Hypermotion 2020: Corona und Digitalisierung im Fokus

Digitales Event lotet die Auswirkungen der Pandemie auf Mobilität und Logistik aus.

Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, eröffnete am 10. November die Hypermotion, die aufgrund der Coronapandemie in diesem Jahr rein virtuell stattfindet. (Screenshot: Messe Frankfurt)
Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, eröffnete am 10. November die Hypermotion, die aufgrund der Coronapandemie in diesem Jahr rein virtuell stattfindet. (Screenshot: Messe Frankfurt)
Sandra Lehmann

Pünktlich um 9:45 Uhr am 10. November eröffnete Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt, die „Digital Experience“ der Hypermotion, die in diesem Jahr aufgrund der Covid-19-Pandemie rein virtuell noch bis zum 11. November stattfindet. Dabei betonte Braun, dass es ihm trotz der aktuellen Situation ein wichtiges Anliegen sei, Interessierte, Stakeholder und Partner der Messe zu vernetzen und auf digitalem Weg Austausch zu ermöglichen. Dazu habe die Messegesellschaft etliche neue, virtuelle Formate ins Leben gerufen und biete im Rahmen der Hypermotion neben einem umfangreichen Forenprogramm unter anderem die Möglichkeit, sich über ein Matchmaking-Tool virtuell mit anderen Besuchern zu vernetzen oder auch mit Austellern ins Gespräch zu kommen.

Hybride Konzepte auch künftig von Belang

Wie Braun im Interview mit dem Hypermotion-Moderator Zackes Brustik ausführte, sollen digitale Optionen auch bei künftigen Präsenzveranstaltungen eine Rolle spielen:

„Innovationen werden von Menschen gemacht, nicht von Maschinen. In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir miteinander in Kontakt bleiben und uns trotz der Hindernisse austauschen. Für uns als Veranstalter ist die Möglichkeit Messeinhalte digital zu bespielen und uns auf diesem Weg zu vernetzen auch etwas, dass in die kommenden Events der Messe Frankfurt einfließen und uns zukünftig als sinnvolle Ergänzung dienen wird“, so Braun im Rahmen der Eröffnung.

Dass die Coronapandemie auch Auswirkungen auf die Mobilitäts- und Logistikwirtschaft hat, erörterte im Anschluss der Messechef der Hypermotion, Danilo Kirschner:

„Die Krise hat sowohl positive als auch negative Veränderungen im Mobilitätsgeschehen hervorgerufen. Zum einen ist zu beobachten, dass die Verkehrswege deutlich zurückgegangen sind und viele Menschen aus Angst vor Ansteckung etwa den öffentlichen Nah- und Fernverkehr meiden. Das stürzt etliche Unternehmen, wie etwa Bahnbetreiber und Carsharing-Anbieter in eine existenzielle Krise“, so Kirschner in Frankfurt, wo die Inhalte der Messe gestreamt und aufgezeichnet werden. „Anderseits zwingt uns das dazu, unser Mobilitätsverhalten insgesamt zu überdenken. Gerade auch im Radverkehr hat das zu erfreulichen Konzepten wie den Pop-up-Radwegen geführt. Diese Veränderungen werden sich auch mit einem Impfstoff und der Rückkehr zu bestehenden Verhältnissen nicht einfach zurückdrehen lassen.“

Als ein Highlight des ersten Veranstaltungstages bezeichnete Kirschner die Keynote des Whistleblowers Edward Snowden, der via Liveschalte zu den Teilnehmern der Hypermotion sprach. In seiner Rede betonte Snowden, dass eine vernetzte Welt die Menschen zwar enger zueinanderbringe, aber auch Gefahren berge. Als Beispiele nannte Snowden, der vor sieben Jahren Datenschutzverstöße der NSA öffentlich gemacht hatte, das Ausspionieren von privaten und geschäftlichen Informationen durch Regierungen, aber auch durch kriminelle Vereinigungen sowie Hacker. Insbesondere Schwachstellen bei mobilen Endgeräten, die unterschiedlichen Versionen und Datenschutzprogrammen geschuldet wären, könnten aus Sicht Snowdens sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Staaten in Zukunft zum Verhängnis werden. Er forderte in seiner Rede deshalb, einen grenzüberschreitenden und ganzheitlichen Ansatz zu entwickeln, um sensible Informationen für alle sinnvoll zu schützen und insbesondere zu verhindern, dass die Möglichkeiten des Ausspähens von Daten weiter kommerzialisiert werden. Dazu sind aus Sicht des Experten auch internationale Regulierungen notwendig.

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