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Gewerkschaft: DSLV weist Dumpinglohn-Vorwürfe der IG Metall zurück

Werkverträge haben laut Verband hohe Bedeutung in der Logistik.
Unter anderem bei Porsche gab es eine Kundgebung der IG Metall. (Foto: IG Metall/Wolfgang Zeyen)
Unter anderem bei Porsche gab es eine Kundgebung der IG Metall. (Foto: IG Metall/Wolfgang Zeyen)
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Nadine Bradl

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV), Bonn, hat in einer Pressemitteilung am 25. September 2015 die hohe Bedeutung von Werkverträgen in der Logistik betont. Die zunehmende Konzentration der Industrie auf ihre Kernkompetenz erfordere spezialisierte Dienstleister aus dem Bereich Logistik, die effiziente Zulieferketten organisieren. Deshalb muss laut DSLV jedes Unternehmen ohne wesentliche Einschränkung selbst entscheiden können, in welchem Umfang es Dienstleistungen und Serviceaufgaben durch Dritte erbringen lässt. Das gelte auch für die Automobilindustrie, in der Zulieferfirmen und Speditionen die Vorproduktion durch ausgereifte gemeinsame Logistikprozesse unterstützen.

Keine Billig-Strategie durch Werkverträge

Den Vorwurf der Gewerkschaft IG Metall durch den Einsatz von Werkverträgen eine Billig-Strategie in der Logistik zu fahren, weist DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster zurück: „Die in der Spedition gezahlten Entgelte sind mit dem Tarifpartner Ver.di fair und gemeinschaftlich ausgehandelt. Wenn die IG Metall hier von Dumpinglöhnen spricht, diskreditiert sie nicht nur die etablierten Verhandlungen zwischen zwei Tarifpartnern, sondern in besonderer Weise die Fähigkeit von Ver.di, sich ausreichend um die Belange ihrer Mitglieder zu kümmern.“

Aktionen bei BMW, Porsche und Audi

Die IG Metall hatte am 24. September mehrere zehntausend Beschäftigte von Automobilherstellern und Zulieferern zum bundesweiten Automobil-Aktionstag gegen den Missbrauch von Werkverträgen mobilisiert. Kundgebungen und Aktionen fanden unter anderem bei Daimler, Audi, BMW, MAN, Opel, Ford und VW statt. Auf den Kundgebungen bei Porsche und BMW in Leipzig sprach unter anderem Detlef Wetzel, Vorsitzender der IG Metall. Laut Wetzel steht die Gewerkschaft Werkverträge nicht grundsätzlich ablehnend gegenüber, sondern man ist nur „gegen die Werkverträge, die ausschließlich dazu genutzt werden, um Löhne zu senken und Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.“

Weitere Regulierung würde Standorte gefährden

Der DSLV-Hauptgeschäftsführer spricht hingegen sein völliges Verständnis dafür aus, dass die Arbeitnehmervertretungen ihre Mitglieder vor Scheinwerkverträgen schützen wollen. Dafür hätten allerdings der Gesetzgeber und die Rechtsprechung bereits ausreichend gesorgt. „Deshalb dürfen bewährte, durch Werkverträge geregelte Beziehungen zwischen Wirtschaftsbeteiligten nicht pauschal unter Missbrauchsverdacht gestellt werden“, sagt Huster. Forderungen der IG Metall nach einer weiteren Regulierung würden unternehmerische Entscheidungen zusätzlich einschränken und nicht nur etablierte Kunden-/Dienstleisterbeziehungen, sondern ganze Industriestandorte gefährden.

Planungssicherheit für die Unternehmen

Huster sagt weiter: „Zusätzliche gesetzliche Regelungen sind mehr als überflüssig. Die überwiegend mittelständisch strukturierten Unternehmen der Speditions- und Logistikbranche brauchen ebenso Planungssicherheit wie ihre Auftraggeber. Vor allem Kontraktlogistikverträge haben eine mehrjährige Geltungsdauer, während der beide Vertragspartner eine feste Kalkulationsgrundlage brauchen, die nicht durch völlig neue Tarifgefüge gefährdet werden darf.“

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