Gartner: Das sind die führenden Unternehmen im Lieferkettenmanagement 2022

Laut der Rangliste Global Supply Chain Top 25 des Marktforschungsunternehmens Gartner ist Cisco Systems 2022 das führende Unternehmen beim Lieferkettenmanagement. BMW landete als erstes deutsches Unternehmen in dem Ranking auf Platz 19.

In dem Ranking Global Supply Chain Top 25 von Gartner sicherte sich Cisco Systems zum dritten Mal in Folge Platz 1. (Bild: Adobe Stock, j-mel)
In dem Ranking Global Supply Chain Top 25 von Gartner sicherte sich Cisco Systems zum dritten Mal in Folge Platz 1. (Bild: Adobe Stock, j-mel)
Gunnar Knüpffer

Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Gartner hat für das Jahr 2022 seine Rangliste mit Unternehmen erstellt, die führend beim Lieferkettenmanagement sind und durch ihre Best Practices herausragen. Cisco Systems belegte im dritten Jahr in Folge den ersten Platz unter diesen „Global Supply Chain Top 25“, gefolgt von Schneider Electric, Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson und PepsiCo, teilte Gartner am 26. Mai auf seiner Website mit.

Dabei basiert das Ranking auf einer Kombination aus Leistungskennzahlen der Unternehmen und prognostizierten Zukunftspotenzialen. Für die Auswahl der Unternehmen nutzen die Analysten von Gartner die Listen Fortune Global 500 und Forbes Global 2000.

„Cisco passt sich weiterhin auf verschiedene Weise an das sich verändernde Umfeld an und seine Lieferkette wird im Einklang modifiziert“, sagte Mike Griswold, Vice President Team Manager in der Supply Chain Practice bei Gartner. „Die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung bilden einen großen Schwerpunkt, wobei Kreislaufkonzepte bei dem Design, der Produktion und dem Konsum der Produkte sowie in der Lieferkette angewendet werden.“

BMW liegt auf Platz 19 unter den Global Supply Chain Top 25

In dem Supply-Chain-Ranking folgen auf den weiteren Plätzen Pfizer, Intel, Nestlé, Lenovo und Microsoft. Aus Deutschland landete BMW auf Platz 19 und Siemens auf dem 21. Rang. Dabei bezog Gartner die Firmen Microsoft, Siemens und AstraZeneca in diesem Jahr zum ersten Mal in seine Aufstellung mit ein.

„19 Unternehmen erhielten in diesem Jahr die höchstmögliche Punktzahl in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, was die wachsende Bedeutung widerspiegelt, die Supply-Chain-Führungskräfte ESG-Initiativen beimessen“, berichtete Griswold.

Zur Anerkennung nachhaltiger Spitzenleistungen in der Lieferkette hatte Gartner 2015 die Kategorie „Masters“ eingeführt. Um als „Masters“ eingestuft zu werden, müssen Unternehmen in mindestens sieben der vergangenen zehn Jahre eine der fünf besten Gesamtbewertungen erreicht haben. Alle Masters des vergangenen Jahres - Amazon, Apple, P&G, McDonald's und Unilever - haben sich auch 2022 für diese Kategorie qualifiziert.

Masters zeichnen sich durch agiles Handeln aus

Alle Masters seien Paradebeispiele dafür, wie Unternehmen über einen längeren Zeitraum hinweg agil handeln und schnell reagieren können, meinte Griswold. Andere Chief Supply Chain Officers (CSCOs) könnten sich an ihnen und den anderen Unternehmen in der Rangliste orientieren und von deren Best Practices lernen.

In den vergangenen Jahren sind CSCOs laut Gartner zu treibenden Kräften für neue Geschäftsmodelle, Nachhaltigkeitsbemühungen und kommerzielle Innovationen geworden. Um ihrer neuen Verantwortung gerecht zu werden, würden die Verantwortlichen für die Lieferkette über ihr eigenes Unternehmen hinausblicken und sich um die Schaffung von Ökosystemen bemühen, die auf Zusammenarbeit basieren und in der Lage sind, Herausforderungen größeren Ausmaßes zu bewältigen.

„So schließen sich beispielsweise viele Konsumgüterunternehmen im Rahmen des Consumer Goods Forum zusammen, um die Agenda für die Entwicklung neuer Kunststoffrecyclingtechnologien zu bestimmen“, sagte Griswold. Diese Form der Zusammenarbeit sei ein effektiver Weg, um die Umweltkrise zu bewältigen.

Um angesichts der anhaltenden Störungen flexibler zu werden, haben laut Ranking führende Unternehmen beim Lieferkettenmanagement ihre Entscheidungsprozesse und ihre Finanzierung umgestellt. Einige haben zeitlich befristete Transformationsteams eingesetzt, um kurzfristige Herausforderungen im Unternehmen zu bewältigen, wobei sie wissen, dass sie zu ihrem Tagesgeschäft zurückkehren werden, sobald sich das Umfeld stabilisiert hat.

Flexible Finanzierungsmethoden erlauben Firmen, schnell zu reagieren

Eine schnelle Reaktionsfähigkeit wird laut des Marktforschungsunternehmens durch flexible Finanzierungsmethoden auf der Grundlage von Risikokapitalmodellen gefördert. Diese Modelle ermöglichten es, die Budgets für Umstrukturierungen zu erhöhen, wenn erfolgreiche Pilotprojekte einen größeren Umfang rechtfertigen, oder sie zu verringern, wenn sich die Versuche nicht bewähren oder die Ressourcen an anderer Stelle besser verwendet werden können.

Führende Unternehmen haben für ihre Lieferketten ehrgeizige „Netto-Null“-Ziele angekündigt, die eine Reduzierung der nach der Methode Scope 3 gemessenen Emissionen bei Lieferanten und Kunden vorsehen. „Unternehmen wie Walmart, Microsoft und Unilever haben formelle Programme eingeführt, um den Status von Projekten zur Emissionsreduzierung bei Zulieferern zu verfolgen und die daraus resultierenden Reduzierungen im Laufe der Zeit zu quantifizieren“, erklärte Griswold.

Führende Unternehmen setzen auf Kreislaufwirtschaft

Der Untersuchung zu Folge werden in der Hightech-Industrie Modelle der Kreislaufwirtschaft immer beliebter. Unternehmen wie Cisco, Lenovo und HP würden ihre Geschäftsmodelle umstellen - weg vom isolierten Verkauf einzelner Geräte hin zu dienstleistungsbasierten Modellen, die das Sammeln, das Recycling und die Entsorgung von Altprodukten umfassen.

Führungskräfte im Supply Chain Management haben laut Gartner die Aufgabe, langfristige Investitionen in die Automatisierung mit kurzfristigen Investitionen in Technologien, die die kognitive Belastung der Mitarbeiter verringern, in Einklang zu bringen. Auch müssten sie Zeit und Aufmerksamkeit auf die Bereiche lenken, in denen Menschen bessere Leistungen erbringen als Maschinen, wie zum Beispiel den Aufbau von Beziehungen und die Reaktion auf neue Betriebsbedingungen. Dabei gebe es auch Fälle, in denen Menschen besser mit Maschinen zusammenarbeiten. So könnten zum Beispiel Lager- oder Fabrikarbeiter ihre Produktivität durch die Arbeit mit Cobots steigern.

„Um ihre Mitarbeiter auf die Zukunft vorzubereiten, setzen Führungskräfte verstärkt auf Programme, die deren digitale Kompetenz ausbauen“, meinte Griswold. Diese Bildungs- und Anwendungsprogramme versetzten die Mitarbeiter in die Lage, datengestützte Analysen für eine fundiertere Entscheidungsfindung in ihren Aufgabenbereichen zu nutzen.

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