Globaler Handel: Warenumschlag steigt laut Studie über Vor-Pandemie-Niveau

Der weltweite Handel ist um zehn Prozent über das Volumen vor der Coronapandemie gestiegen, besagt der DHL Trade Growth Atlas. 2022 und 2023 soll der Warenaustausch zudem schneller zulegen als in den vergangenen zehn Jahren.

Der globale Handel wird laut dem DHL Trade Growth Atlas 2022 und 2023 stärker als in den vergangenen zehn Jahren wachsen. (Bild: Fotolia, stockphoto mania)
Der globale Handel wird laut dem DHL Trade Growth Atlas 2022 und 2023 stärker als in den vergangenen zehn Jahren wachsen. (Bild: Fotolia, stockphoto mania)
Gunnar Knüpffer

Die Covid-19-Pandemie war für den Welthandel kein großer Rückschlag, ergab der DHL Trade Growth Atlas. Trotz erheblicher Lieferengpässe, die das Wachstum gebremst haben, ist der internationale Warenhandel demnach um zehn Prozent über das Niveau vor der Pandemie hinausgewachsen.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine wurden die Prognosen für das Wachstum des Welthandels nach unten korrigiert. Dennoch wird in dem von DHL und die NYU Stern School of Business veröffentlichten Bericht weiterhin erwartet, dass der Handel in den Jahren 2022 und 2023 etwas schneller wachsen wird als in den vergangenen zehn Jahren. Nach dem Boom des Onlinehandels während der Pandemie deuten die Prognosen zudem auf ein anhaltend starkes Wachstum des grenzüberschreitenden E-Commerce hin.

Der DHL Trade Growth Atlas untersucht Trends mit Blick auf das globale Handelswachstum, geografische Verschiebungen, den Mix der gehandelten Waren und Veränderungen des Geschäftsumfelds. Er analysiert den Warenhandel weltweit, nach Regionen sowie für Industriestaaten und aufstrebende Volkswirtschaften. Insgesamt werden 173 Länder betrachtet.

In Südost- und Südasien wird stärkeres Wachstum erwartet

Der Analyse zufolge kristallisieren sich in Südost- und Südasien neue Pole des Handelswachstums heraus und für die afrikanischen Länder südlich der Sahara wird eine drastische Beschleunigung des Handelswachstums erwartet.

Künftig wird sich laut dem DHL Trade Growth Atlas das Handelswachstum auf eine größere Anzahl von Ländern verteilen: Auf China entfiel in den vergangenen Jahren ein Viertel des Handelswachstums. Aktuellen Prognosen zufolge wird China auch künftig das stärkste Wachstum aufweisen, sein Anteil am weltweiten Handelswachstum wird sich jedoch auf 13 Prozent halbieren.

Vietnam, Indien und die Philippinen ragen sowohl in Bezug auf das Tempo als auch auf den Umfang des prognostizierten Handelswachstums bis 2026 heraus. Alle drei Länder könnten davon profitieren, dass sich viele Unternehmen darum bemühen, ihre auf China ausgerichteten Produktions- und Beschaffungsstrategien zu diversifizieren.

Der Anteil der Schwellenländer am Welthandel war im Zeitraum 2000 bis 2012 von 24 Prozent auf 40 Prozent gestiegen, wobei die Hälfte dieses Anstiegs allein auf China entfiel. Im vergangenen Jahrzehnt haben sich diese Anteile jedoch kaum verändert.

Die Schwellenländer machen dem Bericht zufolge allerdings weiterhin rasante Fortschritte im Hinblick auf ihre Vernetzung und Innovationsstärke sowie die Herausbildung von Spitzenunternehmen. Sie werden zu wichtigeren Exporteuren anspruchsvoller Industrieprodukte und konkurrieren zunehmend nicht nur über niedrige Kosten, sondern auch über Innovation und Qualität.

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