Humanitäre Logistik: Schiffslieferungen für Gaza ersetzen Landtransporte nicht

(dpa) Die Vereinten Nationen drangen zuletzt darauf, die Hilfslieferungen per Lastwagen auszuweiten.

Zypern, Larnaca: Hafenmitarbeiter bereiten die Hilfsgüter für den Gazastreifen auf einer Plattform neben dem angedockten Schiff der Hilfsorganisation Open Arms vor. (Foto: Petros Karadjias/AP/dpa)
Zypern, Larnaca: Hafenmitarbeiter bereiten die Hilfsgüter für den Gazastreifen auf einer Plattform neben dem angedockten Schiff der Hilfsorganisation Open Arms vor. (Foto: Petros Karadjias/AP/dpa)
Therese Meitinger

Seetransporte von Hilfsgütern in den Gazastreifen können laut einem UN-Sprecher nicht den Mangel an dringend benötigten Lkw-Lieferungen wettmachen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Jens Laerke, der Sprecher des UN-Nothilfebüros (OCHA), begrüßte am 12. März in Genf ausdrücklich die Hilfsaktion der Organisation „Open Arms“, deren gleichnamiges Schiff von Zypern in Richtung Gazastreifen in See stach. „Wir brauchen aber Zugang auf dem Landweg, sowie die sichere und regelmäßige Verteilung im Gazastreifen“, fügte er hinzu.

„Wir betonen wieder und wieder, dass dies kein Ersatz für den Landtransport von Nahrungsmitteln und anderen lebenswichtigen Hilfsgütern ist“, sagte Laerke auf einer Pressekonferenz. 

Die Vereinten Nationen drangen zuletzt darauf, die Hilfslieferungen per Lastwagen auszuweiten und den Transport der Güter auch über Grenzübergänge zum besonders betroffenen Norden des Palästinensergebiets zuzulassen.

Die „Open Arms“ zieht eine Plattform mit rund 200 Tonnen Trinkwasser, Medikamenten und Lebensmittel, hieß es aus zyprischen Regierungsquellen. Es ist eine Probefahrt entlang der Route eines geplanten Hilfskorridors, den EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis vergangenen Freitag in Larnaka angekündigt hatten. Wo und wie das Schiff in den Gewässern vor Gaza seine Fracht löschen soll und wie die Verteilung erfolgt, ist noch unklar.