FTS: Benteler hebt schwere Lasten mit selbst entwickeltem Fahrzeug

Das Gerät hebt Lasten bis zwei Tonnen Gewicht automatisiert in fünf Meter Höhe.

Ein mit Ausschuss beladenes Fahrzeug des Fahrerlosen Transportsystems auf dem Weg zur Kippstation. | Bild: Benteler
Ein mit Ausschuss beladenes Fahrzeug des Fahrerlosen Transportsystems auf dem Weg zur Kippstation. | Bild: Benteler
Sandra Lehmann
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Beim Automobilzulieferer Benteler werden im Versandzentrum am Standort in Schloß Neuhaus die intralogistischen Betriebsabläufe nun durch fahrerlose Transportsysteme (FTS) automatisiert. Das gab das Unternehmen mit Sitz in Paderborn kürzlich bekannt. Neben einer höheren Produktivität erhofft man sich von der Maßnahme auch weniger Transportschäden und mehr Arbeitssicherheit.

„Die fahrerlosen Transportsysteme sind vollautomatisch gesteuerte Stapler. Ohne Eingreifen eines Mitarbeiters übernehmen sie den Transport von Versandgebinden und das Heben von Lasten in unsere Regallager“, beschreibt Thomas Michels, Leiter des Werksverbundes Schloß Neuhaus und Paderborn. Das spare Wartezeiten an den Anlagen, steigere die Produktivität und erhöhe die Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nach einer erfolgreichen Erprobungsphase im Dreischichtbetrieb habe sich das System mittlerweile auch im Arbeitsalltag bewährt, heißt es vom Unternehmen. Der Einsatzbereich des FTS wurde um neue Funktionen erweitert: Anfallender Ausschuss in der Produktion werde nun vollautomatisch entsorgt. Dazu hole das FTS die Behälter mit dem Ausfallmaterial ab, leere diese an der Kippstation und stellt sie danach wieder am Ausgangspunkt ab. Eine komplett abgeschirmte Station reduziert dabei den Geräuschpegel und verbessert die Arbeitssicherheit, so Benteler in einer Pressemitteilung.

Verfügbarkeit erhöht

Eine optimierte Verkehrsführung steigere zudem die Verfügbarkeit des Gesamtsystems. In Spitzenzeiten werden nun pro Tag bis zu 250 Fahrten absolviert und 100 Tonnen bewegt. Lasten von zwei Tonnen können die Fahrzeuge in Höhen von bis zu fünf Metern automatisiert heben.

„Wir haben das System in den vergangenen Monaten kontinuierlich verbessert. Die Spurführung der FTS erfolgt an störanfälligen Stellen nun durch Magnetpunkte“, erklärt Felix Schmidt, Projektleiter bei der Einführung des FTS. „Diese Art der Navigation ist neu und im Vergleich zur optischen Variante wesentlich unempfindlicher.“

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