Forum Automobillogistik: Porsche siegt bei VDA Logistik Award 2020

Der Automobilhersteller setzt sich gegen Continental und Volkswagen durch.

Von links: Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, Michael Weihrauch, Leiter Logistik der Porsche Leipzig GmbH, Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Vorsitzender der Jury des VDA Logistik Awards, und Joachim Lamla, kaufmännischer Geschäftsführer der Porsche Leipzig GmbH, bei der Preisverleihung im Kundenzentrum von Porsche Leipzig. (Foto: Porsche)
Von links: Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, Michael Weihrauch, Leiter Logistik der Porsche Leipzig GmbH, Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Vorsitzender der Jury des VDA Logistik Awards, und Joachim Lamla, kaufmännischer Geschäftsführer der Porsche Leipzig GmbH, bei der Preisverleihung im Kundenzentrum von Porsche Leipzig. (Foto: Porsche)
Therese Meitinger

Im Rahmen des Forums Automobillogistik der Bundesvereinigung Logistik (BVL) und des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ist die Porsche Leipzig GmbH mit dem VDA Logistik Award 2020 ausgezeichnet worden. Die sächsische Tochtergesellschaft der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG erhielt den Preis, der am Abend des 5. Februar im Leipziger Kundenzentrum von Porsche verliehen wurde, nach der Begründung der Jury für ein innovatives Logistikkonzept, das auf intelligente Planungstools, hochautomatisierte Prozesse und eine energieeffiziente Lager- und Kommissionierungstechnik setze.

„Das Logistikkonzept von Porsche für die Versorgung des Werks Leipzig gibt viele Impulse für die Logistik der Zukunft: Stark integriert, intelligent automatisiert, auf höchste Zuverlässigkeit und Effizienz getrimmt, zeigt es Innovationspotenzial für das Werk Leipzig, die Automobilindustrie und auch die Logistik in anderen Branchen auf“, begründete Prof. Dr. Wolfgang Stölzle, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Supply Chain Management an der Universität St. Gallen, die Entscheidung der Jury. Stölzle ist Vorsitzender der Jury des VDA Logistik Awards.

Planungstool als Grundlage der Logistikprozesse

Grundlage des Logistikkonzepts von Porsche Leipzig ist nach Eigenangaben ein Planungstool, das die ankommenden Lieferströme optimiert und die zur Verfügung stehenden Lagerkapazitäten bestmöglich nutzt. Es dient demnach als Basis für ein automatisches Kleinteilelager mit effizienter Shuttletechnologie, eine dynamische Kommissionierung und mehrere Fahrerlose Transportsysteme. Mit diesem neuen Logistikkonzept könnten Lieferanten nun individuell und in optimalen Rhythmen direkt im Werk anliefern, so die Jury.

„Wir haben unsere Werkslogistik sowie das Inboundnetzwerk in den vergangenen zwei Jahren komplett neu gedacht und im laufenden Dreischichtbetrieb umgestellt. Das war nicht nur ein mutiger Schritt, sondern auch ein großer Kraftakt für die gesamte Mannschaft. Umso mehr freuen wir uns nun über die Auszeichnung des Verbands der Automobilindustrie“, sagte Michael Weihrauch, Leiter Logistik der Porsche Leipzig GmbH.

Herzstück des automatischen Kleinteilelagers sind nach Eigenangaben 90 Shuttles, die in zwei Gassen alle Kleinladungsträger ein- und auslagern. Bei der Einlagerung kommt demnach ein komplexer Roboter für eine automatische Depalettierung zum Einsatz. Die neu entwickelte dynamische Kommissionierung für alle Großladungsträger sei in dieser Form in der Automobilindustrie einzigartig, so die Jury. Neben einer hochverdichteten Kommissionierzone gehöre eine Förderstrecke mit Shuttle-Technik in vier Metern Höhe zur Anlage, die vollautomatisch die Behälter ein- und auslagert.

Das neue Logistikkonzept stelle die hohe Varianz in der Porsche-Produktion sicher und senke Logistikkosten, zudem würden Arbeitsplätze ergonomischer gestaltet. Auch auf die Ressourcenschonung zahlt das Logistikkonzept nach Konzernangaben ein: Demnach erzielt es eine Einsparung von insgesamt 3.500 Tonnen CO2 pro Jahr.

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