Grünes SAF: Uniper, Siemens, Airbus und Sasol kooperieren

Grundlage des Projekts Green Fuels Hamburg soll eine Elektrolyse-Großanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff aus Strom sein, an die eine Produktionsanlage für Power-to-Liquid-Kraftstoffe gekoppelt wird.

Ein Großprojekt mehrerer Unternehmen will der Erzeugung von Power-to-Liquid-Flugkraftstoffen Schub verleihen. (Symbolbild: Malp / AdobeStock)
Ein Großprojekt mehrerer Unternehmen will der Erzeugung von Power-to-Liquid-Flugkraftstoffen Schub verleihen. (Symbolbild: Malp / AdobeStock)
Therese Meitinger
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Unter dem Namen „Green Fuels Hamburg" wollen der Energieversorger Uniper, der Energietechnologiekonzern Siemens Energy, der Flugzeughersteller Airbus und das Chemie- und Energieunternehmen Sasol EcoFT ein kommerzielles Projekt zur Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen, Green Fuels, für die Luftfahrt in Deutschland umsetzen. Das gaben die Unternehmen am 23. Juni bekannt. Die vier Projektpartner decken dabei den gesamten Wertschöpfungsprozess zur Herstellung von CO2-neutralem Kerosin, sogenanntem Power-to-Liquid-Kerosin (PtL), ab, teilen sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Unterstützt werden sie demnach von der Technischen Universität Hamburg (TUHH) als Forschungspartner sowie dem Hamburger Senat (Behörde für Wirtschaft und Innovation und Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft) und dem Flughafen Hamburg. Darüber hinaus habe Emirates Airline sein Interesse bekundet, an der Nutzung des produzierten PtL-Kerosins beteiligt zu sein, heißt es vonseiten der Kooperationspartner.

10.000 Tonnen grünes Kerosin

„Green Fuels Hamburg" bekundete, einen erheblichen Anteil zur Dekarbonisierung des Luftfahrtsektors beitragen zu wollen. Die dafür notwendige Anlage soll ab 2026 in der ersten Ausbaustufe mindestens 10.000 Tonnen grünes Kerosin jährlich für den Luftverkehr erzeugen. Damit könnte laut den Projektpartnern allein durch diese Anlage 20 Prozent der von der Bundesregierung in der PtL-Roadmap vorgegeben Beimischungsquote an PtL-Kerosin ab 2026 bereitgestellt werden.

Dr. Holger Kreetz, COO Asset Management bei Uniper Kraftwerke: 

„Eines der Hauptziele von Uniper ist die effektive Dekarbonisierung sowohl anderer Industrien als auch der eigenen, ohne dabei die Versorgungssicherheit zu vernachlässigen. Der Innovationsstandort Hamburg – mit direktem Zugang zu Erneuerbaren Energien sowie den Abnehmern auf Industrie- und Luftfahrtseite – ist prädestiniert für eine Vorreiterrolle im Bereich Power-to- Liquid.

Dr. Andre Walter, Head of Plant and Industrial Site Hamburg Airbus bei Airbus Operations GmbH:

„Für eine klimaneutrale Zukunft der Luftfahrt sind aus Airbus Sicht drei Dinge entscheidend: Erstens die Steigerung der Effizienz unserer Flugzeuge und die Flottenmodernisierung, zweitens Sustainable Aviation Fuels (SAF) und drittens Wasserstoff als Energieträger. Grünen Wasserstoff benötigt man bekanntlich auch für PtL-Kerosin, auch als eSAF bezeichnet. Green Fuels Hamburg wird einen wichtigen Beitrag zum Hochlauf der PtL-Produktion in Deutschland leisten und könnte zum Technologie-Exportschlager werden! "

 

Hamburg als Luftfahrtstandort bietet nach Ansicht der Projektpartner beste Voraussetzungen für dieses Großprojekt, da die Region sowohl über die Nähe zu Erneuerbaren Energien, als auch über die notwendigen Abnehmer auf Seite der Industrie beziehungsweise der Luftfahrt verfüge. Im Gebiet Hamburg Billbrook beabsichtigt das Konsortium, eine Elektrolyse-Großanlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff aus Strom von Offshore-Windanlagen zu errichten. Daran gekoppelt wird eine Produktionsanlage für PtL-Kraftstoffe: In einem synthetischen Verfahren (unter anderem Fischer-Tropsch-Synthese) wird hierbei aus dem grünen Wasserstoff und aufbereitetem biogenen Kohlendioxid nachhaltiger Flugkraftstoff gewonnen. Das Ergebnis sei CO2-neutrales PtL-Kerosin, das bereits heute zum Einsatz als Flugkraftstoff zertifiziert sei, heißt es.

Stefano Innocenzi, Leiter des Geschäftsbereichs New Energy bei Siemens Energy: 

Strombasierte Flugkraftstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff und erneuerbaren Energien sind der Schlüssel zum nachhaltigen Fliegen. Bislang ist grünes Kerosin jedoch nicht in relevanten Mengen verfügbar. Genau hier setzen wir mit Green Fuels Hamburg an: Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir nun mit Hochdruck daran, E-Kerosin in großem Maßstab auf den Markt zu bringen und eine Vorreiterrolle bei der Dekarbonisierung der Luftfahrt einzunehmen.

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