Handelslogistik: Otto Group will Retourenbetrieb in Hamburg 2021 schließen

Der Retourenbetrieb in der Hansestadt ist laut dem Handelskonzern wirtschaftlich nicht mehr rentabel.

Hamburg: Nach dem Willen der Otto Group soll der letzte deutsche Retourenbetrieb der Konzerngesellschaft Hermes Fulfilment in der zweiten Jahreshälfte 2021 Geschichte sein. (Foto: Otto Group)
Hamburg: Nach dem Willen der Otto Group soll der letzte deutsche Retourenbetrieb der Konzerngesellschaft Hermes Fulfilment in der zweiten Jahreshälfte 2021 Geschichte sein. (Foto: Otto Group)
Matthias Pieringer

Die Otto Group plant den Retourenbetrieb in Hamburg einzustellen. „Nach Prüfung aller möglichen Alternativen“ werde die mittelfristige Schließung des letzten deutschen Retourenbetriebes der Konzerngesellschaft Hermes Fulfilment in der Hansestadt angestrebt, teilte der Handelskonzern am 3. September der Presse mit. Der innerstädtische Betrieb soll demnach in der zweiten Jahreshälfte 2021 geschlossen werden, um den 840 überwiegend in Teilzeit beschäftigen Mitarbeitern „ausreichend Zeit zur Neuorientierung zu geben“.

Lodz und Pilsen anstelle von Hamburg

„Der Retourenbetrieb in Hamburg ist wirtschaftlich – trotz technisch hohem Niveau und hervorragend arbeitender Kolleg*innen – nicht mehr rentabel und kann deshalb leider nicht länger aufrecht erhalten bleiben“, hieß es. Schon seit langem werde in der Otto Group der Großteil der retournierten Waren in den konzerneigenen Betrieben in Polen und Tschechien bearbeitet. Die beiden Länder hätten sich in der Logistikbranche als Standard für die Bearbeitung von Retouren etabliert. Auch die bislang in Hamburg verarbeiteten Retouren sollen, wie Otto verlauten ließ, künftig in den bestehenden Otto Group Standorten in Lodz (Polen) und Pilsen (Tschechien) erledigt werden.

„Der Vorstand der Otto Group und die Geschäftsführung von Hermes Fulfilment haben diese Entscheidung schweren Herzens getroffen. Notwendige wirtschaftliche Entscheidungen für die Zukunft der Unternehmensgruppe dürfen wir aber gerade in diesen Zeiten nicht auf die lange Bank schieben“, sagte Kay Schiebur, Vorstand Services der Otto Group. „Die Geschäftsführung von Hermes Fulfilment wird in den kommenden Monaten mit den Betriebsräten intensiv ausloten, mit welchen Maßnahmen die Folgen für die Beschäftigten so gut wie möglich abgemildert werden können.“

Die Otto Group halte unabhängig von dieser Planungsentscheidung am Aufbau weiterer Arbeitsplätze am Standort Deutschland und in Hamburg fest, hieß es weiter.

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