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Global Risks Report: Klimakrise verschärft langfristige Hauptrisiken

World Economic Forum sieht wirtschaftliche Konfrontation und innenpolitische Polarisierung als bedeutende kurzfristige Gefahren.

Katastrophen könnten aufgrund des Klimawandels laut dem Global Risks Report 2020 zunehmen. ((Foto: Tilio & Paolo/Fotolia)
Katastrophen könnten aufgrund des Klimawandels laut dem Global Risks Report 2020 zunehmen. ((Foto: Tilio & Paolo/Fotolia)
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Sandra Lehmann

Die wirtschaftliche und politische Spaltung wird 2020 weltweit weiter zunehmen. Davon geht das World Economic Forum (WEF) in seinem diesjährigen Global Risks Report aus, der am 16. Januar in London der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Bericht prognostiziert ein Jahr mit zunehmenden nationalen und internationalen Differenzen und einer Abkühlung der Konjunktur. Geopolitische Turbulenzen treiben die Welt aus Sicht des WEF zu einer „unsteten“, einseitigen Welt der Rivalitäten zwischen Großmächten – während sich Wirtschafts- und Regierungschefs dringend auf die Zusammenarbeit konzentrieren müssen, um gemeinsame Risiken anzugehen.

Wirtschaftliche Konfrontationen treiben viele um

Mehr als 750 Experten und Entscheidungsträger weltweit wurden für den Global Risks Report gebeten, ihre größten Bedenken in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit und Auswirkungen einzustufen. Dabei gaben 78 Prozent an, dass sich die „wirtschaftlichen Konfrontationen“ und die „innenpolitische Polarisierung“ im Jahr 2020 verschärfen werden.

Verlustrisiken mindern

Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit Marsh & McLennan und der Zurich Insurance Group erstellt wurde, weist zudem darauf hin, dass die politischen Entscheidungsträger die Ziele für den Schutz der Erde mit denen für die Ankurbelung der Volkswirtschaften abgleichen müssen. Insbesondere für Unternehmen gelte es künftig, existenzielle Verlustrisiken zu vermeiden, indem man sich an wissenschaftlich fundierten Zielen ausrichtet.

Zum ersten Mal sind im Zehn-Jahres-Ausblick der Umfrage die fünf größten globalen Risiken, gemessen an der Wahrscheinlichkeit, alle Umweltrisiken. Der Global Risks Report schlägt Alarm in Bezug auf:

1. Extreme Wetterereignisse mit erheblichen Schäden an Eigentum, Infrastruktur und Verlust von Menschenleben

2. Scheitern der von Regierungen und Unternehmen unternommenen Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen

3. Vom Menschen verursachte Umweltschäden und Katastrophen, einschließlich Umweltkriminalität wie Ölverschmutzung und radioaktive Kontamination

4. Schwerwiegender Verlust an Artenvielfalt und Zusammenbruch von Ökosystemen (Land und Wasser) mit irreversiblen Folgen für die Umwelt, was zu einer starken Verringerung der Ressourcen für Mensch und Industrie führt

5. Große Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche und geomagnetische Stürme.

In dem Bericht machen die Autoren zudem darauf aufmerksam, dass die Zeit zur Bewältigung einiger der dringendsten wirtschaftlichen, ökologischen und technologischen Herausforderungen knapp wird, wenn sich die Interessenvertreter nicht an die „sich derzeit vollziehende epochale Machtverschiebung“ und die geopolitischen Turbulenzen anpassen und sich dabei gleichzeitig auf die Zukunft vorbereiten.

„Die politische Landschaft ist polarisiert, der Meeresspiegel steigt und Teile der Welt kämpfen gegen Waldbrände von bisher unbekanntem Ausmaß. In diesem Jahr müssen die Staats- und Regierungschefs der Welt mit allen Bereichen der Gesellschaft zusammenarbeiten, um unsere Kooperationssysteme nicht nur zum kurzfristigen Nutzen, sondern auch zur Bewältigung unserer tief verwurzelten Risiken wiederherzustellen und zu stärken“, sagte Borge Brende, Präsident des WEF.

Jüngere Generationen, so die Autoren, halten den Zustand des Planeten für noch alarmierender. Der Bericht hebt hervor, wie Risiken von Personen gesehen werden, die nach 1980 geboren wurden. Sie stuften kurz- und langfristige Umweltrisiken höher ein als andere Befragte. Fast 90 Prozent dieser Befragten glauben, dass sich „extreme Hitzewellen“, die „Zerstörung von Ökosystemen“ und eine „durch Umweltverschmutzung beeinträchtigte Gesundheit“ im Jahr 2020 verschärfen werden. Demgegenüber waren ältere Generationen zu 77 Prozent, 76 Prozent und 67 Prozent davon überzeugt. Jüngere Befragte glauben zudem, dass die Auswirkungen von Umweltrisiken bis 2030 drastischer und wahrscheinlicher sein werden.

In diesem Zusammenhang rief Peter Giger, Group Chief Risk Officer der Zurich Insurance Group, Unternehmen dazu auf, sich stärker auf aktiven Klimaschutz zu fokussieren:

„Biologisch vielfältige Ökosysteme binden große Mengen an Kohlenstoff und bieten enorme wirtschaftliche Vorteile, die auf rund 33 Billionen US-Dollar pro Jahr geschätzt werden – das entspricht dem BIP der USA und Chinas zusammen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen und politische Entscheidungsträger den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und nachhaltigeren Geschäftsmodellen beschleunigen. Wie bereits zu beobachten ist, gehen Unternehmen zugrunde, die ihre Strategien nicht an veränderten Richtlinien und Kundenwünschen ausrichten. Übergangsrisiken sind real und jeder muss seinen Teil zu ihrer Minderung beitragen. Es ist nicht nur ein wirtschaftlicher Imperativ, es ist einfach das Richtige“, so der Manager.

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