Gestörte Lieferketten: Stellenwert des Einkaufs im Mittelstand wächst

Laut einer Umfrage von Kloepfel Consulting weitet die Mehrheit der befragten Unternehmen zudem ihr Engagement in Sachen Automatisierung und Digitalisierung aus.

Wie stellen sich Mittelständler ihren Einkauf mit Blick auf resiliente Lieferketten auf? (Symbolbild: Brian Jackson / Fotolia)
Wie stellen sich Mittelständler ihren Einkauf mit Blick auf resiliente Lieferketten auf? (Symbolbild: Brian Jackson / Fotolia)
Therese Meitinger

Versorgungssicherheiten und Preisexplosionen verstärken die Bedeutung des Einkaufs für die Unternehmen. Nun wollte die auf Einkauf und Lieferketten spezialisierte Unternehmensberatung Kloepfel Consulting mithilfe einer Umfrage herausfinden, ob und wie mittelständische Unternehmen ihren Einkauf ausbauen. Im Rahmen der stichprobenartigen Befragung wurden im März 2022 branchenübergreifend 104 Einkäufer befragt, so eine Pressemitteilung vom 20. April.

Von den Befragten sagen Kloepfel zufolge 43 Prozent, dass ihr Unternehmen den Einkauf mit neuen Mitarbeitern verstärken möchte. Elf Prozent finden demnach, dass hier zu wenig unternommen werde. Unterdessen geben 44 Prozent der Einkäufer an, dass keine Neueinstellungen von Einkäufern geplant beziehungsweise nötig seien. Zwei Prozent konnten diese Frage nicht beantworten.

63 Prozent der Befragten planen beziehungsweise setzen laut der Umfrage den Ausbau von Automatisierung und Digitalisierung um. 25 Prozent finden, dass hier zu wenig unternommen wird. Zwölf Prozent teilen mit, dass man sich in diesem Bereich nicht engagiert.

Stärkung des Einkaufs-Controllings im Trend

45 Prozent arbeiten an der Stärkung des Einkaufs-Controllings. 23 Prozent finden, dass hier zu wenig umgesetzt wird. 32 Prozent haben nicht vor, dass Controlling im Einkauf auszuweiten.

Von den befragten Einkaufsmanagern arbeiten 16 Prozent mit Einkaufsberatern zusammen. Acht Prozent planen dies Kloepfel zufolge. 71 Prozent planen derzeit keine Zusammenarbeit mit Einkaufsberatern. Fünf Prozent können hierzu keine Angaben machen.

Gut jeder fünfte Einkaufsmanager gibt an, dass man die operative Beschaffung auslagern möchte (zwölf Prozent) oder dies bereits tut (zehn Prozent). Sechs Prozent der Befragten finden, dass mehr operative Beschaffungsaufgaben ausgelagert werden könnten. 69 Prozent hingegen planen keine Auslagerung von operativen Beschaffungsaufgaben. Drei Prozent wussten laut Kloepfel keine Antwort auf diese Frage.

80 Prozent der Befragten planen keine Auslagerung ihrer Sonderbeschaffung. Sechs Prozent arbeiten daran, die Sonderbeschaffung auszulagern. Elf Prozent denken, dass dies zu wenig umsetzt. Drei Prozent wussten es nicht.

Trotz der oben genannten positiven Trends, bleibt das Thema Weiterbildung nach Ansicht von Kloepfel Consulting zu sehr auf der Strecke. 56 Prozent der Einkäufer werden gar nicht (30 Prozent) oder zu wenig (26 Prozent) weitergebildet. Bei 25 Prozent der Teilnehmer seien Weiterbildungen geplant. Nur knapp jeder fünfte Teilnehmer (19 Prozent) findet das Weiterbildungsangebot zufriedenstellend.

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