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Handelslogistik: Gebr. Heinemann richtet Spezial-FTS am Airport Oslo ein

Sensoren-Lichtgitter schützt Waren in der Lieferkette.
FTS-Einsatz am Flughafen Oslo: Die so gennanten Secured Automated Ground Vehicles versorgen die Heinemann Duty Free Shops mit palettierter Ware. (Foto: Gebr. Heinemann)
FTS-Einsatz am Flughafen Oslo: Die so gennanten Secured Automated Ground Vehicles versorgen die Heinemann Duty Free Shops mit palettierter Ware. (Foto: Gebr. Heinemann)
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Matthias Pieringer

Das Handelsunternehmen Gebr. Heinemann SE & Co. KG aus Hamburg hat kürzlich am Airport von Oslo ein Fahrerloses Transportsystem (FTS) mit speziellen Sicherheits- und Steuerungs-Features in Betrieb genommen. Zwischen dem Wareneingang am Oslo Airport und den beiden Heinemann Duty Free Shops im Abflugbereich des Internationalen Terminals liegt eine Strecke von 500 Metern auf unterschiedlichen Ebenen. Gemeinsam mit seinem Projektpartner E&K Automation GmbH, Rosengarten (Niedersachsen), hat das Industrial Engineering Team der Gebr. Heinemann Logistik das neue Transportsystem konzipiert. Als Experten für die automatisierten, über Lasernavigation gesteuerten AGVs (Automated Ground Vehicles) hat E&K Automation die dafür passenden Gabelstapler konfiguriert. Gebr. Heinemann verantwortete die Planung des Gesamtkonzeptes sowie der Software mit den Anforderungen an die Steuerung, Navigation und den Sicherheitsaspekt, der – um die „Sichere Lieferkette“ einzuhalten – aus dem AGV ein SAGV macht, ein „Secured Automated Ground Vehicle“: laut Gebr. Heinemann das erste seiner Art. Knapp eine Million Euro hat das Unternehmen in das Projekt investiert.

Rund 11.000 Artikel des Reisehandels

Die beiden neuen Duty Free Shops im Abflugbereich des Flughafens, die jetzt durch die SAGVs beliefert werden, verfügen über eine Fläche von 4.600 Quadratmetern und sind jederzeit mit rund 11.000 Artikeln des Reisehandels zu versorgen: von Zigaretten und Süßwaren, Weinen und Spirituosen über Parfum und Kosmetik bis hin zu Accessoires.

Bauliche Voraussetzungen gegeben

„Wir haben die SAGV-Lösung für Oslo erstmals entwickelt, weil die logistischen Anforderungen dort anspruchsvoll sind und der Airport über die baulichen Voraussetzungen für ein solch innovatives System verfügt,“ erklärt Marco Rebohm, Director Logistics bei Gebr. Heinemann. „Täglich bewegen wir ein großes Warenvolumen über den langen Weg von 500 Metern und verschiedene Ebenen. Das SAGV-System haben wir individuell auf diesen Bedarf abgestimmt. Wir erhöhen auf diese Weise unsere Produktivität und gewährleisten die Sichere Lieferkette vom Logistikzentrum bis in die Shops. Gleichzeitig konnten wir unsere in diesem Bereich tätigen Mitarbeiter von körperlich besonders anstrengenden Arbeiten entlasten. Ihr Know-how haben wir in die technischen Planungen einbezogen. Jetzt übernehmen sie neue Aufgaben rund um die Shops sowie im Service für unsere Kunden.“

Transport zumShop

Täglich werden bis zu neun Lkw mit Ware aus dem Gebr. Heinemann-Logistikzentrum in Hamburg-Allermöhe an den Oslo Airport geliefert. Die Artikel sind auf Paletten vorkommissioniert, werden manuell am Wareneingang des Flughafens entladen und auf 18 Abgabeplätze gebracht, die mit Belegsensoren ausgestattet sind. Diese Sensoren übermitteln dann ein Signal an die SAGVs, von denen laut Gebr. Heinemann bis zur letzten Ausbaustufe insgesamt sechs im Einsatz sein werden. Die eigens für sie konzipierte Transportleitsteuerung hält den Angaben zufolge ständig und an jedem Punkt der Anlage Kontakt zu den Fahrzeugen. Das SAGV holt nach Empfang des Signals die Ware ab und bringt sie zu den Shops, wo sie auf einer Bereitstellfläche von den Mitarbeitern entladen und im Verkaufsraum platziert wird.

Fahrstuhl gewährt Vortritt

Um insbesondere die Termintreue zu erhöhen, wurde das Transportleitsystem der SAGVs außerdem mit der Steuerung der Engpass-Ressourcen auf dem Transportweg ausgerüstet. Das bedeutet, dass das Fahrzeug sich über seine Software mit dem Fahrstuhl und einer Sicherheitsschleuse vernetzt. Beide befinden sich in der Logistikstruktur abseits des für den Passagier zugänglichen Bereichs und werden von Mitarbeitern und Fahrzeugen gleichermaßen genutzt. Diese Engpass-Ressourcen werden bei Bedarf mit Priorität für das SAGV reserviert.

Paletten durch Lichtgitter geschützt

Die Paletten auf dem SAGV werden durch eine Sensorlösung geschützt, die ein 360-Grad-Lichtgitter um sie herum spannt und, wie Gebr. Heinemann mitteilt, jeden Zugriff auf die Ware während des Transports durch die Versorgungsgänge erkennt und meldet. Wird ein solcher Zugriff gemeldet, steuert das SAGV laut dem Unternehmen einen der Kontrollpunkte an der Strecke an, damit ein speziell geschulter Sicherheitsmitarbeiter entsprechende Maßnahmen einleiten kann. Vom Gebr. Heinemann-Logistikzentrum in Hamburg-Allermöhe bis in die Heinemann Duty Free Shops am Oslo Airport sei die Sichere Lieferkette gewährleistet.

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