IFR-Zahlen: Logistik ist Top-Einsatzbereich für Service-Roboter

Laut einer Erhebung der International Federation of Robotics treibt vor allem der Fachkräftemangel den Absatz von Service-Robotern.

AMR sind ein typisches Beispiel für den Einsatz von Servicerobotern in der Logistik. (Symbolbild: Phonlamaiphoto /AdobeStock)
AMR sind ein typisches Beispiel für den Einsatz von Servicerobotern in der Logistik. (Symbolbild: Phonlamaiphoto /AdobeStock)
Therese Meitinger

Die Zahl der Service-Roboter für den professionellen Einsatz ist weltweit um 48 Prozent auf insgesamt 158.000 verkaufte Einheiten gestiegen. Personalmangel veranlasst viele Unternehmen dazu, mit Service-Robotern zu automatisieren. Das geht aus einer Erhebung der International Federation of Robotics (IFR) hervor, die am 12. Oktober veröffentlicht wurde.

„Die Service-Roboter-Branche entwickelt sich rasant“, sagt IFR-Präsidentin Marina Bill. „Der Mangel an Fachkräften und die Schwierigkeit, Servicestellen mit Personal zu besetzen, steigern die Nachfrage. Die IFR hat weltweit fast 1.000 Anbieter von Servicerobotern identifiziert, die automatisierte Dienstleistungen anbieten."

Top-5 Anwendungen für professionelle Service-Roboter

Auf mobile Roboterlösungen in Transport und Logistik entfällt der IFR zufolge der größte Marktanteil: Mehr als jeder zweite professionelle Service-Roboter wird demnach für den Transport von Waren oder Gütern eingesetzt. Mit gut 86.000 verkauften Einheiten stieg der Absatz im Jahr 2022 in diesem Segment um 44 Prozent. Besonders dynamisch entwickelten sich laut dem Verband der Absatz von Robotern, die in offenen Innenräumen mit Publikumsverkehr arbeiten: Die Zahl stieg um 78 Prozent auf knapp 37.300 verkaufte Einheiten. Viele dieser Roboter werden für die Lieferung von Speisen und Getränken in Restaurants eingesetzt.

Roboter im Hotel- und Gastgewerbe erfreuen sich nach der Erhebung einer stark steigenden Nachfrage: Im Jahr 2022 wurden mehr als 24.500 Einheiten (+125 Prozent) verkauft. Roboter als mobile Stationen für Informationen und Telepräsenz machten den Großteil dieser Sparte aus, so die IFR.

Die Verkäufe von Medizinrobotern gingen um vier Prozent auf etwa 9.300 Stück zurück. Fast 4.900 Operationsroboter (+ fünf Prozent) wurden verkauft, der Absatz von Robotern für die Rehabilitation und nichtinvasive Therapie fiel aber um 16 Prozent auf 3.200 Stück.

Der Absatz von Robotern in der Landwirtschaft stieg nach IFR-Angaben mit fast 8.000 ausgelieferten Einheiten um 18 Prozent. Mehr als 5.800 Roboter (+ neun Prozent) wurden für landwirtschaftliche Aufgaben wie Melken und Stallreinigung verkauft. Der Mangel an Arbeitskräften in landwirtschaftlichen Regionen und der Trend zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft machten Service-Roboter zu einem wichtigen Akteur auf diesem Markt, heißt es.

Die Zahl der professionellen Reinigungsroboter stieg laut IFR um acht Prozent und erreichte fast 6.900 verkaufte Einheiten. Bodenreinigung ist hier mit einem Plus von zehn Prozent und 4.900 verkauften Einheiten die am stärksten nachgefragte Anwendung. Dies entspricht mehr als 70 Prozent der Auslieferungen in dieser Anwendungsgruppe.