HANNOVER MESSE 2024: Still setzt auf digitale Zwillinge für Warehouses

Der Hamburger Intralogistikspezialist präsentiert in der Leinestadt an zwei Ständen die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Artifical Intelligence-Based Indoor Cartography“ (ARIBIC).

Beim Forschungsprojekt ARIBIC werden die über Sensoren und Kameras ermittelten Daten dazu verwendet, 3D-Karten von Lagerhäusern oder Produktionsanlagen zu erstellen. (Bild: Still)
Beim Forschungsprojekt ARIBIC werden die über Sensoren und Kameras ermittelten Daten dazu verwendet, 3D-Karten von Lagerhäusern oder Produktionsanlagen zu erstellen. (Bild: Still)
Therese Meitinger

Echtzeit-3D-Karten sind die Grundlage für die Intralogistik der Zukunft, ist der Hamburger Intralogistikspezialist Still überzeugt. Im nun abgeschlossenen Forschungsprojekt ARIBIC („Artifical Intelligence-Based Indoor Cartography“) wurden Daten für den live einsetzbaren, digitalen Zwilling eines Lagers automatisiert gesammelt und verwertet. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt will Still laut einer Pressemitteilung vom 24. April nun in marktfähige Produkte umsetzen. Auf der diesjährigen HANNOVER MESSE haben Interessierte demnach noch bis zum 26. April die Möglichkeit, sich gleich an zwei Ständen über das Projekt zu informieren – zum einen auf dem Google Cloud Stand (Halle 16, Stand A10), zum anderen auf dem CampusOS Stand (Halle 15, Stand H13).

Wo im Lager befindet sich die gesuchte Palette? Wie viele Lagerplätze habe ich in meinem Lager noch frei? Solche und ähnliche Fragen tauchen in der Praxis tagtäglich auf, vor allem wenn manuelle Aktionen die Daten des Lagerverwaltungssystems verfälschen. Wirkliche Transparenz in Lager- und Produktionshallen erhält man nur über digitale Karten, welche die Standorte von Objekten und Flächen über den Einsatz eines digitalen Zwillings erfassen und darstellen – und zwar in Echtzeit. Wirtschaftlich besonders interessant wird diese Lösung, wenn die dafür notwendigen Daten automatisiert und quasi „beiläufig“ gesammelt werden.

Das nun abgeschlossene Forschungsprojekt ARIBIC ist Still zufolge unter anderem der Frage nachgegangen, wie sich ein solches automatisiertes Verfahren zur Status- und Datenerhebung darstellen lässt.

„Die für den digitalen Zwilling notwendigen Daten haben wir über ein Sensorsetup in den Flurförderzeugen gesammelt, das die zukünftig integrierten Sensoriken ‚simuliert‘ hat“, erläutert Dennis Schüthe, Projektleiter bei Still. „Diese Daten werden dann zu einer digitalen Darstellung der Umgebung kombiniert, in die Cloud übertragen und mit semantischen Informationen angereichert. Dort kann der Bestand mit dem Lagerverwaltungssystem abgeglichen und Diskrepanzen automatisch identifiziert werden.“

Diese angereicherte Karte bietet der Pressemitteilung zufolge Live-Informationen des Lagers, da sich die Flurförderzeuge permanent bewegen und die Karte in Echtzeit aktualisieren. So entstehe ein „lebendiger“, digitaler 3D-Zwilling. Das reduziert nach Unternehmensangaben den Arbeitsaufwand und erhöht die Datenqualität signifikant.

Forschungsergebnisse in Produkte umsetzen

Still sieht in der Echtzeitdarstellung von Lagern einen wichtigen Schlüssel zur Optimierung der Lagerprozesse von Unternehmen.

„Neben der transparenten Lokalisierung fahrerloser und manueller Transportsysteme ist die Optimierung von Fahrtwegen und Lagerstrukturen ein elementarer Mehrwert eines digitalen Zwillings. Hinzu kommen Möglichkeiten der Echtzeitinventur und automatisierter Materialbestellungen durch eine Verknüpfung mit dem Warenmanagementsystem. Auch die Sicherheit im Lager erhöht sich signifikant durch die Erkennung defekter Infrastrukturen oder versperrter Notausgänge in der 3D-Karte“, ergänzt Dennis Schüthe.

Das ARIBIC-Projekt habe durch seine Erkenntnisse sowie durch konkrete Ergebnisse eine wertvolle Grundlage geschaffen für vielseitige digitale Applikationen im Bereich der Intralogistik und Lageroptimierung, so Still. Matthias Merz, Senior Director Intralogistics Software Solutions: „Für die kommenden zwei Jahre erwarte ich, dass die Projektergebnisse in konkreten Anwendungen ausgestaltet werden und in kommerzielle Produkte einfließen.“

Bereits im nächsten Jahr will Still mit der Umsetzung der Forschungsergebnisse in praxistaugliche Produkte starten, zunächst mit Proof-of-Concept-Installationen in realen Umgebungen.