Häfen: Projekt zur CO2-Reduzierung geht in zweite Runde

Die erste Phase des EU-Projekts Smooth Ports ist abgeschlossen. Die Ansätze werden nun in Aktionsplänen umgesetzt: So will Hamburg über das EFRE-Programm digitale Lösungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen durch Lkw fördern und der bulgarische Partner bindet einen Industriebetrieb an die Kaikante an, um die Zahl von Lkw-Fahrten zu verringern.

Das EU-Projekt Smooth Ports will zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Häfen beitragen. (Symbolbild: HHM/Hasenpusch Productions)
Das EU-Projekt Smooth Ports will zur Reduzierung von CO2-Emissionen in Häfen beitragen. (Symbolbild: HHM/Hasenpusch Productions)
Gunnar Knüpffer
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Häfen und Hafenbehörden aus Italien, Frankreich, Bulgarien und Deutschland wollen die Reduzierung von CO2-Emissionen mit dem Projekt Smooth Ports vorantreiben. Unter der Leitung der Hamburger Behörde für Wirtschaft und Innovation haben die Beteiligten nun die erste Phase des EU-Projekts abgeschlossen. Ziel ist vor allem die Lkw-Verkehre an den Häfen zu reduzieren.

Dabei entwickelten die Beteiligten während der ersten Projektphase verschiedene Lösungsansätze und prüften diese auf ihre Eignung für andere Hafenstandorte. Damit ist der erste wichtige Projektmeilenstein, des durch Interreg Europe geförderten Projekts, erreicht, teilt der Hafen Hamburg mit.

Digitale Lkw-Hafenverkehrssysteme

Die ermittelten Lösungsansätze sollen über sogenannte Aktionspläne nun im zweiten Meilenstein des Projekts gefördert und vorangetrieben werden. Die Freie und Hansestadt Hamburg wird aller Voraussicht nach eine Fördergrundlage im künftigen Hamburger EFRE-Förderprogramm verankern (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung), mit der digitale Lösungsideen des Projekts zur Reduzierung von Lkw-CO2-Emissionen gefördert werden können. Dazu zählen beispielsweise digitale Lkw-Hafenverkehrssysteme, digitales Parkraummanagement, aber auch ein virtuelles System zur Instandhaltung der Straßen im Hafen. Bei durchschnittlich etwas mehr als 17000 Schwerlastfahrzeugen pro Tag, die im Hafen unterwegs sind und einen Rundlauf von etwa zehn Kilometern haben, biete eine solche Lösung in Hamburg große Chancen nicht nur den Verkehr auf den Straßen, sondern auch die CO2-Ausstöße zu reduzieren.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Förderband statt Lkw

Andere Häfen setzen innovative Konzepte hinsichtlich Abfertigung, E-Mobilität im Hafen oder Slot-Managementsysteme um. Der bulgarische Partner wird einen im Hafenumfeld ansässigen Industriebetrieb mit Förderbändern an die Kaikante anbinden und auf diese Weise viele Lkw-Fahrten einsparen. Alle Maßnahmen haben insbesondere das Ziel, den Lkw-Verkehr in den Häfen zu minimieren. Die Hafenbehörde in Nantes Saint-Nazaire wiederum unterstützt die Nutzung von alternativen Kraftstoffen für Fahrzeuge, die sich im Hafengebiet bewegen, in dem sie den Bau einer Erdgastankstelle auf ihrem Grund fördert.

Projektabschluss 2023 

Die Projektpartner werden in Phase zwei des Projektes bis Anfang 2023 die Aktionspläne umsetzen und weiterhin im Austausch mit den verschiedenen Interessenvertretern bleiben. Es ist derzeit geplant, im September 2022 noch einmal eine Abschlussveranstaltung zu organisieren, um die Projektergebnisse zu präsentieren und sich persönlich austauschen zu können, bevor das Projekt 2023 abgeschlossen ist.

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