Getreidelager: Lauschangriff auf Mäuse und Käfer

Forscher der Uni Kassel entwickeln Messsystem, um Schädlinge zu erkennen.
Redaktion (allg.)

Die Agrartechnik-Forscher Prof. Dr. Oliver Hensel und Dr. Uwe Richter von der Universität Kassel entwickeln derzeit ein modulares Messsystem, das verschiedene Schädlinge in Getreidelagern identifizieren soll. Eine „Sensorlanze“, ein ausziehbarer Stab mit einem Sensor und einem Prozessrechner, soll die Tierchen an ihren Geräuschen erkennen. Sie erfasst die arttypischen Laute, die Mäuse, Kornkäfer und andere Insekten beim Fressen und Laufen erzeugen. Zudem wertet sie individuelle akustische Kommunikationssignale der Tiere aus.

Die Sensorlanze soll künftig sowohl für Getreide- oder Saatgutsilos als auch in offenen Lagerungsformen nutzbar sein. Denkbar sind zum einen Handgeräte für flexible Messungen in kleineren Betrieben als auch ein Festeinbau. Wird so ein Schädlingsbefall frühzeitig erfasst und klassifiziert, können die Tierchen etwa mit Wärme bekämpft werden, statt Breitbandinsektizide einzusetzen. So wollen die Wissenschaftler dazu beitragen, den jährlichen Verlust von 180 bis 360 Mio. t Getreide weltweit zu reduzieren. Allein in Deutschland werden jedes Jahr zwei Mio. Tonnen Getreide und Saatgut durch tierische Schädlinge vernichtet, schätzen Experten.

(akw)
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