Grüner Wasserstoff: Deutschland und Kanada planen transatlantische Lieferkette

Während die Regierungen der beiden Länder ein Deutsch-Kanadisches Wasserstoffabkommen unterzeichnen, geben Eon und Uniper langfristige Exportpläne bekannt.

Die Canada-Germany Hydrogen Alliance soll den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in beiden Ländern voranbringen. (Symbolbild: Thomas / AdobeStock)
Die Canada-Germany Hydrogen Alliance soll den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in beiden Ländern voranbringen. (Symbolbild: Thomas / AdobeStock)
Therese Meitinger

Deutschland und Kanada wollen künftig eng bei der Erzeugung und dem Transport von Grünem Wasserstoff zusammenarbeiten: Am 23. August unterzeichneten Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und der kanadische Energieminister Jonathan Wilkinson in Stephenville in der Provinz Neufundland und Labrador ein Deutsch-Kanadisches Wasserstoffabkommen. Das Abkommen, das im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau geschlossen wurde, sieht unter anderem den Aufbau einer transatlantischen Lieferkette für grünen Wasserstoff vor. Ab 2025 sollen erste Lieferungen von Kanada nach Deutschland erfolgen.

Leuchtturmprojekt und einheitliche Standards schaffen

Kanada plant dafür der Absichtserklärung zufolge, Milliardensummen in die Entwicklung von Technologie und Infrastruktur zu investieren, während die Bundesregierung potenzielle Importeure beim Aufbau eines Transportkorridors unterstützen will. Einheitliche Standards sollen geschaffen und die transatlantische Zusammenarbeit zwischen den Häfen in beiden Ländern gefördert werden.  Geplant ist zudem die Einrichtung einer Taskforce mit Industrievertretern auf beiden Seiten, um „Leuchtturmprojekte gemeinsam voranzutreiben“, wie es in der Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums heißt.

„Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Schlüssel für eine klimaneutrale Wirtschaft. Wir müssen Klimaschutz entschlossen vorantreiben, um Wohlstand und Freiheit zu sichern. Das ist in diesen Tagen wichtiger und dringlicher denn je“, so Bundeswirtschaftsminister Habeck mit Blick auf Unsicherheit in der deutschen Energieversorgung.

Am Rande der deutsch-kanadischen Regierungsgespräche gaben am 23. August auch die deutschen Energiekonzerne Eon und Uniper bekannt, eine Absichtserklärung mit dem kanadischen Projektentwickler Everwind geschlossen zu haben. Die beiden Unternehmen wollen ab 2025 in großem Stil klimaneutral hergestellten Wasserstoff aus Kanada in die Bundesrepublik exportieren, den Everwind herstellen soll. Man strebe einen Abnahmevertrag über bis zu 500.000 Tonnen grünem Ammoniak pro Jahr an, heißt es vonseiten der Unternehmen. Wasserstoff wird aus verfahrenstechnischen Gründen zumeist in einer chemischen Verbindung mit Stickstoff als Ammoniak transportiert.

Der für den Export nach Deutschland bestimmte grüne Wasserstoff und das entsprechende Ammoniak soll Eon zufolge in einer Produktionsanlage in Tupper in der kanadischen Provinz Novia Scotia entstehen.

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