilfe die digitale Arbeitswelt von morgen sozial nachhaltig gestaltet werden soll. (Symbolbild: Fotolia/ JürgenFälchle)
Die Plattform Indusrie 4.0 arbeitet unter anderem an einer Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0, mit deren Hilfe die digitale Arbeitswelt von morgen sozial nachhaltig gestaltet werden soll. (Symbolbild: Fotolia/ JürgenFälchle)
Melanie Wack

Re-Manufacturing, Lifecycle-Management und Sustainable Twin – die Plattform Industrie 4.0 zeigt zum Digital-Gipfel der Bundesregierung erste praktische Anwendungen und Entwicklungspotenziale einer nachhaltigen Industrie 4.0, das hat die Geschäftsstelle am 30. November vermeldet. Die Plattform arbeitet demnach zudem an einer Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0, mit deren Hilfe die digitale Arbeitswelt von morgen sozial nachhaltig gestaltet werden soll. Über das Projekt „GAIA-X“, die Industrial Digital Twin Association und als Impulsgeber zur Umsetzung von Ziffer 35c des Konjunkturpaketes, engagiert sich die Plattform laut Pressemeldung für eine breite Umsetzung digitaler Ökosysteme.

Nachhaltigkeit als Eckpfeiler

Durch die Corona-Pandemie und die sichtbaren Folgen des Klimawandels rückt Nachhaltigkeit als Eckpfeiler der gesellschaftlichen Werteorientierung immer stärker in den Fokus öffentlicher Debatten, heißt es in der Meldung. Das „Transformationsprojekt Industrie 4.0“ werde nur ein Erfolg, wenn ökonomische, ökologische und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit integrale Bestandteile des Wandels seien. Deshalb ist Nachhaltigkeit fest als Handlungsfeld im Leitbild 2030 der Plattform Industrie 4.0 verankert, so die Angaben. 

Dre Pfade zu einer ökologisch nachhaltigen Industrie 4.0

In den letzten Monaten hat die Plattform Industrie 4.0 nach Eigenangaben über 60 Beispiele für nachhaltige, digitale Produktion aus Unternehmen und Forschung zusammengetragen und analysiert. Die Sammlung zeige, dass Industrie 4.0 bereits heute eine ressourcenschonendere und klimafreundlichere Produktion möglich macht. Gleichzeitig kristallisierten sich der Mitteilung zufolge in der Analyse drei Entwicklungspfade hin zu einer ökologisch nachhaltigen Industrie 4.0 heraus:

  • Pfad 1: „Verbrauch senken, Wirkung steigern – Auf dem Weg zu einer ressourceneffizienten und CO2 neutralen, digitalisierten Produktion.“
  • Pfad 2: „Vom Massenprodukt zum transparenten Serviceangebot – Wie ein verändertes Wertversprechen digitale Geschäftsmodelle beeinflusst.“
  • Pfad 3: „Teilen und Vernetzen – Nachhaltig digital Wirtschaften heißt, zu kooperieren und in zirkulären Wirtschaftssystemen zu agieren“

Angepasste Strukturen und Methoden

Der Übergang in eine digitalisierte Industrie und der damit verbundene „skill shift“ könne demnach nur gelingen, wenn Arbeitsstrukturen und Qualifizierungsmethoden angepasst werden. In der Plattform Industrie 4.0 entwickeln deswegen Personal- und Bildungsverantwortliche, Betriebsräte und Sozialpartner derzeit gemeinsam eine „Charta für Lernen und Arbeiten in der Industrie 4.0“. Die Charta soll laut Mitteilung entlang der drei Dimensionen „Mensch“, „Technik“ und „Organisation“ Unternehmen und Beschäftigten helfen, die Transformation der Industrie 4.0 gemeinsam zu gestalten.

Dateninfrastruktur und offene Standards

Damit Industrie 4.0 ihr volles Potenzial – auch im Sinne der Nachhaltigkeit – entfaltet, ist eine breite Implementierung erforderlich, in der große Mengen an interoperablen Daten erzeugt, sicher gespeichert sowie intelligent genutzt werden, so die Mitteilung. Die Plattform engagiert sich deshalb nach eigenen Angaben im Projekt GAIA-X für eine sichere und vernetzte Dateninfrastruktur auf der Basis europäischer Werte.

Die Industrial Digital Twin Association

Zudem habe die Plattform die Gründung der Industrial Digital Twin Association (IDTA) mitinitiiert. Der Verein entwickelt den industriellen Digitalen Zwilling als Open-Source-Lösung weiter und bringt ihn in die Fläche, so die Mitteilung. Schließlich engagiere sich die Plattform für die breite Umsetzung von Industrie 4.0 in Schlüsselbranchen. Die „Task Force 35c“ der Plattform gebe außerdem Impulse für die Umsetzung des Programms „Zukunftsinvestitionen in der Fahrzeugindustrie“ im Rahmen von Ziffer 35c aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung – unter Berücksichtigung von GAIA-X, Digitalem Zwilling und Konzepten einer nachhaltigen Mobilität.

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