Gehaltsreport: Das verdienen CPOs, Einkaufsleiter und Supply Chain Manager 2023

Noch deutlicher als im letzten Jahr sei der Einfluss des Geschlechts auf das Gehalt erkennbar, hat der Einkäufer-Gehaltsreport der Kloepfel Group ermittelt.

Laut dem Einkäufer-Gehaltsreport zeigt sich die steigende Bedeutung des Einkaufs auch im Gehalt. (Symbolbild: Romolo Tavani/AdobeStock)
Laut dem Einkäufer-Gehaltsreport zeigt sich die steigende Bedeutung des Einkaufs auch im Gehalt. (Symbolbild: Romolo Tavani/AdobeStock)
Therese Meitinger

Die Kloepfel Group hat am 7. November ihren Einkäufer-Gehaltsreport 2023 veröffentlicht. Seit 2013 befragt das Beratungsunternehmen jährlich Einkaufsabteilungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihren Gehältern. In diesem Jahr haben Kloepfel zufolge rund 1.500 Angestellte und Führungskräfte aus Deutschland an der Umfrage teilgenommen. Der Report soll Gehaltsunterschiede und die dafür verantwortlichen Faktoren aufdecken. Berücksichtigt wurden die jährlichen Brutto-Gehälter.

Durchschnittsgehalt nach Position

CPOs (Chief Procurement Officer): CPOs verdienen laut dem Report mit durchschnittlich 152.629 Euro pro Jahr generell am meisten. CPOs gehören oft dem Vorstand von Großunternehmen an und werden bei strategisch wichtigen Grundsatzentscheidungen involviert, um den Einkauf strategisch in die Zukunft zu führen. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehören meist auch Logistik / Lager und weitere Abteilungen.

Einkaufsleiter: Die Chefs einer Einkaufsabteilung finden Kloepfel zufolge im Schnitt 108.641 Euro pro Jahr auf ihrer Lohnabrechnung. Sie sind die direkten fachlichen und disziplinären Vorgesetzten der Mitarbeitenden in den Einkaufsabteilungen.

Lead Buyer oder auch Commodity Manager: Erhalten nach der Erhebung im Durchschnitt 93.617 Euro. Lead Buyer / Commodity Manager sind in Konzernen mit mehreren Standorten die Haupteinkäufer für alle Standorte. Auch im Mittelstand gibt es diesen Aufgabenbereich, stets mit der Hauptverantwortung für eine Warengruppe und alle zugehörigen Lieferanten.

Supply Chain Manager: Sie verdienen durchschnittlich 99.273 Euro pro Jahr, so der Report. Supply Chain Manager kümmern sich über den Einkauf hinaus um weitere Beschaffungsthemen entlang der weltweiten Lieferketten (zum Beispiel Qualitätssicherung, Lagerhaltung, Risikomanagement).

Projekteinkäufer: Sie bekommen laut Kloepfel im Schnitt 81.972 Euro. Sie beschaffen alles für bestimmte Projekte, wie zum Beispiel für den Aufbau eines neuen Werkes. Meist sind diese der Entwicklungsabteilung zugewiesen, um dort alle einkäuferischen Aufgaben in einem Entwicklungsprojekt abzuwickeln.

Strategische Einkäufer: Sie verdienen nach der Studie durchschnittlich 77.140 Euro im Jahr. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Konzepte zur langfristigen Optimierung von Beschaffungsprozessen zu erarbeiten und sie verantworten die Strategie in einer oder mehreren Warengruppen.

Operative Einkäufer: Mit durchschnittlich 56.781 Euro bekommen sie am wenigsten. Sie stellen sicher, dass die Fertigung mit Produkten versorgt wird, und kümmern sich auch oft um Rechnungsprüfung bis hin zu Reklamationen.

Gehalt nach Branchen

Die durchschnittlichen Einkäufergehälter variieren nach der Erhebung in verschiedenen Branchen erheblich. In den Branchen Sonderfahrzeugbau, Dienstleistungen und Handel sind die Einkäufergehälter durchschnittlich am höchsten.

Große Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Noch deutlicher als im letzten Jahr sei der Einfluss des Geschlechts auf das Gehalt erkennbar, heißt es. Diesmal gebe es auch keine Position, in der Frauen mehr verdienen als Männer. Bei Männern ist auch laut dem Report die Regel ausgeprägt, dass in der nächsthöheren Position mehr verdient wird. Bei Frauen ist dies nicht immer so.

Weiterhin Unterschiede zwischen Ost und West

Es bestehen laut Kloepfel nach wie vor Differenzen in den Gehaltsstrukturen zwischen dem Westen und Osten Deutschlands. Die Durchschnittsgehälter in den östlichen Bundesländern sind im Allgemeinen niedriger als in den westlichen Regionen.

Mehr Gehalt im indirekten Einkauf

Ein weiteres Mal zeige sich, dass Mitarbeiter im indirekten Einkauf mehr verdienen könnten als im direkten Einkauf, so die Beratung. In diesem Jahr gilt das sogar für alle Positionen. Einzige Ausnahme bilden CPO, die für beide Einkaufsbereiche zuständig sind und deutlich mehr verdienen als ihre Kollegen.

Gehalt nach gemessenem Erfolg

Wenn Unternehmen ihre Fach- und Führungskräfte basierend auf ihren Leistungen bewerten, können diese laut der Erhebung ein höheres Gehalt erwarten. Dies erfordert jedoch ein effektives Controlling, das sinnvoll auf die Unternehmensstrategie abgestimmt ist. Dadurch wird auch eine solide Basis für erfolgreiche Gehaltsverhandlungen gelegt.

Weiterbildung lohnt sich

Thanh Duy Tran, Country Manager Kloepfel Consulting Deutschland, hält fest:

„Die Daten zeigen, dass Einkäufer, die eine berufliche Fortbildung durchlaufen haben, in der Regel höhere Gehälter erhalten. Dies unterstreicht die Relevanz von lebenslangem Lernen und beruflicher Weiterentwicklung. Einkaufsprofis stehen vor der Aufgabe, sich kontinuierlich fortzubilden, um ihre Qualifikationen zu verbessern und dadurch ihre Verdienstmöglichkeiten zu steigern.“

Hohe Inflation wird nicht automatisch ausgeglichen

Bei 49 Prozent der Befragten wurde das Gehalt aufgrund der Inflation angepasst. Innerhalb der einzelnen Positionen ist die Verteilung unterschiedlich. So bekamen 65 Prozent der Lead Buyer / Commodity Manager eine entsprechende Gehaltsanpassung. Bei den operativen Einkäufern, den Einkaufsleitern und den CPO sind es dagegen jeweils weniger als die Hälfte.

Alexander Hornikel, Country Manager Deutschland von Kloepfel Consulting, sagt zu den Ergebnissen des Einkäufer-Gehaltsreports 2023:

„Die beobachteten Gehaltsentwicklungen und -bänder im Report untermauern die wachsende Relevanz des Einkaufs im Mittelstand. Es ist erfreulich festzustellen, dass dessen strategische Bedeutung in den Gehaltsstrukturen reflektiert wird.“