Frachtschifffahrt: Airbus will emissionsarme Schiffe mit windunterstütztem Antrieb einsetzen

Airbus will ab 2026 emissionsarme Roll-on/Roll-off-Schiffe mit windunterstütztem Antrieb für den Transport seiner Flugzeugteile zwischen den Produktionsstätten in Europa und den Vereinigten Staaten nutzen.

Airbus will künftig Schiffe der Reederei Louis Dreyfus Armateurs einsetzen, deren Antrieb durch Windkraft unterstützt wird. Zu sehen ist hier eine Computer-Animation des Schiffes. (Bild: Louis Dreyfus Armateurs/Airbus)
Airbus will künftig Schiffe der Reederei Louis Dreyfus Armateurs einsetzen, deren Antrieb durch Windkraft unterstützt wird. Zu sehen ist hier eine Computer-Animation des Schiffes. (Bild: Louis Dreyfus Armateurs/Airbus)
Gunnar Knüpffer

Airbus wird die Flotte seiner gecharterten Schiffe, die Flugzeugteile zwischen den Produktionsstätten in Europa und den Vereinigten Staaten transportieren, durch drei moderne, emissionsarme Roll-on/Roll-off-Schiffe mit windunterstütztem Antrieb ersetzen. Airbus hat die Reederei Louis Dreyfus Armateurs mit dem Bau, dem Besitz und dem Betrieb dieser neuen, hocheffizienten Schiffe beauftragt, die ab 2026 in Dienst gestellt werden sollen, kommunizierte das Luft- und Raumfahrtunternehmen am 25. Oktober auf seiner Website.

Airbus erwartet, dass die neue Flotte seine durchschnittlichen jährlichen transatlantischen CO2-Emissionen bis 2030 von 68.000 auf 33.000 Tonnen reduzieren wird. Damit leiste das Unternehmen einen Beitrag im Rahmen seiner Verpflichtung, seine gesamten Industrieemissionen bis zum Ende des Jahrzehnts um bis zu 63 Prozent zu senken - im Vergleich zum Basisjahr 2015 - und damit den 1,5°C-Pfad des Pariser Abkommens einzuhalten.

„Die Erneuerung unserer Schiffsflotte ist ein wichtiger Schritt zur Reduzierung unserer Umweltauswirkungen“, sagte Nicolas Chrétien, Head of Sustainability & Environment bei Airbus. „Die von Louis Dreyfus Armateurs vorgeschlagenen Schiffe der neuesten Generation sind durch den Einsatz modernster Technologien wie dem windunterstützten Antrieb treibstoffeffizienter als ihre Vorgänger. Dies zeigt unsere Entschlossenheit, bei der Dekarbonisierung unseres Sektors eine Vorreiterrolle einzunehmen, indem wir nicht nur in der Luftfahrt, sondern in allen unseren Industriebereichen innovativ sind."

Airbus wird nach und nach die Flotte der gecharterten Schiffe aktualisieren, die seine Flugzeugteile über den Atlantik zwischen Saint-Nazaire, Frankreich, und seiner Endmontagelinie für Schmalrumpfflugzeuge in Mobile, Alabama, transportieren.

Die neuen Schiffe werden von einer Kombination aus sechs Flettner-Rotoren – großen, rotierenden Zylindern, die dank des Windes Auftrieb erzeugen und den Frachter vorwärts treiben – und zwei Dual-Fuel-Motoren angetrieben, die mit Schiffsdiesel und E-Methanol betrieben werden. Darüber hinaus soll eine Routenplanungs-Software den Weg der Wasserfahrzeuge über den Atlantik optimieren, um den Windantrieb zu maximieren und den durch ungünstige Meeresbedingungen verursachten Widerstand zu verringern.

Die Flottenerneuerung unterstützt auch das Ziel von Airbus, die Produktivität der A320-Familie bis 2026 auf 75 Flugzeuge pro Monat zu erhöhen. Jedes neue Transatlantikschiff soll etwa siebzig 40-Fuß-Container und sechs Baugruppen für Schmalrumpfflugzeuge-Flugzeuge - Flügel, Rumpf, Triebwerksträger, Höhen- und Seitenleitwerke - transportieren können, verglichen mit drei bis vier Baugruppen bei den derzeitigen Frachtschiffen.