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Forum: Die Arbeitswelt der Zukunft

Experten diskutierten neue Ansätze beim Branchenforum „Personal in der Logistik“.
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Redaktion (allg.)

Konjunkturelle Schwankungen erschweren es der Logistikbranche, Personal langfristig einzusetzen und vorausschauend planen zu können. Im Wettbewerb um die besten Köpfe habe die Branche allerdings ein zunehmendes Imageproblem und sei darauf angewiesen, schneller und agiler auf die Änderungen der Arbeitsmärkte zu reagieren. Das sagte Dr. Christoph Kösters, Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V., Münster, und Clustermanager im LogistikCluster Nordrhein-Westfalen (NRW), am 25. Juli beim 8. Branchenforum „Personal in der Logistik“ in Bochum. Die Kooperationsveranstaltung zwischen dem Last Mile Logistik Netzwerk der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH, dem LogistikCluster NRW und den Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebiets stand unter dem Motto „Arbeitswelt im Wandel – Zukunftswerkstatt Logistik“.

Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels seien vor allem kleine und mittelständische Unternehmen gefordert, auf innovative Personalkonzepte und Imagewerbung zu setzen, betonte Marion Troitzsch vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW vor den rund 70 Teilnehmern. Dabei sei der demografische Wandel längst Alltagsrealität, konstatierte Prof. Dr. Jutta Rumpp vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen. Flächendeckend fehlen im Jahr 2030 rund 6,5 Mio. Fachkräfte, zitierte Rumpp eine Studie der Robert Bosch Stiftung. Die schwierigste Phase steht der Wirtschaft nach ihrer Ansicht zwischen den Jahren 2030 und 2038 bevor.

Das für die Zukunft gerüstete Unternehmen hat laut Prof. Rumpp flache Hierarchien, ist projektorientiert und zeichnet sich durch eine hohe Innovationsbereitschaft aus. Sie plädiert für ein Gleichgewicht aus Kompetenz, Gesundheit und Motivation als Grundlage für den Unternehmenserfolg. Motivieren lassen sich gerade Mitarbeiter in niedrigen Lohngruppen aber nicht über leistungsorientierte Vergütungssysteme, sondern vielmehr durch eine längerfristige Erhöhung des Einkommens. Das stellte Markus Rasche vom Bildungswerk Verkehr Wirtschaft Logistik Nordrhein-Westfalen e.V., Münster, klar. Er zitierte die Studie „Mitarbeitermotivation in der Logistikbranche“ der Frankfurter Miebach Consulting GmbH (siehe LOGISTIK HEUTE 4/2013).

Laut Dr. Edelgard Kutzner von der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund kommt darüber hinaus dem Thema „Diversity Management“ zunehmend eine tragende Rolle zu, in dem die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aller Belegschaftsmitglieder Platz fänden. Ein weiterer Ansatz sei ein ausgefeiltes Wissensmanagement, um dem Verlust von Know-how aufgrund überalterter Belegschaften zu begegnen. Das hoben Prof. Dr. Nicole Richter von der Adam-Ries-Fachhochschule in Düsseldorf sowie Dr. Christian Jacobi und Fabian Lakenbrink von der Unternehmensberatung Agiplan GmbH, Mülheim an der Ruhr, hervor. Sie brachen zudem eine Lanze für das System des Dualen Studiums, bei dem Studenten das Gelernte sofort in der Praxis anwenden könnten.

(akw)
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