Indikator: Einbrechende Nachfrage reduziert Druck in Logistiknetzen

Laut der „EU Logistics Pressure Matrix“ der Digitalspedition Flexport hat das Verbrauchervertrauen in der EU einen Tiefstand erreicht.

Frachtrachten sind nach wie vor hoch, liegen aber mittlerweile unter ihren Höchstwerten, so Flexport. (Symbolbild: Aerial-drone / AdobeStock)
Frachtrachten sind nach wie vor hoch, liegen aber mittlerweile unter ihren Höchstwerten, so Flexport. (Symbolbild: Aerial-drone / AdobeStock)
Therese Meitinger

Die digitale Spedition Flexport mit Deutschlandsitz in Hamburg hat am 26. Juli ihre „EU Logistics Pressure Matrix“ veröffentlicht. Diese Erhebung zieht nach eigenen Angaben acht verschiedene Datenpunkte heran, um Herausforderungen darzustellen, denen sich logistische Netzwerke auf der Nachfrageseite gegenübersehen. Ebenfalls abgebildet werden demnach die Auswirkungen daraus auf verschiedene Verkehrsträger im Inbound-Verkehr in die Vereinigten Staaten.

Laut dem Indikator ist das Verbrauchervertrauen in der EU durch Inflationssorgen und die durch den Ukraine-Konflikt verursachten Unsicherheiten im Juni 2022 deutlich gesunken: Es erreicht einen Indikatorwert von -24 – und damit den niedrigsten Stand seit dem frühen Pandemietief im April 2020. Der 10-Jahres-Durchschnitt liegt Flexport zufolge bei -9,9.

Schlechte Stimmung im verarbeitenden Gewerbe

Ein ähnliches Stimmungsbild zeigt sich in der Industrie: Steigende Erzeugerpreise und die Sorge vor weiteren Verbraucherpreiserhöhungen angesichts der strafferen Geldpolitik der EZB haben den IFO-Index für die Stimmung im deutschen verarbeitenden Gewerbe im Juli auf -31 sinken lassen. Dies deute darauf hin, dass Unternehmen eine Verringerung der Produktionstätigkeit und damit eine geringere Nachfrage sowohl nach importierten Komponenten als auch nach Exportverkäufen planen könnten; dies könnte den Bedarf an Logistikdienstleistungen verringern, analysiert Flexport.

Das sinkende Vertrauen hat Einfluss auf die Logistiknetze, wie die Stimmungsindikatoren der Logistics Pressure Matrix von Flexport für die EU nahelegen: Der Druck lässt demnach nach, obwohl sich die Einzelhandelsumsätze noch nicht wieder auf das Vor-Pandemie-Niveau eingependelt haben und die Lagerbestände noch nicht wieder vollständig aufgefüllt sind. Die Frachtraten sind Flexport zufolge nach wie vor hoch, liegen aber trotzdem zehn Prozent unter ihrem Höchststand.

Zudem bewege sich die deflationierte Handelsaktivität, zu der auch die nicht containerisierte See- und Luftfracht gehöre, allmählich auf das Vor-Pandemie-Niveau zu, was ebenfalls auf einen geringeren Druck schließen ließe, so der Indikator. Die logistische Pünktlichkeit ist demzufolge immer noch schlechter als vor der Pandemie.

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