Hafenlogistik: Lübeck setzt auf Wachstum

25.000 Quadratmeter misst die neue Logistikhalle.

Im Vordergrund (v.l.n.r.): Sebastian Jürgens, Daniel Günther und Jan Lindenau. (Foto: Bernd Pagel)
Im Vordergrund (v.l.n.r.): Sebastian Jürgens, Daniel Günther und Jan Lindenau. (Foto: Bernd Pagel)
Melanie Endres

Vertreter der Landesregierung und der Hansestadt Lübeck haben am 30. Januar die neuen städtischen Hafenflächen am „Skandinavienkai“ in Travemünde eingeweiht und haben sie offiziell der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) zum Betrieb übergeben. Das verkündete die LHG. In einer ersten Baustufe entstanden zehn Hektar neue Terminalfläche, auf der unter anderem eine Logistikhalle errichtet wurde. Weitere sechs Hektar Fläche werden in einem zweiten Abschnitt folgen, so die Angaben. Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau begrüßte unter den Gästen der Veranstaltung insbesondere den schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther sowie einige Vertreter des finnisch-schwedischen Konzerns Stora Enso, dem ersten großen Nutzer der neuen Halle.

Logistikhalle mit 25.000 Quadratmeter

Die multifunktionelle Logistikhalle, die 25.000 Quadratmeter misst, ist 300 Meter lang, 85 Meter breit und 20 Meter hoch. Das Bauwerk kann bis zu 35.000 Tonnen Forstprodukte aufnehmen. Sechs Tore an jeder Längsseite sorgen dafür, dass die LHG dort zügig einlagern und wiederbeladen kann. Weite Dachüberhänge gewährleisten laut LHG Witterungsschutz.

Hafenstandort Lübeck

Ministerpräsident Daniel Günther nannte die Entscheidung zum Ausbau der Flächen am Skandinavienkai zukunftsweisend: „Die Stadt wagt damit einen großen Sprung, um den Hafenstandort Lübeck zu modernisieren und wieder auf Expansionskurs zu bringen.“

Die Hafenwirtschaft sowie die gesamte maritime Branche seien überaus wichtig, heißt es in der Mitteilung weiter. Dies gelte für die Hansestadt Lübeck wie für ganz Schleswig-Holstein. Ziel der Landesregierung sei es, die Handelsbeziehungen im Ostseeraum weiter zu vertiefen. Davon werde auch der Lübecker Hafen enorm profitieren. Der Regierungschef überreichte Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau zugleich einen Förderbescheid über 11,3 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus der Gemeinschaftsaufgabe regionale Wirtschaftsförderung.

Bürgermeister Jan Lindenau ergänzte: „Die gemeinsamen Investitionen des Landes und der Stadt unterstreichen einmal mehr die Bedeutung Lübecks als Hafenstandort. Gleichzeitig haben wir mit dieser Hafenerweiterung nach innen eindrücklich unter Beweis gestellt, dass derartige Infrastrukturprojekte bei einer vorausschauenden Planung termingerecht realisiert werden können, sobald der Bedarf es erfordert.“

18 Monate Bauzeit

In 18-monatiger Bauzeit hatten Baufirmen im Auftrag der Lübeck Port Authority (LPA) eine Million Kubikmeter Erde abgetragen und insgesamt 120.000 Tonnen Schotter und 70.000 Quadratmeter Pflasterung verlegt sowie die Logistikhalle errichtet, so die Angaben der Pressemeldung. Die Flächenerweiterung gehe in diesem Jahr zügig weiter, so dass bis Ende 2021 die Infrastrukturmaßnahme vollständig umgesetzt sei. Darüber hinaus werde auch eine neue Gateanlage, das „Papiergate“, errichtet. Dadurch sei es möglich, die RoRo- und Fährverkehre von den Verkehren zur Logistikhalle zu trennen.

Lübeck investiert zirka 46 Millionen Euro

Insgesamt wird die Hansestadt Lübeck den Angaben zufolge zirka 46 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investieren und erhält dafür bisher eine Förderung des Landes von rund 30 Millionen Euro. In den Bau der Hallen hab die Stadt weitere 18,5 Millionen Euro investiert.

LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens unterstrich den Mehrwert, der neuen Anlage: „Hier bieten wir unseren Kunden fantastische Möglichkeiten: reichlich Platz, direkt an den Fähranlegern gelegen und nur einen Steinwurf von unserem Intermodalterminal Baltic Rail Gate entfernt. Schneller lässt sich Ware aus Skandinavien nicht drehen.“ Die Anlage wirke wie ein Leuchtturm und werfe auch ein gutes Licht auf das Unternehmen: „Das neue Terminal ist ein Symbol für den Turnaround der LHG: Es wird wieder investiert. Stadt und Land vertrauen unserer Leistungsfähigkeit. Das wissen wir zu schätzen.“

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