Handel: Edeka und Kaufland übernehmen 141 Real-Märkte

Standorte sollen im vierten Quartal 2020 an die beiden Handelsunternehmen übergeben werden.

Haben den Besitzer gewechselt: 141 Real-Märkte gehören nun zu Kaufland und Edeka. (Foto: Real)
Haben den Besitzer gewechselt: 141 Real-Märkte gehören nun zu Kaufland und Edeka. (Foto: Real)
Sandra Lehmann

Der Immobilieninvestor SCP Retail Investments hat mit den Einzelhandelsunternehmen Kaufland und Edeka Verträge über die Übernahme von insgesamt 141 Real-Märkten geschlossen. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg am 31. März im Rahmen einer Pressemeldung bekannt. Die Vereinbarungen stehen laut SCP unter dem Vorbehalt des Abschlusses des Erwerbs aller Real-Märkte durch die SCP Retail Investments sowie der kartellrechtlichen Genehmigungen. Im Anschluss daran plant Kaufland 88 und Edeka 53 Real-Märkte zu übernehmen. Die SCP Retail Investments hat hierfür nach eigenen Aussagen umfassende Absprachen mit beiden Unternehmen getroffen, die im Zuge der jeweiligen Betriebsübergänge die Mitarbeiter der entsprechenden Real-Märkte übernehmen werden.

Patrick Kaudewitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments, sagte: „Mit den erzielten Vereinbarungen haben wir einen wichtigen Meilenstein zur erfolgreichen Umsetzung unseres Konzepts erreicht. Wir werden so für fast die Hälfte der Real-Märkte und deren Mitarbeiter Klarheit und Planbarkeit schaffen können.“

Die Vertragsverhandlungen mit Kaufland und Edeka wurden nach SCP-Angaben maßgeblich von der X+Bricks Group, dem strategischen Partner der SCP Retail Investments für die Neupositionierung des Immobilienportfolios, vorangetrieben. Die X+Bricks Group werde auch weiterhin alle immobilien-spezifischen Aspekte des Prozesses steuern. Da die geschlossenen Vereinbarungen auch viele Märkte betreffen, die in angemieteten Immobilien betrieben werden, sei die Zustimmung der Eigentümer dieser Immobilien zu den geplanten Übernahmen eine wichtige Voraussetzung.

Nach den notwendigen Zustimmungen sollen die ersten Märkte ab dem vierten Quartal dieses Jahres an Kaufland und Edeka übergehen, so SCP in der Pressemeldung. Der gesamte Prozess werde sich über einen Zeitraum von circa 18 Monaten erstrecken. Die Vertragsparteien haben hinsichtlich der Details der Transaktionen Stillschweigen vereinbart. Für die verbleibenden Real-Märkte würden im Rahmen der laufenden Umsetzung des Konzepts weiterhin alle Optionen geprüft. Hierzu gehörten weitere Veräußerungen an Einzelhandelsunternehmen sowie die Aufteilung von Märkten in kleinere Flächen. Nur wenn weder ein Weiterbetrieb noch eine Fortführung durch ein Einzelhandelsunternehmen eine wirtschaftliche Perspektive eröffnen, ist eine Schließung des jeweiligen Standorts laut dem Investor nicht ausgeschlossen. SCP Retail Investments geht weiter davon aus, dass die Zahl der zu schließenden Standorte bei rund 30 Märkten liegen werde.

Logistikstandorte nicht inbegriffen

Bereits im Februar 2020 war bekannt geworden, dass SCP die Einzelhandelsgruppe Real zu 100 Prozent von deren bisherigem Mutterkonzern Metro AG übernommen hat. SCP zufolge gehören zu dem Deal neben 276 Standorten des stationären Geschäfts auch das Digitalgeschäft inklusive des Onlinemarktplatzes „real.de“, 80 Immobilien sowie alle zu Real gehörenden Gesellschaften. Nicht in der Vereinbarung inbegriffen sind die Logistikstandorte, über die Real beliefert wurde. Diese verbleiben im Besitz der Metro AG. Das teilte SCP auf Anfrage von LOGISTIK HEUTE mit. Der Investor plant nach eigenen Aussagen darüber hinaus das Digitalgeschäft von Real weiterzuveräußern.

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