Hypermotion 2020: Leichte E-Mobilität mit großen Potenzialen

Bereitschaft zum motorischen "Abrüsten" sahen die Diskutanten beim VISION mobility THINK TANK auf der Hypermotion 2020 in Frankfurt.

Leicht ist schwer gefragt: Die Teilnehmer der virtuellen Talk-Runde im Rahmen der Hypermotion waren sich einig, bei den LEVs, da geht was. (Bild: Screenshot/ HUSS-VERLAG)
Leicht ist schwer gefragt: Die Teilnehmer der virtuellen Talk-Runde im Rahmen der Hypermotion waren sich einig, bei den LEVs, da geht was. (Bild: Screenshot/ HUSS-VERLAG)
Redaktion (allg.)
(erschienen bei LOGISTRA von Redaktion (allg.))

Beim dritten THINK TANK von VISION mobility im Rahmen der Hypermotion 2020 in Frankfurt haben die Teilnehmer der Diskussionsrunde "Leichte Elektromobilität auf dem Sprung" die Potenziale der LEVs in den diversen Segmenten unterstrichen. Quer durch die Branchen beobachte man ein steigendes Interesse, ob an E-Scootern, E-Cargobikes oder leichten E-Transportern. Es muss nicht immer ein "dicker Dienstwagen" sein, meinte etwa Franziska Fenzke, Direktorin für Marketing & PR beim E-Rollerspezialisten Govecs aus München. Man biete seit kurzem etwa auch ein Dienst-Roller-Leasing an.

Zudem plädierte sie dafür, nicht nur auf den "Besitz" eines Fahrzeugs zu fokussieren, sondern auch Sharing-Modelle, die auch im E-Roller-Bereich immer mehr Zuspruch fänden und die man von Seiten des Herstellers mit einer eigenen Sharing-Lösung unterstütze. Darüber hinaus wies Fenzke auf die Potenziale von Elektro-Rollern auch im gewerblichen Bereich hin, wo gerade zahlreiche Lieferdienste die Vorzüge des leichten, flotten und mit Boxaufbau auch vielseitigen emissionsfreien Transportmittels entdeckt hätten. Hier hat der Hersteller auch speziell gewerblich orientierte und konfigurierte Modelle im Programm.

Perfekte Kombination: E-Cargo-Bike zum Scooter-Verteilen

Daran anknüpfend verwies auch Christian Lademann, beim E-Cargobike-Start-up VOWAG für Sales & Marketing zuständig, auf Praxisbeispiele, bei denen E-Scooter und Batterien auf dem schweren E-Lastenrad des Plauener Anbieters befördert würden, das jetzt sogar bis zu 500 Kilo Zuladung bietet. Statt eines Diesel-Transporters sei das eine deutlich umweltfreundlichere und platzsparende Alternative, die zudem gut zu den Geschäftsmodellen nachhaltigen Scooter-Sharings passen würde, plädierte Lademann. Allerdings brauche es schon ein gewisses Faible fürs Fahrrad und eine gewisse Wetterfestigkeit der Fahrer, selbst wenn der Hersteller aktuell einen Wetterschutz für seine E-Cargobikes nachgelegt hat. Dafür glänze das als Fahrrad geltende, bis zu 25 km/h schnelle und mit zahlreichen Automobilkomponenten und -fahrwerksteilen ausgerüstete Transportmittel mit einem schnellen Ein- und Ausstieg, einem vollelektrischen Schiebebetrieb und der Möglichkeit, die Radwege zu benutzen.

 

Platz da: Plötzlich kein Verkehrshindernis mehr

Neben der Emissionsfreiheit und Energieeffizienz wies auch Gordon Krug, Leiter Marketing bei der Mosolf-Gruppe und zuständig für das Spin-Off-Unternehmen Tropos Motors, auf die Platzvorteile hin. Die erst skeptischen Fahrer in einem Piloteinsatz bei Hermes seien anschließend begeistert gewesen von der Wendigkeit und dem geringen Raumbedarf des elektrisch angetriebenen L7e-Transporters mit Koffer- oder Plane-Spriegelaufbau. Klar müsse man da vielleicht auf den Komfort einer Klimaanlage verzichten und brauche gewisse Nehmerqualitäten. Aber letztlich hätten die Vorteile überwogen und die Fahrer hätten sich vor allem nicht mehr als Blockierer und Hindernis im Verkehr gefühlt.

Zudem verwies Krug neben den ökologischen auf die ökonomischen Faktoren der Fahrzeuge, die deutlich günstiger in den Gesamtbetriebskosten lägen als ein vergleichbarer Diesel-Van. Es stelle sich schon die Frage für immer mehr Unternehmer, was man wirklich brauche, um den Auftrag zu erledigen, meint Krug wahrzunehmen. Und weil das unterfüttert werde durch immer mehr überzeugende Produkte, sieht der Tropos-Mann große Potenziale für die leichten Elektro-Laster. Das will man startend in Deutschland beweisen: "Denn wer es in Deutschland schafft, der schafft es überall", meinte der LEV-Spezialist.

Allianz für leichte E-Mobilität in Gründung

Moderator und VM-Redakteur Johannes Reichel kündigte abschließend an, dass man sich von Seiten des mitveranstaltenden HUSS-VERLAG und gemeinsam mit Partnern wie dem Institut Neue Mobilität für die Gründung einer Allianz "Smart Urban Logistics" einsetze, zu der derzeit Planungen im Hintergrund liefen. Diese soll speziell auch die Anstrengungen auf dem Gebiet der leichten Elektromobilität fokussieren und bündeln sowie für Vernetzungsmöglichkeit sorgen und "Best Practice"-Beispiele darstellen.

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