Güterverkehr: SBB positioniert sich neu

In der Schweiz gibt es Änderungen beim Schienengüterverkehrsunternehmen SBB Cargo.

SBB Cargo-Güterzug unterwegs auf der Schiene. (Foto: SBB CFF FFS)
SBB Cargo-Güterzug unterwegs auf der Schiene. (Foto: SBB CFF FFS)
Matthias Pieringer

Die SBB Cargo AG wird wieder eine 100-prozentige SBB-Tochtergesellschaft. Die Minderheitsaktionärin Swiss Combi AG verkaufe ihren Aktienanteil von 35 Prozent an die SBB und werde strategische Partnerin, ließ die SBB kürzlich verlauten. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Vor drei Jahren hatte die Swiss Combi AG – bestehend aus den Logistikdienstleistern Planzer Holding AG (40 Prozent), Camion Transport AG (40 Prozent), Bertschi AG (10 Prozent) und Galliker Holding AG (10 Prozent) – den genannten Aktienanteil an der SBB Cargo AG übernommen.

Neuer CEO für SBB Cargo AG

Zum neuen Konzernleitungsmitglied für den Güterverkehr ist Alexander Muhm ernannt worden, der heutige Leiter von SBB Immobilien. Muhm übernimmt per 26. Juni 2023 seine neue Aufgabe. Als neuer Leiter Güterverkehr hat er auch die Position des CEO der SBB Cargo AG. Hier löst er Désirée Baer ab, die das Unternehmen seit 2020 leitet.

Mit dem Rückkauf der Aktien und der neuen Leitung Güterverkehr will die SBB den Güterverkehr nach eigenen Angaben verstärkt und aus einer Hand führen. Die bisherige Segmentsleitung Güterverkehr hatte auf Mandatsbasis eine koordinative Aufgabe inne und war nicht Mitglied der Konzernleitung. Neu wird der Güterverkehr wieder auf Stufe SBB Konzern geleitet. Damit vereinfache man die Führungsstruktur und bereite sich auf eine mögliche staatliche Förderung beim Einzelwagenladungsverkehr vor, hieß es.

Der neue Leiter Güterverkehr Alexander Muhm ist nebst seiner Aufgabe als CEO der SBB Cargo AG verantwortlich für alle Güterverkehrs-Tochtergesellschaften der SBB, inklusive der neu gegründeten SBB Intermodal AG. Diese SBB-Tochtergesellschaft soll eine flächendeckende Terminalinfrastruktur in der Schweiz planen und erstellen.

Konzept „Suisse Cargo Logistics“

Damit konkretisiert die SBB nach eigenen Angaben das Konzept „Suisse Cargo Logistics“, welches sie im Herbst 2022 vorgestellt hat. „Suisse Cargo Logistics“ sieht vor, das Umschlagnetzwerk um fünf Terminals für den kombinierten Verkehr zwischen Genf und St. Gallen zu ergänzen.

Die Neuaufstellung im Aktionariat sei in Abstimmung mit dem Eigner der SBB AG erfolgt und müsse noch von den Wettbewerbsbehörden genehmigt werden, so die SBB-Mitteilung.