Handel: Westfalen pilotiert unbemanntes Shop-Konzept

Das Münsteraner Familienunternehmen möchte mit dem „Alvore Smart Shop“ ein durchgehendes Convenience-Angebot ermöglichen.

Der Alvore Smart Shop von Westfalen ist in einem umgebauten Seefrachtcontainer untergebracht. (Foto: Westfalen)
Der Alvore Smart Shop von Westfalen ist in einem umgebauten Seefrachtcontainer untergebracht. (Foto: Westfalen)
Sandra Lehmann

Die Westfalen AG, ein Anbieter von Energie- und Mobilitätslösungen, hat den Pilotbetrieb eines unbemannten Shops zur Versorgung mit Lebensmitteln gestartet. Das gab das Unternehme mit Sitz in Münster in einer Pressemeldung bekannt. Demnach bietet Westfalen in einem umgebauten Seefrachtcontainer auf 18 Quadratmeter Fläche ein Sortiment von rund 270 Produkten aus dem Foodbereich an. Dazu zählten neben Snacks und Süßwaren auch Tiefkühlprodukte und Salatboxen.

Der „Alvore Smart Shop“ soll den schnellen und bargeldlosen Einkauf rund um die Uhr ermöglichen. Wichtig sei es dem Unternehmen dabei, dass der gesamte Einkaufsprozess möglichst selbsterklärend ablaufe.

„Es fängt bereits beim Zutritt an, der über eine Legitimation mit Kredit- oder Debitkarte oder Personalausweis erfolgt. Über letzteres läuft dann auch die Altersverifikation beim Kauf von Alkohol- und Tabakwaren. Da wir uns im Shop für eine freie Warenverfügbarkeit entschieden haben und deshalb auf Verkaufsautomaten verzichten, findet die Bezahlung an einer Self-Scan-Kasse statt, die EC- und Kreditkarte sowie Apple und Google Pay akzeptiert“, erläutert Sandra Schütte, Leiterin Convenience, Gastronomie und Dienstleistungen bei Westfalen.

Mittelfristig solle der Kaufvorgang noch einfacher werden über die Integration der Fillibri-App, einer Anwendung, die auf das Payment an Tankstellen spezialisiert ist.

„Der Pilotbetrieb stellt für uns eine sehr wertvolle Gelegenheit dar, um zusammen mit Westfalen unser Scan and Go-Feature vorzustellen. Ähnlich wie beim direkten Bezahlen an der Zapf- oder Ladesäule, würde mit dieser Funktion der Schritt zur Kasse auch hier entfallen“, erklärt Marc Weßling, CEO bei Fillibri.

Bei der Umsetzung des Projekts baut Westfalen – wie auch schon im Tankstellen-Geschäft – auf die Zusammenarbeit mit dem Großhandelspartner Lekkerland.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, das Tankstellengeschäft mit Blick auf die Bedürfnisse von Konsumentinnen und Konsumenten kontinuierlich weiterzuentwickeln. Daher freut es uns, dass wir Westfalen bei der Realisierung ihres Smart Store-Projektes unterstützen durften. Dabei konnten wir auf die umfangreichen Erfahrungen zurückgreifen, die wir bei der Entwicklung unserer unterschiedlichen Smart Store-Konzepte sammeln konnten“, sagt Mehmet Tözge, Director Smart Store Development, Lekkerland SE.

Der Alvore Smart Shop befindet sich Westfalen zufolge im Rahmen seiner etwa sechsmonatigen Pilotphase zurzeit auf dem Firmengelände in Münster. Nach erfolgreicher Testung soll der Container im nächsten Schritt an einem öffentlich zugänglichen Standort zum Einsatz kommen. Dazu gehören etwa Tankstellen, Unternehmens- und Industriestandorte ohne Essensangebot oder Standorte mit fehlender Nahversorgung. Schütte:

„Während der Pilotphase testen wir von digitalen Services bis zu Sicherheits- und Überwachungssystemen verschiedene Komponenten, um im nächsten Jahr eine Lösung in den Alltag zu integrieren, die unser derzeitiges Convenience-Angebot flexibel ergänzt.“

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