Hafenlogistik: Nordfrost siedelt im „EcoPort 813“

Am Hafenstandort von DeltaPort in Wesel sollen verschiedene Lager errichtet werden.

Die neue Säule des Geschäftsmodells, die Hafenlogistik, des Tiefkühllogistikers Nordfrost braucht mehr Platz. (Symbolbild: witthaya/ Fotolia)
Die neue Säule des Geschäftsmodells, die Hafenlogistik, des Tiefkühllogistikers Nordfrost braucht mehr Platz. (Symbolbild: witthaya/ Fotolia)
Melanie Endres

Das Tiefkühllogistikunternehmen Nordfrost investiert im Rhein-Lippe-Hafen Wesel, einem der Hafenstandorte des Hafenbetreibers DeltaPort, das gaben die Unternehmen am 22. Februar bekannt. Nordfrost plant eigenen Angaben zufolge die Errichtung eines Tiefkühlhauses, einer Frischehalle und einer Projektverladungshalle mit Containerkrananlagen sowie eines Verwaltungsgebäudes. Das Projekt „EcoPort 813“ mit dem Ziel einer innovativen und nachhaltigen Energieversorgung der Kühlanlagen gab den entscheidenden Ausschlag für die Ansiedlung, heißt es in der Mitteilung. Die Anlage am Standort Wesel soll Anfang 2022 in Betrieb gehen.

Zu wenig Platz für Wachstum

Das Hafengeschäft entwickelte sich im Laufe des letzten Jahres Nordfrost zufolge als eine neue Säule des Geschäftsmodells. Seit sechs Jahren ist Nordfrost nach eigenen Angaben bereits am Seehafen-Terminal im Containerhafen Wilhelmshaven ansässig. Durch nur acht Containerbrücken in Wilhelmshaven komme die Hafenentwicklung jedoch voraussichtlich 2020 zum Stillstand, so Horst Bartels, Chef der Nordfrost GmbH & Co. KG. So werde die Entwicklung des Hafens ausgebremst und ein Wachstum schwierig. Die Konzequenz des Nordfrost-Chefs sei nun ein neuer Standort, heißt es in der Mitteilung.

Freie Flächenkapazitäten in Wesel

Vor diesem Hintergrund und mit der Zielsetzung, die zentralen deutschen Märkte im Hinterland besser zu erschließen, suchte Nordfrost eigenen Angaben zufolge einen weiteren Standort, der die Vorzüge der Trimodalität (Anbindung an Wasser, Straße und Schiene) bot. DeltaPort, vor den Toren des Ruhrgebietes gelegen, konnte diese Anforderungen an der Rheinschiene mit freien Flächenkapazitäten erfüllen und fungiert zukünftig als Hinterlandhub für temperaturgeführte Nahrungsmittellogistik. Auf einer rund fünf Hektar großen Fläche im Rhein-Lippe-Hafen Wesel investiert Nordfrost und will circa 60 neue Arbeitsplätze schaffen.

Zukunftsweisendes Projekt „EcoPort 813“

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt für die Ansiedelung in Wesel sei das Projekt „EcoPort 813“. Ziel des Projektes sei die Nutzung von überschüssiger Abwärme der Aluminiumproduktion der Firma Trimet als ressourcenschonende Energiequelle zur Versorgung von Logistikimmobilien am Hafenstandort DeltaPort in Wesel/Voerde. CO2-neutrale Energie in Form von „Kälte“ oder auch „Wärme“ können Investoren für die Versorgung ihrer Immobilien nutzen, so der Ansatz.

Der Name Eco813 ist laut Angaben des Unternehmens zum einen auf den ökologischen Aspekt des Vorhabens zurückzuführen, zum anderen weist die Ziffer „813“ auf den entsprechenden Rheinkilometer hin, an dem sich der Projektstandort am Niederrhein befindet, so lauten die Angaben der Pressemitteilung. Die Anlage gewinne bis zu 136 Gigawattstunden nutzbarer Wärme pro Jahr, dies entspreche einer Versorgung von 15.000 Haushalten mit Energie. Mehr als 27.000 Tonnen CO2 pro Jahr ließen sich einsparen, was laut DeltaPort dem Investor Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent gegenüber konventioneller Kraftwerksenergie verschaffen würde.

Nachhaltigkeit als Gesamtkonzept

Horst Bartels freute sich über das Gesamtkonzept, das auch zur Unternehmenskultur des 1975 von ihm gegründeten Familienunternehmens passt: „Bei Nordfrost schreiben wir Nachhaltigkeit seit jeher groß. Unsere Ansiedlung in den Häfen von DeltaPort leistet nicht nur einen Beitrag zur Entlastung der Straßen und somit der Stausituationen, sondern steht in Kombination mit dem nachhaltigen Projekt „EcoPort 813“ ganz besonders für ökologische und soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.“

Fokus weiterhin auf Wilhelmshaven

Nach den Worten von Horst Bartels dürfte sich der Ausbau seiner Hafengeschäfte in Wesel und die damit verbundene Steigerung der Kompetenz in der Hafenlogistik von Nordfrost allerdings auch positiv auf Wilhelmshaven auswirken – sobald der Seehafen die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zulasse.

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