Globalisierung: Lahmende Vernetzung

Wirtschaftliche Integration seit 2007 gesunken.
Thilo Jörgl

Das Maß der weltwirtschaftlichen Integration ist seit dem Jahr 2007 gesunken. Obwohl Experten in Sachen globaler Vernetzung nach dem Ausbruch der Finanzkrise wieder Zuwächse beobachtet haben, ist der Vorkrisen-Höchststand der Globalisierung noch nicht wieder erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt die zweite Ausgabe des DHL Global Connectedness Index (GCI) von DHL. Die Studie basiert auf einer Analyse von rund einer Million Datenpunkten aus dem Zeitraum 2005 bis 2011. Die am stärksten vernetzte Volkswirtschaft der Welt sind die Niederlande. Es konnte seine Top-Position aus dem Jahr 2010 verteidigen. Weiteres Ergebnis: Kein Kontinent war 2011 vernetzter als Europa.

Zudem stellte der Autor der Studie, Prof. Pankaj Ghemawat von der IESE Business School in Barcelona, fest: Die Länder, in denen der Grad der Vernetzung von 2010 bis 2011 am stärksten zugenommen hat, liegen allesamt südlich der Sahara: Mosambik, Togo, Ghana, Guinea und Sambia. Gemessen an ihrer globalen Vernetzung liegt diese Region im weltweiten Vergleich zwar noch immer zurück – ihr GCI-Wert ist von 2010 bis 2011 im Schnitt jedoch stärker gestiegen als der aller anderen Regionen.

In der Studie wurde zudem festgestellt:

- In den meisten betrachteten Dimensionen liegt der Grad der Globalisierung unter 20 Prozent – und häufig sogar unter zehn Prozent.

- 50 bis 60 Prozent des grenzüberschreitenden Austauschs findet innerhalb einzelner Regionen statt.

- In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Schwerpunkt der Weltwirtschaft mehrere Tausend Kilometer nach Osten verschoben. Dieser Trend hält an.

- Der Vernetzungsgrad des am stärksten vernetzten Landes, der Niederlande, ist mehrere Hundert Mal so hoch wie der des am wenigsten vernetzten Landes, Burundi.

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