Havarie im Suezkanal: Bis zu 60 Tage Verspätung prognostiziert

Mit einer Normalisierung der betroffenen Lieferketten ist Shippeo zufolge erst in mehreren Wochen zu rechnen.

Die Havarie im Suezkanal verschärft nach Ansicht vieler Experten die bestehende Containerknappheit. (Foto: tiero_M / Fotolia)
Die Havarie im Suezkanal verschärft nach Ansicht vieler Experten die bestehende Containerknappheit. (Foto: tiero_M / Fotolia)
Therese Meitinger

Shippeo, Anbieter für Real Time Visibility im Transportwesen, hat die mittelfristigen Auswirkungen der Havarie im Suezkanal prognostiziert. Spätestens 25 Tage nach der Havarie am 23. März, also ab Kalenderwoche 15, werden Verbraucher die Auswirkungen des Staus zu spüren bekommen, gibt der französische IT-Anbieter in einer Pressemitteilung vom 31. März an. Dies gehe aus den Daten der Plattform von Shippeo hervor, heißt es. Vor allem Textilien, Unterhaltungselektronik und Teile für den Maschinenbau (Quelle) werden sich nach Ansicht des Unternehmens verspäten.

Um die industrielle Produktion in Europa aufrechtzuerhalten, müssten Unternehmen schnell herausfinden, ob sie die benötigten Teile über andere Wege bekommen, argumentiert Shippeo. Für den Handel gelte dasselbe. Hier helfe Transparenz über die eigenen Lieferketten.

Container über mehrere Wochen gebunden

„Unsere Daten zeigen, dass elektronische Vorprodukte sich um 25 Tage bis 60 Tage verspäten werden. Die aktuellen Verspätungen werden nicht nur zu Chaos in den Häfen Europas führen, sondern die gebundenen Container stehen dem Seehandel auch noch Wochen später nicht zur Verfügung“, kommentierte Thomas Spieker, Geschäftsführer von Shippeo in Deutschland Ende März. „Wir gehen davon aus, dass es noch mindestens zwölf Wochen dauern wird, bis sich Lieferketten von diesem Zwischenfall erholt haben werden.“

Die Real-Time-Visibility-Plattform von Shippeo nutzt nach Eigenangaben über 400 verschiedene Datenquellen, um die voraussichtliche Ankunftszeit einer Lieferung zu berechnen – bis zu 24 Stunden im Voraus und mit einer Genauigkeit von bis zu 95 Prozent. Shippeo sei an mehrere Tausend Transportmanagementsysteme und Telematiken angeschlossen, gibt der Anbieter an. Die proprietären Algorithmen des Unternehmens nutzten diese sowie eine Vielzahl weiterer externer Daten, um die voraussichtliche Ankunftszeit einer Lieferung zu berechnen.

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