Handel: Zalando möchte Einzelhändler in der Krise unterstützen

Fashionplattform bietet Connected-Retail-Programm temporär provisionsfrei an.

Da viele stationäre Geschäfte in Deutschland derzeit geschlossen sind, bietet Zalando seinen Connected-Retail-Service derzeit provisionsfrei. (Symbolbild: Zalando)
Da viele stationäre Geschäfte in Deutschland derzeit geschlossen sind, bietet Zalando seinen Connected-Retail-Service derzeit provisionsfrei. (Symbolbild: Zalando)
Sandra Lehmann

Die Fashion- und Lifestyleplattform Zalando hat sich nach eigenen Aussagen zum Ziel gesetzt, Einzelhändler in der Corona-Krise zu unterstützen. Da auch etliche Moderetailer vom derzeit in Deutschland geltenden Kontaktverbot sowie den angeordneten Ladenschließungen in ihrer Existenz bedroht seien, bietet Zalando ihnen an, sich mit dem hauseigenen Plattform-Service „Connected-Retail“ zu verbinden und Waren direkt an Kunden des Berliner Unternehmens zu verkaufen. Zudem verzichtet der Onlineanbieter nach Eigenangaben in der Zeit vom 1. April bis zum 31. Mai 2020 in Deutschland und den Niederlanden komplett auf die Provision für diesen Service und wechselt darüber hinaus von einer monatlichen zu einer wöchentlichen Auszahlung der Umsätze, um Liquiditätsengpässe bei Partnern zu vermeiden.

Zalando übernimmt Zahlungsabwicklung

Connected Retail könne von allen Händlern und Marken mit physischen Geschäften genutzt werden, die Produkte aus dem bestehenden Zalando Sortiment anbieten. Geschäfte können ihren Bestand laut Zalando schnell und unkompliziert an die Plattform anbinden. Das Unternehmen kümmert sich eigenen Aussagen zufolge um die Online-Inhalte, Zahlungsabwicklung, Kundenbetreuung und unterstützt mit einem persönlichen Ansprechpartner.

Sobald sie freigeschaltet sind, könnten Händler Bestellungen von Zalando-Kunden ausführen. Die Spediteure (DHL in Deutschland, PostNL in den Niederlanden) holen nach Unternehmensangaben Bestellungen direkt in der jeweiligen Filiale ab. Rücksendungen würden dorthin zurück geliefert.

„Connected Retail ist ein vergleichsweise junges Angebot und noch in der Anlaufphase. In den kommenden Wochen könnten bei steigender Nachfrage kleinere Schwachstellen auftreten, aber wir sehen dringenden Bedarf, schnell zu handeln”, sagt Carsten Keller, Vice President Direct-to-Consumer bei Zalando. „Wir wollen Händlern jetzt schnellstmöglich Zugang zu Online-Kunden verschaffen. Unser Team arbeitet eng mit Partnern zusammen, um Prozesse so reibungslos wie möglich zu gestalten. Gemeinsam schaffen wir das.“

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