Hafenlogistik: Europa-Terminal in Antwerpen wird erneuert

Gemeinsam mit dem Terminalbetreiber PSA Antwerp will der belgische Seehafen Antwerpen die Kaimauer des Europa-Terminals vertiefen.

Der belgische Seehafen Antwerpen und PSA treffen Vorbereitungen für ein nachhaltiges Wachstum. (Foto: Port of Antwerp)
Der belgische Seehafen Antwerpen und PSA treffen Vorbereitungen für ein nachhaltiges Wachstum. (Foto: Port of Antwerp)
Melanie Wack
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

Um auch in Zukunft Riesen-Containerschiffe im Europa-Terminal begrüßen zu können, will der Hafen Antwerpen gemeinsam mit dem Terminalbetreiber PSA die Kaimauer vertiefen. Die derzeitige Kaimauer soll dafür komplett abgerissen und durch eine neue ersetzt werden. Die Arbeiten dafür sollen 2022 Jahr beginnen, heißt es in einer Pressemitteilung vom 15. März. Um die betrieblichen Auswirkungen zu begrenzen, würden die Arbeiten in drei Phasen durchgeführt. Mit diesem Vertiefungsprojekt bekräftigen der Hafen Antwerpen und PSA Antwerp ihr Bestreben, den vorhandenen Platz im Hafen so effizient und nachhaltig wie möglich zu nutzen. Jacques Vandermeiren, CEO Hafen Antwerpen:

Container sind das wichtigste Segment in unserem Hafen und ein Wachstumssegment in der Welt, das stellen die Jahreszahlen für 2020 einmal mehr unter Beweis. Und der Trend zu mehr Containern für den Transport von Gütern wird sich fortsetzen. Die Vertiefung steht im Einklang mit unserem Bestreben eines weiterhin nachhaltigen Wachstums unseres Hafens und wird dazu beitragen, unsere Position als Welthafen beizubehalten.“

Große Herausforderung

Um die Vertiefung zu realisieren, seien umfangreiche maritime Arbeiten notwendig. Die jetzige Kaimauer mit einer Länge von fast 1.200 Metern muss komplett abgerissen werden. PSA Antwerp, der Betreiber für den Containerumschlag, ist für die komplette Erneuerung der Einrichtung des angrenzenden Vorderkais verantwortlich, einschließlich neuer Bodenbeläge und Containerkräne. Die Kaimauer wird mit allen No-regret-Infrastrukturmaßnahmen ausgestattet, um die Implementierung von Landstrom zu ermöglichen. Ein Unterwasserdamm schützt das nahe gelegene Naturschutzgebiet Galgenschoor. Um die betrieblichen Auswirkungen weitestgehend zu begrenzen, sollen die Arbeiten in drei Phasen durchgeführt werden. Dadurch kann ein großer Teil des Terminals dauerhaft in Betrieb bleiben, während die übrigen Kapazitäten von den PSA-Nordsee-Terminals aus abgefertigt wird.

Jan Van Mossevelde, MD PSA Antwerp: „Dank dieser Vertiefung reiht sich der Europa-Terminal in die Riege der Tiefsee-Containerterminals ein. Zusätzliche Kapazität wird durch die Zunahme von tieferen Schiffen benötigt. Diese wichtige Investition erfüllt die Anforderungen der großen Schifffahrtsallianzen. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, werden wir in der Lage sein, zwei Megaschiffe gleichzeitig an einem erneuerten Terminal abzufertigen, während an beiden Enden des Terminals weiterhin Leichter abgefertigt werden können, sodass die Anforderungen der Verkehrsverlagerung erfüllt werden können.“

Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Der Hafen Antwerpen arbeite permanent sowohl an der Erweiterung, wie beispielsweise mit dem ECA-Projekt, als auch an der Optimierung der bestehenden Kapazität. Diese Vertiefung bilde einen neuen Schritt in der Entwicklung eines nachhaltigen Hafens. Der Europa-Terminal wurde 1990 als erstes Gezeiten-Containerterminal im Hafen von Antwerpen in Betrieb genommen. Der derzeitige maximale Tiefgang von Schiffen, die an der Kaimauer festmachen können, beträgt 13,5 Meter. Tiefergelegene Containerschiffe können somit momentan nicht aufgenommen werden. Die Tiefe des Terminals wird daher am maximalen Tiefgang von rund 16 Metern bei Einfahrt ausgerichtet. Auf diese Weise werden auch die tiefsten Schiffe in den Terminal ein- und auslaufen können.

Printer Friendly, PDF & Email