Frachtmarkt: Winterspiele und Chinesisches Neujahrsfest wirken nach

Plattform-Anbieter C. H. Robinson gibt Ratschläge, wie Unternehmen sich auf künftige Belastungsproben auf dem Frachtmarkt aufstellen können.

Neben dem Neujahrsfest haben sich in diesem Jahr auch die Olympischen Winterspiele auf die Lieferprozesse in der Volksrepublik ausgewirkt. (Symbolbild: Paul Rushton / Fotolia)
Neben dem Neujahrsfest haben sich in diesem Jahr auch die Olympischen Winterspiele auf die Lieferprozesse in der Volksrepublik ausgewirkt. (Symbolbild: Paul Rushton / Fotolia)
Therese Meitinger

Das chinesische Neujahrsfest habe jedes Jahr erhebliche Auswirkungen auf den globalen Frachtmarkt, schreibt das US-Unternehmen C. H. Robinson in einem Expertenkommentar vom 16. Februar. Durch die Feiertage komme die Produktion in chinesischen Fabriken fast zum Stillstand und die Transportkapazitäten würden erheblich reduziert, heißt es. Auch in Häfen und Zoll arbeite in der Regel nur ein Minimum an Personal.

In diesem Jahr sind laut dem Unternehmen jedoch weitere Faktoren hinzugekommen: Neben dem bekannten Mangel an Schiffsraum und verfügbaren Containern sieht es die weiterhin sehr angespannte Lage im Zuge der Covid-19-Pandemie sowie Stromausfälle und -sperren, die Abläufe ins Stocken bringen. Im Nachgang der Olympischen Winterspiele in Peking ist außerdem mit verstärkten Zoll- und Sicherheitskontrollen zu rechnen, die Lieferprozesse zudem verlangsamen.

Die Luft- und Seefracht war dem Anbieter zufolge bereits in den letzten Tagen maßgeblich von diesen Ereignissen betroffen. Der verbleibende Februar werde auch weiterhin langsamer verlaufen als üblich, prognostiziert das Unternehmen. Man rechne damit, dass diese Verzögerungen bis Ende des Monats andauern werden, bis sich der Betrieb allmählich wieder normalisiere.

Für Unternehmen sei es nun wichtig, verschiedene Verkehrsträger, Handelswege oder Binnentransportstrategien zu bewerten, um Verzögerungen im Lieferablauf so gering wie möglich zu halten.

Als mögliche Erkenntnisse aus den Belastungen der letzten Wochen nennt C.H. Robinson:

  •  „Vorausschauend planen: Unternehmen und Spediteure sollten die Erkenntnisse dieser ersten beiden Monate des Jahres nutzen, um sich bereits auf kommende, potenzielle Engpässe vorzubereiten. Mithilfe von aussagekräftigen Daten in Bezug auf Nachfrage, Bestellungen, Lieferinformationen, Wettermuster oder häufig aufgetretenen Problemen können sie ihre Planung für das nächste Jahr bereits jetzt anpassen, entsprechend vorausplanen und somit flexibel bleiben.“
  • „Datenbasierte Überblicke: Daten über die aktuelle Auslastung und Situation einzelner Häfen und Flughäfen zu kennen, erlaubt ein flexibles Reagieren und gegebenenfalls die Suche nach Alternativen. Kleinere Häfen können etwa zu guten Optionen werden. Weiterhin ermöglicht ein genaues Wissen über die benötigten Volumina die Entscheidung, ob alternative Seefracht-Optionen oder sogar Luftfracht die optimale Lösung für die jeweilige Situation sein können.“
  • „Netzwerke nutzen: Der Schlüssel in der aktuellen Situation sind exakte Daten über die komplette Lieferkette und verfügbare Optionen sowie eine zuverlässige Kommunikation und Kollaboration im Partnernetzwerk. Angesichts vieler Herausforderungen profitieren Unternehmen wie nie zuvor von Netzwerken und langjähriger Zusammenarbeit. Verlässlichkeit und eine Vertrauensbasis zahlen sich aus, sie vereinfachen das Finden flexibler Lösungen deutlich. Stammkunden haben bei allen Unternehmen Priorität, kurzfristige Aufträge dagegen haben es schwer.“
  • „Alternative Verkehrsträger nutzen: Bei Warteschlangen vor einzelnen Häfen kann intermodaler Transport eine attraktive Ausweichoption darstellen. Ein Teiltransport über Land erlaubt es, auch weiter entfernte Häfen als Alternativen zu nutzen.“

Wie lange es dauert, bis sich die Situation wieder etwas beruhigt, bis die Fahr- und Flugpläne wieder in zuverlässigeren Takt geraten und wieder mehr Kapazitäten zur Verfügung stehen, sei schwer vorherzusagen, heißt es vonseiten C.H. Robinson. Bis dahin müssten alle Teilnehmer der Lieferkette möglichst eng zusammenarbeiten und kommunizieren.

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