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Humanitäre Logistik: Wenn Hilfe zur Herausforderung wird

DRK, THW und Bundeswehr meistern den Flüchtlingszustrom erfolgreich.
Humanitäre Logistik vor der eigenen Haustür: Wie hier in einer Notunterkunft in Feldkirchen bei München haben Tausende Helfer des DRK, THW und der Bundeswehr dazu beigetragen, den Flüchtlingszustrom im vergangenen Herbst aufzufangen. (Foto: DRK)
Humanitäre Logistik vor der eigenen Haustür: Wie hier in einer Notunterkunft in Feldkirchen bei München haben Tausende Helfer des DRK, THW und der Bundeswehr dazu beigetragen, den Flüchtlingszustrom im vergangenen Herbst aufzufangen. (Foto: DRK)
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Sandra Lehmann

Feldbetten organisieren, Notunterkünfte einrichten, Kleiderspenden sortieren und Lebensmittel verteilen: Als im vergangenen Herbst zu Spitzenzeiten bis zu 20.000 Menschen täglich die Grenze zu Deutschland passierten, waren die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und der Behörden gefragter denn je.

Krise gemeistert

Das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), Bundeswehr und Polizei mussten ohne große Vorbereitung Schlafplätze, mittelfristige Unterkünfte und Verpflegung für viele Tausend Menschen organisieren und diese möglichst schnell über ganz Deutschland verteilen. Eine humanitäre Notfallsituation, die hierzulande bis dahin noch nicht vorgekommen war, aber von den Helfern vorbildlich gemeistert wurde – wie Prof. Dr. Bernd Hellingrath vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Münster gegenüber LOGISTIK HEUTE betont. Dafür erhielten DRK, THW und die Bundeswehr im Oktober 2015 auch gemeinsam den Sonderpreis Humanitäre Logistik der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) (LOGISTIK HEUTE berichtete).

Nachholbedarf bei der Verteilung

Trotz der großen Leistung sieht der Experte für Humanitäre Logistik aber noch Nachholbedarf bei der Krisenbewältigung in Deutschland. „Die teilweise katastrophalen Zustände in einzelnen Einrichtungen wie dem LAGeSo in Berlin, dem zeitweise die Schließung wegen Überfüllung drohte, waren nicht auf eine allgemeine Katastrophe in Deutschland zurückzuführen – denn von einem Ausnahmezustand im eigentlichen Sinne kann hier gar nicht die Rede sein –, sondern lag eher an mangelnder Kommunikation zwischen Bund, Ländern und Kommunen.“ Schwierig gestaltet sich aus Sicht des Wissenschaftlers nach wie vor die Verteilung der Flüchtlinge über die einzelnen Bundesländer. Hierfür wird noch immer der sogenannte Königsteiner Schlüssel herangezogen, der eine überproportionale Belastung der Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen begünstigt.

Planungsfehler identifizieren

Auch wenn rechtsstaatliche Mechanismen Verfahrensgerechtigkeit verlangen und deshalb Zeit benötigen, um sich zu wandeln, steht für Hellingrath fest, dass vergleichende Analysen und Bewertungen der vergangenen Monate helfen können, Best Practices und Planungsfehler zu identifizieren, um so für zukünftige Situationen besser gerüstet zu sein.

Wie Humanitäre Logistik dazu beitragen kann, Notlagen vor der eigenen Haustür zu meistern und was Deutschland dabei noch besser machen kann, lesen Sie in der Titelgeschichte von LOGISTIK HEUTE 4/2016. Die Ausgabe ist am 15. April erschienen.

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