IFOY AWARD 2022: Testberichte zu den nominierten Intralogistik-Lösungen

Die IFOY Innovation Checks zu den 14 Geräten und Lösungen, die im Intralogistik-Wettbewerb IFOY AWARD 2022 nominiert worden sind, stehen zur Verfügung.

 

 

Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year (IFOY) AWARD hat sich auf die Fahnen geschrieben die besten Intralogistikprodukte und Systemlösungen des Jahres auszuzeichnen. (Bild: IFOY AWARD)
Der International Intralogistics and Forklift Truck of the Year (IFOY) AWARD hat sich auf die Fahnen geschrieben die besten Intralogistikprodukte und Systemlösungen des Jahres auszuzeichnen. (Bild: IFOY AWARD)
Redaktion (allg.)

14 Geräte und Lösungen von insgesamt zwölf Intralogistikanbietern sind für den IFOY AWARD 2022 nominiert. Am 30. Juni 2022 werden die Gewinner der jeweiligen Kategorien (Special Vehicle / Warehouse Truck, AGV / AMR, Robot, Integrated Warehouse Solution, Special of the year und Start-up of the year) im Rahmen der Preisverleihung in München bekannt gegeben.

Im Folgenden können Sie bereits die IFOY Innovation Check-Berichte der nominierten Produkte und Lösungen lesen, die im Rahmen der IFOY Test Days 2022 im März in Dortmund erstellt wurden. Untersucht wurden die Punkte Marktrelevanz, Kundennutzen, Neuheitsgrad und Funktionalität / Art der Umsetzung.

Wertetabelle:
++ sehr gut / + gut / Ø ausgeglichen / - weniger / - - nicht vorhanden

Hinweis: Die Berichte sowie die Soft und Hard Facts sind Anhaltspunkte für die Jury. Sie geben keine Auskunft darüber, wer der Sieger ist.

Kategorie: Special Vehicle / Warehouse Truck

 

IFOY Innovation Check: Cargotec, MOFFETT E5 25.4 NX

Cargotec, MOFFETT E5 25.4 NX

Bild: MOFFETT

MARKTRELEVANZ
Mit dem E5-25.4 NX reagiert MOFFETT weiter auf die Nachfrage nach individueller Lieferung von Gütern unter modernen Anforderungen. Die umweltschonende Variante des Mitnahmestaplers erreicht einen neuen Leistungsbereich und ist nun auf Augenhöhe mit dieselbetriebenen vergleichbaren Fahrzeugen. Der Kreis der Interessenten wird damit weiter zunehmen, wodurch eine hohe Marktrelevanz gesehen wird.

KUNDENNUTZEN
Der Nutzer kann durch den emissionsfreien Betrieb verschiedenste Güter in Lastbereichen bis 2,5 t sehr flexibel bei beengten Platzverhältnissen im Außen- und Innenbereich bewegen. Durch den elektrischen Antrieb entfallen hier die üblichen Restriktionen bei der Befahrung von Innenbereichen. Eine weiterentwickelten Manövrierbarkeit mit 4-Wege- Lenkung sowie die gesteigerte Leistung lassen nun eine problemlose Traktion auf verschiedenen Untergründen auch bei größeren Steigungen zu. Die wesentlich geringere Geräuschemission des Staplers bietet eine hohe Steigerung der tageszeitlichen Flexibilität von Lieferungen. Darüber hinaus führen die geringeren Betriebskosten nach überschaubarer Betriebszeit zu einer positiven Kosten-Nutzen-Bilanz.

NEUHEITSGRAD
Gegenüber dem Vorgängermodell sind weitere technische Details hinzugekommen, die den E5-25.4 NX weiterhin als innovativ erscheinen lassen. Die erhöhte Leistungsfähigkeit führt dazu, dass das Gerät im direkten Vergleich mit dem dieselbetriebenen M5-NX, keine Nachteile aufzeigt. Eine multidirektionale Antriebslösung für lange Güter und weitere Möglichkeiten flexible Hubmasten einzubinden sind Beispiele für innovative Erweiterungen der E-Serie von MOFFETT.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Der E5-25.4 NX besticht erwartungsgemäß durch eine solide und zugleich hochwertige Ausführung, die den hohen Anforderungen an Mitnahmestapler mehr als gerecht wird. Die vollelektrische Ausführung kann in Hinblick auf Bedienkomfort und Steuerungsempfindlichkeit mit anderen bereits elektrifizierten innerbetrieblichen Flurförderzeugen verglichen werden. Die Funktionen wurden erweitert und bieten mehr Flexibilität für bspw. lange Güter auf verschiedensten Gelände.

FAZIT
MOFFETT zeigt, dass die technische Entwicklung nicht stehen bleibt und liefert erneut einen überzeugenden Kandidaten für den IFOY AWARD.

Marktrelevanz: +
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

 

IFOY Innovation Check: Jungheinrich, ERD 220i
Jungheinrich ERD 2201

Bild: Jungheinrich

MARKTRELEVANZ
Der intensive Warenumschlag über Lkw und Paletten sowie innerbetriebliche Transportaufgaben sind die Stärke des ERD 220i von Jungheinrich. Den steigenden Anforderungen hinsichtlich Sicherheit und Platzbedarf in diesem Bereich steht der Doppelstockstapler mit Bravour entgegen. Es wird daher eine sehr große Marktrelevanz gesehen. Die deutlichen Vorteile des Gerätes führen dazu, dass bestehende Produkte ersetzt werden bzw. nicht mehr attraktiv für die geforderten flexiblen Aufgaben sind.

KUNDENNUTZEN
Der ERD 220i gibt dem Nutzer mehr Flexibilität und Sicherheit. Die Kompaktheit, die einzigartig in dieser Klasse ist, erhöht die Manövrierfähigkeit bei gleichzeitig maximaler Sicherheit für den Bediener. Der seitliche und rückwärtige Schutz um die Standplattform sind bei vergleichbaren Geräten nur bei einer größeren Gesamtlänge von 20 Zentimeter und mehr zu finden. Angesichts der engen Platzverhältnisse beim Be- und Entladen von Lkw sind dies entscheidende Vorteile für den Kunden. Zusätzlich werden die Mitarbeiter durch intelligente Funktionen entlastet, womit den Anforderungen an Ergonomie entsprochen wird.

NEUHEITSGRAD
Die erreichte Kombination von Kompaktheit, Sicherheit und Ergonomie sind in dieser Klasse ohne Zweifel als neu zu bewerten. Die in anderen Gerätetypen bereits umgesetzte integrierte Lösung für Li-Ion Batterien ist beim ERD 220i erstmals umgesetzt und führt zu deutlichen Vorteilen. Innovative Funktionen, wie Ultraschallsensor zur Geschwindigkeitsreduzierung und Beleuchtung beim Befahren von Lkw unterstreichen den innovativen Charakter des Gerätes.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Der ERD 220i ist mustergültig umgesetzt. Die im Hause Jungheinrich gefertigten Batterien sind im Fahrzeugchassis integriert, was zur wesentlichen Reduktion der Gesamtlänge beigetragen hat. Es wurde jedoch zusätzlich jeder weitere Zentimeter herausgeholt. Ein abgeändertes Hubgerüst mit innen liegenden Gabelträger brachte bspw. weitere Längeneinsparungen. Die Neukonstruktion führt zur einem sehr tiefen Schwerpunkt, was die Stabilität beim Fahren merklich verbessert. Die Bedienung ist intuitiv einfach und kann durch kleine Zusatzfeatures, wie speicherbare Hubhöhen weiter vereinfacht werden.

FAZIT
Der ERD 220i überzeugt auf ganzer Linie und wird als Favorit in seiner Kategorie gesehen.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

 

Kategorie: Automated Guided Vehicle (AGV / AMR)

 

IFOY Innovation Check: Jungheinrich, EKS 215a

Jungheinrich, EKS 215a

Bild: Jungheinrich

MARKTRELEVANZ
Das Fahrerlose Transportfahrzeug (FTF) EKS 215a von Jungheinrich repräsentiert eine wesentliche Weiterentwicklung in Richtung Kompaktheit bei hohen Leistungsdaten im Bereich automatisierter Logistik. Dadurch werden für den Markt weitere Möglichkeiten geschaffen, herkömmliche Ein- und Auslagerungsprozesse auch bei engen Platzverhältnissen zu automatisieren. Beispielsweise sind Lager, in denen Schubmaststapler zum Einsatz kommen, kein Hindernis für dieses kompakte FTF. Der EKS 215a bedient damit den steigenden Bedarf an Automatisierung aufgrund Fachkräftemangel und Einsparbedarf.

KUNDENNUTZEN
Die Kunden profitieren von extrem kompakten Dimensionen bei einer möglichen Hubhöhe bis 6 m und einer Resttragfähigkeit von 700 kg in dieser Höhe, was bei FTF mit freitragenden Gabeln einen Benchmark darstellt. Es ist darüber hinaus eine große Robustheit zu erwarten, da beim EKS 215a auf bewährte Komponenten der Flurförderzeuge aus dem Hause Jungheinrich zurückgegriffen wurde und nicht alle Baugruppen gänzlich neu entwickelt werden mussten. Das Steuerungssystem sowie die Fehleranalyse sind über das Bedienkonzept sehr nutzerfreundlich realisiert worden.

NEUHEITSGRAD
Neben der Kombination aus geringer Baugröße und den hohen Leistungsdaten sind die Applikation der Sicherheitssensoren, geschützt unter dem Fahrzeug, sowie das benutzerfreundlicher Bedieninterface als wesentliche Innovationen einzuschätzen.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Das EKS 215a beeindruckt durch sehr gute qualitative Umsetzung. Es wurden keine experimentellen Kompromisse eingegangen und auf bewährte Komponenten gesetzt. Eine genaue Positionierung der Beladung in großen Hubhöhen wird durch den Reflektor-Scanner sichergestellt und stellt ein Beispiel für erwarteten fehlerarmen Betrieb dar.

FAZIT
Eine würdige IFOY Nominierung, die sich zu den Besten zählen darf.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

 

IFOY Innovation Check: Locus Robotics, Locus Robotics AMR Solution

Locus Robotics, Locus Robotics AMR Solution

Bild: Locus

MARKTRELEVANZ
Hinsichtlich Markrelevanz trifft die AMR Solution von Locus den Nagel auf den Kopf. Die massive Steigerung des Onlinehandels erfordert kostengünstige Lösungen zur Steigerung des Durchsatzes, was mit der Gesamtlösung von Locus beeindruckend realisiert wurde. Durch das moderne Geschäftsmodell ist die Lösung auch für kleinere Unternehmen darstellbar. Daher wird die Marktrelevanz als sehr hoch eingeschätzt. Zusätzlich wird der nachhaltige Umgang mit den Geräten durch Wiederverwendung und Aufarbeitung dem Trend der Zeit gerecht, was die Lösung noch interessanter macht.

KUNDENNUTZEN
Kunden profitieren in vielerlei Hinsicht und im großen Maße von der AMR Solution. Es ist eine Steigerung der Produktivität zu erwarten bei einer gleichzeitigen Entlastung der Mitarbeiter. Darüber hinaus genießen die Kunden bei Bedarf einen vollumfänglichen Service, können innerbetriebliche Leistungsdaten überwachen und das Softwaresystem nutzen, um Arbeitsabläufe zu optimieren. Die Darstellung anhand von Referenzprojekten überzeugt vollumfänglich und zeigt den Nutzen für den derzeitigen Boom im Online-Handelsgeschäft. Enormes Kundeninteresse wird auch in der Flexibilität gesehen. Ein unkompliziertes Erweitern oder Reduzieren der Geräteflotte bei schwankendem Saisongeschäft ist ohne finanzielles Risiko möglich und entspricht dadurch den modernen Anforderungen in diesem Bereich.

NEUHEITSGRAD
Das Gesamtsystem beeindruckt an Vielschichtigkeit und ist als hoch innovativ einzuschätzen. Ohne komplexe Technik werden die Roboter effizient zur Produktivitätssteigerung genutzt und lassen sich darüber hinaus intuitiv bedienen. Die Interaktion Mensch-Maschine wurde hier für eine praktische Anwendung auf das Notwendigste beschränkt und sehr gut umgesetzt. Hier trifft Innovation auf wirklichen praktischen Nutzen. Eine innovative Erleichterung ist das Arbeiten mit den persönlichen individuellen Tags, die etwa die Nutzeroberfläche umgehend auf die richtige Sprache des Mitarbeiters anpasst.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Durch eine professionelle Präsentation aller Aspekte, konnte die AMR Solution von Locus sehr gut nachvollzogen werden. Der Umgang mit den Geräten beim Kommissionieren ist sehr einfach und die flexible Reaktion auf Hindernisse erfolgt ohne Probleme. Die Geräte selbst sind auf die wesentlichen Dinge beschränkt und machen deutlich, dass ein effizienter Einsatz von Hard- und Software einen großen Effekt haben kann.

FAZIT
Die sensationelle AMR-Solution von Locus stellt eine hervorragende Reaktion auf derzeitige Marktanforderungen dar.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: ++
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

Kategorie: Robot

 

IFOY Innovation Check: Robominds, robobrain.NEUROS

robominds, robobrain.NEUROS

Bild: Robominds

MARKTRELEVANZ
Das herstellerneutrale neuronale Roboterbetriebssystem für intelligente Robotik NEUROS zielt darauf ab, flexible Roboterprozesse für Materialfluss und Fertigung als Antwort auf kürzer werdende Produktzyklen und die Kleinstserienproduktion bereitzustellen. Hierbei adressiert NEUROS nicht nur verschiedenste logistische Prozesse in den Bereichen Warenlager, Pharma und Food, sondern auch in der Produktionsintralogistik bis hin zu Montage-Skills. Die sehr große Marktrelevanz ergibt sich aus der Breite der Anwendungen und unterstützten Robotersysteme und dem Selbstverständnis als Technologieausrüster von Systemintegratoren.

KUNDENNUTZEN
Der Anwender profitiert vom in wiederverwendbaren Roboter-Skills gekapselten Prozesswissen, welches für individuelle Automatisierungssysteme im Skill-Store gekauft anstatt entwickelt, sowie parametriert und konfiguriert statt programmiert wird. Dies ermöglicht die schnelle Einrichtung neuer Prozesse und die langfristig flexible Nutzung vorhandener Hardware für verschiedenste Aufgaben. Aufgrund der herstellerübergreifenden Einsetzbarkeit bietet der Skill-Store auch Entwicklern ein Ökosystem zur Vermarktung neuer Fähigkeiten.

NEUHEITSGRAD
Offene Roboterbetriebssysteme mit Skill-Bibliothek sind zwar teilweise auch zuvor realisiert worden (zum Beispiel ROS), jedoch nicht durchgängig mit dem technischen Qualitätsanspruch wie bei NEUROS. Als Innovation ist die tiefgreifende Unterstützung von KI-Methoden hervorzuheben. Dank einer Physiksimulation können neue Roboter-Skills in wenigen Stunden ohne Realdaten entwickelt und trainiert werden. Dabei bleibt die Bedienung stets übersichtlich und beherrschbar. Eine weitere Besonderheit besteht in der Qualitätssicherung von Softwarebeiträgen externer Entwickler und der Zusicherung von Trusted KI nach Europäischen Standards.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die Testroboter demonstrierten zuverlässig verschiedenste logistische Aufgaben wie die modellfreie Produktvereinzelung, das Palettieren von Paketen oder das Umsortieren von Reagenzgläsern. Der besondere Fokus auf Stabilität, Funktion und Sicherheit des Gesamtsystems zeigt sich auch in der Verwendung des eigens entwickelten KI-Industrie-PCs robobrain. Zudem implementiert NEUROS die Spezifika KI-basierter Lösungen zweckmäßig, marktorientiert und anwendungsnah, u.a. durch simulationsbasierte Trainingsmethoden, sinnvolle Softwarewerkzeuge, generische Basisfunktionen sowie die Einbeziehung des Hardware-Designs. Das System ist modular und technologieoffen gestaltet.

FAZIT
Die Marktrelevanz eines herstellerneutralen und zuverlässigen Robotik-Betriebssystems mit nativer Unterstützung KIbasierter Prozesse ist als sehr hoch einzuordnen. Wiederverwendbare Roboter-Skills, die Möglichkeit zur Nutzung von Daten und Erfahrungen über Herstellergrenzen hinweg sowie Trusted KI aus Deutschland bieten dem Kunden innovative Mehrwerte. Auch wenn nicht alle Ideen gänzlich neu sind, stellt deren hochwertige Umsetzung in NEUROS eine neue Qualität dar.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

 

IFOY Innovation Check: Stow Robotics, e.scala

stow robotic, e.scala

Bild: Stow Robotics

MARKTRELEVANZ
Stow Robotics zielt mit e.scala auf kleine und mittelgroße behälterbasierte Lagerautomatisierungslösungen nach dem Ware-zur-Person-Prinzip ab, welche aktuell insbesondere in den Wachstumsbranchen E-Commerce, Microfulfilment und Produktionsversorgung gefragt sind. Ein wirtschaftlicher Einsatz soll sich bereits ab 500 Lagerplätzen beziehungsweise 250
Quadratmeter Grundfläche einstellen; e.scala muss sich in diesem Bereich mit Systemen von AutoStore und Exotec messen. Marktpotenzial und -relevanz sind aufgrund der Besonderheiten des Systems als hoch zu erwarten.

KUNDENNUTZEN
Das Rampensystem für den Wechsel der Roboter zwischen den Lagerebenen ermöglicht es, auf Lifte, starre Fördertechnik sowie Elektrifizierung des Lagerbereichs zu verzichten und damit eine geringe Systemkomplexität bei geringen Investitions-, Betriebs- und Wartungskosten zu realisieren. Die Standardisierung erlaubt eine schnelle Realisierung und Inbetriebnahme innerhalb von nur drei Monaten. Der Lagerkubus kann in Höhe, Breite und Länge recht frei skaliert werden und erlaubt eine gewisse Flexibilität bei der Wahl zwischen Lagerdichte und Leistung. Vorteile gegenüber AutoStore bestehen in der höheren Nutzlast, schnelleren Reaktionszeit, dem höheren Durchsatz sowie der besseren Redundanz. In bestimmten Konfigurationen sollen sogar höhere Lagerdichten erreichbar sein.

NEUHEITSGRAD
Die Innovation besteht vor allem in der geringen Systemkomplexität bedingt durch den Einsatz der Rampen. Die Roboter sind die einzigen aktuierten Einheiten im Lagergerüst, wodurch die Lösung hervorragend bei moderaten Kosten skaliert. Zusätzlich besteht eine erhöhte Redundanz, da jeder Behälter im System über multiple Wege erreichbar ist. Behälter können an drei Stellen im System flexibel sequenziert werden, was jedoch keine Innovation gegenüber anderen Systemen darstellt. Das Lademanagement der Roboter ist hervorragend durch Supercaps gelöst, die während des Pickvorgangs in acht Sekunden für zwölf Minuten Betriebszeit schnellaufgeladen werden, wodurch eine echte 24h-Verfügbarkeit der Roboter gewährleistet ist.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die Funktionsweise des Testsystems wurde erfolgreich demonstriert. Der Roboter mit Zwei-Wege-Fahrwerk wechselte sicher mit und ohne Ladung über die Rampen die Lagerebenen. Abgesehen von der integrierten Hubfunktion zur Aufnahme der Kisten sind die Roboter einfach und robust gehalten. Über das Schienensystem können die Roboter auch in der Vorzone eine Sequenzierung durchführen sowie zur Produktionsversorgung in andere Gebäudebereiche fahren.

FAZIT
Der spezifische Kundennutzen von e.scala ist vor allem für kleine und mittelgroße Anlagen gegeben, die aufgrund der Einfachheit und Standardisierung der Lösung schnell und kostengünstig realisiert werden sollen. Das System ist technisch simpel und solide aufgebaut und besticht durch seine Flexibilität bei der Wahl zwischen Lagerdichte und Leistung sowie durch die vergleichbar hohe Redundanz auch bei Ausfall einzelner Robotereinheiten.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

 

Kategorie: Integrated Warehouse Solution

 

IFOY Innovation Check: SSI Schäfer, IKEA Project Flat Pack Picking

SSI SCHÄFER, IKEA Project Flat Pack Picking

Bild: Inter IKEA Systems B.V.

MARKTRELEVANZ
Die Herausforderung der Kommissionierung großer und zugleich kartonverpackter Pakete ist in der Logistik lange bekannt. In der Regel müssen dafür Teams aus zwei Kommissionierern oder ein Kommissionierer mit einer mechanischen Hubhilfe, wie beispielsweise einem Balancer, eingesetzt werden. Für dieses Marksegment ist die vorgestellte Lösung sehr attraktiv. Eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist jedoch die zuverlässige und stabile Kartonverpackung, um den Greifvorgang mit Vakuumsauggreifern umzusetzen.

KUNDENNUTZEN
Wenn die genannte Voraussetzung erfüllt ist, bietet die Lösung sowohl einen ergonomischen Nutzen durch die Entlastung der Mitarbeiter als auch einen Nutzen durch die automatische Bereitstellung der Artikelpaletten zur Kommissionierung. Die letztgenannte Funktion reduziert die Belastung des Versorgungslagers für die Kommissionierung, da die Artikelpaletten entsprechend ihrer Zugriffshäufigkeit in der Bereitstellung für das Flat Pack Picking vorgehalten und zeitpunktgenau für den Zugriff bereitgestellt werden. Zusammen mit der genau vorgegebenen Stapelreihenfolge und die automatisierte Bewegung der Kundenauftragspalette durch das Kommissioniersystem ergibt sich ein stabiler und zuverlässiger Aufbau der Ladung.

NEUHEITSGRAD
Die bekannte Kommissionieraufgabe des Flat Pack Picking wurde bisher noch nie so konsequent und effizient in einer Automatisierung umgesetzt. Die geschickte Gestaltung des Materialflusses der Artikelpaletten verbunden mit der flexiblen Greiftechnik für die Handhabung der kartonverpackten Pakete machen den hohen Innovationsgrad aus, der bisher nicht erreicht wurde.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die Funktionen sind sehr gut und sachgerecht für den Anwendungsfall bei IKEA ausgelegt. Entsprechend der Angaben des Entwicklers SSI und des Anwenders IKEA resultiert die Begrenzung des erzielbaren Durchsatzes nicht aus den Robotern mit ihren Greifern sondern aus den Kapazitäten zur Querverteilung der Kundenauftrags- und der Artikelpaletten mit Verteilwagen. Für einen allgemeinen Anwendungsfall besteht demnach noch Potenzial, die Funktion anpassungsfähiger für verschiedene Auftragszusammensetzungen zu gestalten.

FAZIT
Nicht alle interessierten Anwender werden die Voraussetzungen stabiler und ebener Kartonverpackungen haben. Wenn diese jedoch gegeben sind, handelt es sich um eine relevante und innovative Lösung zur effizienten Kommissionierung.

Marktrelevanz: Ø
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: ++
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

 

IFOY Innovation Check: Still, Automatiklager-Erweiterung bei Hase Safety Gloves

STILL, Automatiklager-Erweiterung bei Hase Safety Gloves

Bild: Hase

MARKTRELEVANZ
Die Erweiterung bestehender Logistikstandorte ist ein häufig in der Praxis auftretender Fall. Die Veränderung der eigenen Produkte oder Produktionsabläufe, aber vielleicht noch mehr das geänderte Verhalten der Kunden mit dem Fokus auf Produktverfügbarkeit und kurzfristige Belieferung machen häufig Änderungen erforderlich. Von Änderungen betroffen können dann sowohl der Aufbau als auch die Abläufe sein. Das Beispiel bei der Firma Hase zeigt einen besonderen Fall auf, da die Möglichkeiten der Anpassungen im Layout sehr stark durch die verfügbare Grundfläche für Erweiterungen eingeschränkt waren. Außerdem hat der Eigentümer den unbedingten Willen zur Automatisierung an erste Stelle gebracht, wohingegen die Wirtschaftlichkeit einer Anwendung bei den meisten Anwendern die höchste Priorität einnimmt. Aus genannten Gründen ist die Marktrelevanz deshalb als gut zu bewerten, da die Lösung nicht uneingeschränkt auf die meisten Erweiterungsfälle übertragbar ist.

KUNDENNUTZEN
Gemessen an den eigenen Zielen hat der Kunde Hase sicher seine Ziele im hohen Maße erreicht. Mit Blick auf den allgemeinen Fall resultiert aus den zuvor genannten Gründen aber eine Beschränkung auf einen guten Kundennutzen.

NEUHEITSGRAD
Die spezifische Erweiterung des Lagers bei der Firma Hase ist gut gelöst und die Umsetzung mit hochmodernen Fahrzeugen auch auf aktueller Höhe der verfügbaren Technologien. Die Innovation resultiert aus der sachgerechten Kombination der bekanntermaßen gut funktionierenden Gewerke in einem sehr stark limitierten Umfeld. Ähnliche Lösungen konnten aber bereits vorher mit verfügbaren Geräten erzielt werden.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die vielfältigen Einschränkungen der Erweiterung im Bestand wurden bei der Realisierung der Lösung gut berücksichtigt. Die Lösung bietet viele Funktionen für den Betreiber und stellt ihm alternative Nutzungsmöglichkeiten der Fahrzeuge als Redundanz oder zum Abfangen von Leistungsspitzen zur Verfügung.

FAZIT
Die Erweiterung im Bestand ist beeindruckend und die Umsetzung mit hochmodernen Fahrzeugen gut gelöst. Die Innovation resultiert aus der guten Kombination der bekanntermaßen gut funktionierenden Gewerke in einem sehr stark limitierten Umfeld.

Marktrelevanz: +
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: Ø
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

 

Kategorie: Special of the Year

 

IFOY Innovation Check: Sick, PACS (PAllet Classification System)

SICK, PACS (PAllet Classification System)

Bild: Sick

MARKTRELEVANZ
Vor dem Hintergrund des enormen Umschlages von Gütern aller Art auf verschiedenen Palettentypen wird für das PAllet Classification System von Sick eine sehr hohe Marktrelevanz gesehen. Eine Optimierung des Palettenhandlings kann in vielen Bereichen für eine hohe Anzahl an Kunden vorteilhaft sein. Die Einsparpotenziale in Form von der realisierten Automatisierung eines bisher manuellen Arbeitsprozesses und der kontrollierten Bepfandung lassen ein hohes Interesse erwarten.

KUNDENNUTZEN
Die Anwender profitieren letztendlich von der Kosteneinsparung. Paletten müssen beim Wareneingang nicht manuell erfasst werden und können mit dem System automatisiert erkannt und klassifiziert werden. Pfandpaletten können mit hoher Genauigkeit zugeordnet werden, was für Unternehmen weitere Einsparpotenziale mit sich bringt. Die Erweiterbarkeit des KNN-basierten Systems in Hinblick auf Fehlererkennung ist zusätzlich hervorzuheben. Fehlerhafte Paletten können rechtzeitig erkannt werden, wodurch man vor nachgelagerten Arbeitsprozessen reagieren und eventuelle Stillstandzeiten vermeiden kann.

NEUHEITSGRAD
Die Bildverarbeitung mittels künstlicher neuronaler Netze (KNN) ist an sich nicht neu, stellt aber hier in der praktischen Anwendung eine innovative Lösung zur Palettenklassifikation dar. Für die Zukunft ist das System gut gerüstet und kann für neue Palettentypen bis hin zur digitalen Palette (zum Beispiel iPAL) erweitert werden. Zusätzliche Kenndaten können in die Erfassung eingebunden werden und für die kundenspezifischen Systeme weitergegeben werden.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Das System erscheint in seiner Umsetzung sehr gut und kann flexibel an der Fördertechnik positioniert werden. Die Bilderfassung beschränkt sich auf die seitliche Erfassung der Palette. Die Erkennungsgenauigkeit ist dabei abhängig vom hinterlegten trainierten KNN, was jederzeit für zum Beispiel neue Palettentypen nachtrainiert werden kann.

FAZIT
Das PAllet Classification System von Sick ist zweifelsohne ein verdienter Nominierter für den IFOY AWARD der hohe Einsparpotenziale für viele Bereiche verspricht.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

 

IFOY Innovation Check: Still, DSR (Descent Speed Regulation)

STILL, DSR (Descent Speed Regulation)

Bild: Still

MARKTRELEVANZ
Die Entwicklung der Descent Speed Regulation unterstützt sehr gut die steigenden Sicherheitsanforderungen der Anwender und hilft Folgekosten durch fahrlässiges Fahrverhalten zu verhindern. Die möglichen Auswirkungen der Überschreitung zulässiger Höchstgeschwindigkeit von schweren Schleppzügen sind hoch und begründen damit eigentlich eine sehr hohe Marktrelevanz. Einschränkend ist anzumerken, dass Gefällestrecken für Schleppzüge nicht sehr weit verbreitet sind und die Entwicklung der DSR nicht überall zur Anwendung kommen muss.

KUNDENNUTZEN
Der unbestreitbare Nutzen resultiert aus der sicheren und zuverlässigen Erkennung von Steilstrecken und die lastabhängige Reduktion der Geschwindigkeit. Systeme zur generellen Geschwindigkeitsreduktion führen zu Durchsatzverlusten und zur Reduktion der Motivation der Fahrer, die sich durch ein solches System bevormundet fühlen und es gegebenenfalls abschalten. Die steigende Sicherheit für den Fahrer aber auch für unbeteiligte Verkehrsteilnehmer sind genauso hoch einzuschätzen wie die Folgekosten an Fahrzeugen oder dem Transportgut durch schwere Unfälle. Der Nutzen wird allenfalls eingeschränkt, da bereits die Materialflussplanung versucht, Gefällestrecken zu vermeiden, weshalb sie vergleichsweise selten im Anwendungsfeld vorkommen.

NEUHEITSGRAD
Die sichere und zuverlässige Erkennung sowohl der befahrenen Gefällestrecken als auch der anhängenden Last ist noch nie in vergleichbarer Weise gelöst worden. Die erfolgreiche Kombination existierender Sensorprinzipien und Messstrecken sowie ihre Auswertung in einer Recheneinheit führen zusammen mit einer leistungsfähigen Aktorik zu einer sehr guten Innovation.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die bereits benannte Erkennung und Auswertung der Fahrcharakteristik führt zu einem beeindruckenden Fahrverhalten, das auf einer Fahrstrecke mit 10% Gefälle gut nachvollziehbar erfahren werden konnte. Das Fahrerinformationsdisplay zeigt den Fahrmodus und die ermittelten Parameter an und macht damit das Verhalten des Assistenzsystems gut nachvollziehbar.

FAZIT
Das Produkt liefert eine innovative Lösung zur Vermeidung von Unfällen, die das tatsächliche Zuggewicht und die tatsächliche Neigung der Fahrstrecke ermittelt. Es ist nicht für alle Anwender relevant, hilft aber bei vorhandenen Gefällestrecken sicher und gut.

Marktrelevanz: +
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: ++
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

 

IFOY Innovation Check: Synaos, SYNAOS IMS – Vehicle Localization

SYNAOS, SYNAOS IMS – Vehicle Localization

Bild: Synaos

MARKTRELEVANZ
Das Lokalisierungssystem wurde entwickelt, um Stapler nachträglich mit einer ausreichend genauen, kostengünstigen und skalierbaren Lösung für das Positionstracking auszurüsten und in digitale Leitprozesse einzubinden. Bei einer Jahresproduktion von circa 1,5 Millionen Gabelstaplern und einer Mindestnutzungsdauer von 10 Jahren ergibt sich, auch forciert durch den Trend zum Mischbetrieb mit AGVs, ein sehr großer Markt mit hohem Bedarf an Digitalisierung aller Akteure im Warenlager.

KUNDENNUTZEN
Anwender profitieren von der schnellen Einrichtung, nahezu ohne Anpassung der Infrastruktur, sowie der einfachen Nutzbarkeit des Systems. Dadurch skaliert die Lösung ab Stückzahl 1 ohne nennenswerte Investitionskosten, da es als Localization-as-a-Service kostengünstig angeboten wird. Im Einsatz ermöglicht SYNAOS dem Nutzer statistische Analysen zur Flottenauslastung und Prozessoptimierung, die digitale Auftragssteuerung und das Monitoring, ein optimiertes Fahrverhalten von AGVs im Mischbetrieb, die Navigation der Stapler im Lager sowie automatische Scanprozesse zur Warenbuchung. Im Gegensatz zu kompakten UWB-Systemen (Ultra-Wideband) können mit SYNAOS jedoch nur Fahrzeuge, nicht aber Personen lokalisiert werden.

NEUHEITSGRAD
Die Lokalisierung intralogistischer Fahrzeuge auf Basis visueller Odometrie, also der Relativlokalisierung per Stereosehen mit gelegentlicher Absolutreferenzierung über Marker, ist in der Branche ein Novum. Die Technik selbst ist allerdings nicht vollständig neu und hat sich bereits beim autonomen Fahren bewährt. Vorteile gegenüber den üblichen laserscannerbasierten Verfahren mit Karte liegen in den geringeren Kosten sowie der Einfachheit und Robustheit des Ansatzes auch bei hoher Dynamik der Umgebung. Gegenüber UWB-basierten Lösungen besteht der Vorteil im geringen Anpassungsbedarf der Infrastruktur sowie den niedrigen Investitionskosten. Der Innovationswert besteht in einer zweckmäßig zwischen Lokalisierungsgenauigkeit (circa 25 Zentimeter) und Kosten austarierten Lösung.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Der solide Testaufbau des Sensorkits mit integrierter Recheneinheit stellte die Funktionalität des Systems überzeugend dar. Das energieeffiziente Nachrüstset benötigt nur eine Stromversorgung und kann über die WiFi-Infrastruktur eingebunden werden. SYNAOS bietet ein eigenes Auftrags- und Flottenmanagement an, kann sich aber auch per VDA 5050 mit anderen Systemen verbinden. Die Bedienschnittstellen sind nutzerzentriert und das geschlossene Sensorsystem gibt aus Datenschutzgründen keine Bilder nach außen, ermöglicht in Zukunft aber neue Zusatzfunktionen. Unklar ist noch der Wartungsaufwand bezüglich Verschmutzungen der Kamerasensorik.

FAZIT
Der Staplermarkt ist langfristig ein lukrativer Markt für SYNAOS. Der Kundennutzen ist aufgrund verbesserter Auftragsstatusinformationen, Statistiken und optimierter Verkehrsflussführung hoch. Der Neuheitsgrad des zuverlässig und robust implementierten Plug&Play-Systems ist in der Logistik gegeben.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

Kategorie: Start-up of the Year

 

IFOY Innovation Check: Magment, dynamic wireless charging for intralogistics vehicles

Magment, dynamic wireless charging for intralogistics vehicles

Bild: Magment

MARKTRELEVANZ
Das vorgestellte System von Magment generiert Einsparpotenziale in Hinblick auf Flottenreduktion verschiedenster Elektrofahrzeuge und deren Batteriegröße, die durch das dynamische Ladesystem erreicht werden können. Für eine breite Umsetzung werden durch die wesentlichen Änderungen im Gesamtsystem auch weitere Aspekte gesehen, wodurch die Marktrelevanz durchschnittlich bewertet wird. Die Ladestrecke muss so positioniert werden, dass die Fahrzeuge hinreichend oft darüberfahren, andernfalls ist ein großer Flächenanteil mit dem Ladesystem auszustatten Abhängig von der Applikation können schwankende Nachfragen von Artikeln/Gütern dazu führen, dass sich die stark frequentierten Bereiche verschieben und es dann zu notwendigen Zusatzfahrten kommen kann. Eine Umsetzung ist daher gegebenenfalls nicht für alle Anwendungen vorteilhaft.

KUNDENNUTZEN
Das dynamische Ladesystem birgt klare Vorteile für ein abgestimmtes Gesamtsystem. Ladezeiten, in denen die Fahrzeuge nicht zur Verfügung stehen, werden vermieden, wodurch die Anzahl Fahrzeuge reduziert werden kann. Darüber hinaus können Batterien kleiner dimensioniert werden, was insgesamt Kosten reduziert sowie einen Beitrag zur Nachhaltigkeit liefert. Vorgesehene Bereiche für stationäre Ladesysteme entfallen und die Produktivität kann gesteigert werden, da während der Arbeitsaufgabe geladen wird.

NEUHEITSGRAD
Das präsentierte System ist beeindruckend innovativ und setzt in hervorragender Weise physikalische Grundlagen um. Der magnetisierbare Beton mit ferromagnetischen Bestandteilen sorgt für einen nahezu konstanten Ladestrom entlang der Ladeplatte. Dies ist zweifelsohne eine neue Technologie und zusammen mit der robusten Integration in Industrieböden eine sinnvolle Innovation.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Das Prinzip der neuen Technologie wurde durch einen Demonstrationsaufbau sehr gut präsentiert und zeigte das Verhalten des Ladestroms beim Überfahren der Ladeplatten hervorragend auf. Mit den dazugehörigen Komponenten, teilweise noch als Prototypen, wurde der geplante Gesamtaufbau deutlich, welcher durch die Integration im Industrieboden eine hohe Robustheit verspricht.

FAZIT
Bei Magment wird Innovation großgeschrieben. Im richtigen Einsatzfeld eine vielversprechende Technologie, die zum IFOY AWARD perfekt passt.

Marktrelevanz: Ø
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: ++
Funktionalität / Art der Umsetzung: +

 

IFOY Innovation Check: Naise, NAiSE-TRAFFIC

NAiSE_NAiSE-TRAFFIC

Bild: Naise

MARKTRELEVANZ
Die Software NAiSE TRAFFIC übernimmt das Verkehrs- und Auftragsmanagement für verschiedene Fördersysteme in der Intralogistik. Insbesondere vor dem Hintergrund der VDA 5050 ist der Einsatz verschiedener Fahrzeugsysteme an einem Standort auf dem Vormarsch. Die Software erhebt den Anspruch, insbesondere mit Lokalisierungselementen auf Basis der UWB-Technologie die gemeinsame Nutzung von Verkehrsflächen durch Mitarbeiter, Flurförderzeuge mit Fahrern, Fahrerlose Transportfahrzeuge und auch Autonome Mobile Roboter (AMR) innerhalb von Gebäuden steuern zu können. Diese Aufgabe der Verkehrssteuerung ist für die effiziente und sichere Realisierung von Transportabläufen für die Intralogistik von herausragender Bedeutung, so dass die Marktrelevanz der Lösung als hoch einzuschätzen ist.

KUNDENNUTZEN
Der Nutzen für die Anwender resultiert aus der Möglichkeit, verschiedene Fahrzeugsysteme, egal ob manuell geführt oder klassisch automatisiert oder autonom gesteuert, auf gemischt genutzten Fahrwegen einsetzen zu können. Damit ist es dem Anwender selbst mit geringem Aufwand möglich, Konflikte beim Fahrzeugbetrieb zu vermeiden. Insbesondere unlösbare wechselseitige Behinderungen, so genannte Verblockungen, an Kreuzungen sowie an Aufnahme- oder Abgabepunkten sollten mit NAiSE TRAFFIC sicher verhindert werden können. Eine weitergehende Optimierung der Nutzung der Fahrwege kann durch NAiSE nicht erfolgen, da die jeweiligen Entscheidungen bezüglich der Fahrbewegungen der einzelnen Verkehrsteilnehmer erst durch die Lokalisierung für die Software sichtbar werden.

NEUHEITSGRAD
Die konsequente Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern ist attraktiv, wird aber bereits von anderen Softwareanbietern angeboten. In Kombination mit dem eigenen UWB-Lokalisierungssystem wird jedoch ein Neuheitsgrad erreicht, da beliebige Fahrzeuge und Personen lokalisiert werden, insofern sie jeweils mit einem UWBGerät ausgestattet sind.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die Funktionalität konnte am einfachen Testaufbau gut nachvollzogen werden. Die Aktualisierung der lokalisierten Verkehrsteilnehmer erscheint recht zügig. Trotzdem ist zu bewerten, dass die Funktionalität nur gegeben ist, wenn alle Teilnehmer mit einem UWB-Lokalisierungsgerät ausgerüstet sind und diese Anforderung im betrieblichen Alltag sicher realisiert werden kann. Im Vergleich zu herkömmlichen Softwarelösungen für das Verkehrs- und Auftragsmanagement ist die grafische Benutzeroberfläche mit den Layoutdarstellungen basierend auf Punktewolken andersartig gelöst. Für den regelmäßigen Nutzer erscheint diese Umsetzung aber aus ergonomischen Gründen nicht geeignet zu sein, da die intuitive Orientierung nicht einfach ist.

FAZIT
Auch vor dem Hintergrund der VDA 5050 sind sowohl die Marktrelevanz als auch der Kundennutzen als hoch einzuschätzen. Die genutzten Technologien damit verbunden die Innovation sind gemeinsam mit der Umsetzung als gut zu bezeichnen.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: +
Neuheits- / Innovationsgrad: +
Funktionalität / Art der Umsetzung: Ø

 

IFOY Innovation Check: Noyes Technologies, NoyesStorage

Noyes Technologies, NoyesStorage

Bild: Noyes

MARKTRELEVANZ
Noyes bietet kompakte und kostengünstige Lagersysteme in Kundennähe für den E- und Quick-Commerce. In Bezug auf Lagerdichte bei gleichzeitig hoher Bereitstellungsgeschwindigkeit und Flexibilität gibt es in diesem Segment derzeit keine vergleichbaren, wirtschaftlich einsetzbaren Lagerautomatisierungslösungen. Zusätzlich kann ein Nanolager auch in anderen Branchen wie dem Lebensmittelhandel, Postdienstleistungen, Medikamentenlager oder als Bauteillager in der Produktion eingesetzt werden. Dies lässt ein sehr hohes Marktpotential erwarten.

KUNDENNUTZEN
Für Kunden ergeben sich die Vorteile der Lagerflächenminimierung, der Reduktion der Anlieferfrequenz und dem Angebot von mehr Produkten auf gleichem Raum. Dabei stellt sich eine hohe Bereitstellungsperformance durch die automatische Sortierung nach Zugriffshäufigkeit ein. Die Kommissionierleistung soll sich dadurch verdoppeln und Pickfehler stark reduzieren. Die hochflexible Modulbauweise gestattet die Realisierung beliebiger Lagergeometrien in allen drei Dimensionen. In Kürze sollen zusätzlich ein effizientes Kühlsystem für Kühl- und Tiefkühlzonen sowie ein Pick-Roboter zur automatischen Kommissionierung angeboten werden.

NEUHEITSGRAD
Zwar sind die verwendeten Einzelkomponenten und Technologien für sich genommen jeweils keine außergewöhnliche Marktneuheit, jedoch stellt deren Kombination im Noyes Nanolager eine auf Kosten, Packdichte, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit, Einfachheit und Robustheit optimierte Innovation dar. Wirtschaftlich zu betreibende Automatiklager waren bislang im Segment von 10 bis 300 qm Grundfläche am Markt technologisch nicht verfügbar. Die Modulbauweise erlaubt den Einstieg zu minimalen Investitionskosten bei beliebiger zukünftiger Erweiterbarkeit im laufenden Betrieb.

FUNKTIONALITÄT / ART DER UMSETZUNG
Die gezeigte Lösung konnte technisch überzeugen, kann durch Laien aufgebaut werden, ist redundant umgesetzt und lässt aufgrund der Einfachheit der Fahrwerkskinematik und der Navigationslösung eine hohe Lebensdauer und Robustheit der Roboter erwarten. Die selbst entwickelten Roboter haben eine minimale Bauhöhe, fahren auf jeder Lagerebene zuverlässig unter den Ladungsträgern hindurch und heben diese für den Transport zu den Be- und Entladebalkonen am Rand des Lagers leicht an. Der Einsatz verschiedener Kistengrößen ist möglich. Die Bereitstellungszeit von zehn Sekunden pro Ladungsträger konnte am Testsystem noch nicht umfänglich geprüft werden.

FAZIT
Eine wirtschaftliche Automatisierung können Noyes Nanolager bereits ab zehn Quadratmeter Grundfläche bieten, was ein Novum im Bereich der Kleinstlager ist, zusammen mit weiteren Innovationen wie höchster Lagerdichte, hoher Freiheit beim Formfaktor des Lagers, hoher Flexibilität zwischen Lagerdichte und Performanz, Modularität, Skalierbarkeit, Einfachheit und minimalen Kosten. Durch diese einzigartige Kombination ist die Lösung nicht nur im stark wachsenden E- und Quick-Commerce-Markt für die Automatisierung lokaler Dark Stores hochinteressant.

Marktrelevanz: ++
Kundennutzen: ++
Neuheits- / Innovationsgrad: ++
Funktionalität / Art der Umsetzung: ++

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